Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Fitness Hub“ misst und speichert Trainingsdaten

Fritzmeier erfindet sich neu: Kabinenbauer aus Großhelfendorf produziert automatischen Fitnesstrainer

Auf dem Firmengelände in Großhelfendorf werden die Einzelteile zum „Fitness Hub“ zusammengesetzt.
+
Auf dem Firmengelände in Großhelfendorf werden die Einzelteile zum „Fitness Hub“ zusammengesetzt.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
    schließen

Eigentlich ist die Firma Fritzmeier ein Spezialist für das Bauen von Fahrzeugkabinen. Gemeinsam mit der Münchner Fitnessmarke Egym erfindet sich der Großproduzent mit Standorten in Bruckmühl und Großhelfendorf nun neu und baut ein technisch voll ausgestattetes Fitnessgerät.

Aying/Bruckmühl – Der sogenannte „Fitness Hub“ misst und speichert zahlreiche Informationen von Mitgliedern im Fitnessstudio und stellt anhand der Daten das passende Programm zusammen. Quasi als automatischer Trainer soll die neue Technik den Kunden helfen, sich leichter zurechtzufinden und ihnen die lästige Vorlaufzeit an den Trainingsgeräten ersparen.

Rund fünf Stunden dauert die Montage

Mit dem technischen Wissen von Fritzmeier soll das neue Gerät bald in über 2000 Fitnessstudios weltweit zum Einsatz kommen.

„Das Gerüst aus Stahl ist im Grunde genommen ähnlich zu den Schutzkabinen, die wir produzieren“, meint Christoph Schnitzenbaumer, Produktionsleiter von Fritzmeier.

Nachdem die rund 200 Einzelteile nach Großhelfendorf geliefert werden, schweißen, lackieren und montieren die Mitarbeiter das Gerät innerhalb von rund fünf Stunden zusammen. Der dadurch entstehende Hochleistungsrechner soll künftig für automatische Abläufe im Fitnessstudio sorgen. „Gerade der Start ist für die Kunden immer wieder mühsam. In der Regel muss ein Trainer zunächst den aktuellen Leistungsstand sowie Ziele und allgemeine Daten abfragen, um daraufhin die Maschinen passend einzustellen“, sagt Hans Jürgen Croissant, Sprecher der Fitnessmarke Egym. Der „Fitness Hub“ soll diesen ganzen Prozess nun mittels Kamera, Touchscreen und modernster Technik erleichtern.

Innerhalb von zwei Minuten werden Daten wie Größe, Gewicht oder Beweglichkeit gemessen und in das bestehende System integriert. Dadurch können sämtliche Geräte, an denen später trainiert wird, automatisch eingestellt werden. Sowohl an den Geräten selbst als auch in einer App wird zudem der eigene Fortschritt gespeichert und bei Bedarf angezeigt.

„Die Trainer und Mitglieder können sich so besser auf die reine Beratung und Trainingssteuerung konzentrieren“, meint Croissant. Rund eineinhalb Jahre abreitete die Firma an ihrer Idee, die nun in der Region umgesetzt wird.

Die Herstellung des „Fitness Hub“ ist für den Großproduzenten mit rund 1250 Mitarbeitern an sieben Standorten kein großes Problem. „Die Arbeit mit Kunststoffen ist ohnehin unsere Kernkompetenz. Zudem haben wir auch im Sportbereich schon Erfahrung“, berichtet Schnitzenbaumer mit Blick auf die Herstellung von Carbon-Rädern, Alpinskiern oder Surfbrettern.

In den 90er-Jahren habe Fritzmeier sogar schon einmal Fitnessgeräte hergestellt, die jedoch damals noch völlig anders aussahen. Der ganze Markt hat sich laut Schnitzenbaumer in den 30 Jahren völlig verändert, da alles deutlicher technischer geworden ist.

Im Vergleich zu einer Fahrzeugkabine sei der Herstellungsprozess des Fitnessgeräts allerdings einfacher, da es viel weniger Teile benötige. Lediglich die Lieferzeiten von Einzelteilen sorge aktuell wie bei vielen Produktionen für Verzögerungen. „Die Verfügbarkeit von den passenden Chips ist weltweit ein Problem“, sagt der Produktionsleiter.

Prien und Feldkirchen-Westerham nutzen neue Technik

Sind die Geräte fertig, werden sie über den Vertreiber von „Egym“ weltweit verkauft. In der Region setzten aktuell das Studio „Aktiva Medici“ in Prien sowie die „Mangfall Fitness“ in Feldkirchen-Westerham auf die neue Technik. Die Kosten für einen Fitness Hub liegen laut Sprecher Croissant dabei in einem hohen vierstelligen Bereich. Je nach abgenommener Stückzahl variiere der Preis jedoch stark.

Die Rückmeldung der Betreiber sei nach den ersten Einsätzen des Gerätes äußert positiv. Durch die neue Datenerfassung ergab sich sogar ein unerwarteter Nebeneffekt. „Da die Fortschritte messbar sind, lassen sie sich jetzt sogar mit den Leistungen im Freundeskreis vergleichen“, stellt Croissant fest. Durch den daraus entstehenden Wettkampf sei das Fitnesstraining plötzlich nicht mehr wie „Fußball ohne Tore schießen“, sondern hätte noch einen zusätzlichen Ansporn.

Für Fritzmeier ergibt sich somit eine gute Auftragslage. Alleine in diesem Jahr sollen rund 1000 Geräte hergestellt werden, um den digitalen Fortschritt aus der Region in den Fitnessstudios weltweit zu verbreiten.

Das fertige Gerät: Der „Fitness Hub“ vermisst die Mitglieder im Fitnessstudio voll automatisch.

Kommentare