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Friedhofsarkaden an Ellmosener Straße

Friedhof bleibt eine Baustelle - Wird die millionenschwere Sanierung der Aiblinger Arkaden planmäßig fertig?

Auf den Friedhofsdächern: Simon Tiefenbach beim Schliessen der Kupferbahn mit einer Doppel-Stehfalz-Deckung.
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Auf den Friedhofsdächern: Simon Tiefenbach beim Schließen der Kupferbahn mit einer Doppel-Stehfalz-Deckung.
  • VonNicolas Bettinger
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Der Friedhof Ellmosener Straße ist seit zwei Monaten Schauplatz von Sanierungsmaßnahmen. Jetzt ist Halbzeit. Doch was wird dort eigentlich genau gemacht, warum ist das so teuer und welche Auswirkungen gibt es für Besucher?

Bad Aibling – Wer regelmäßig auf dem Friedhof Ellmosener Straße unterwegs ist, wird sich an den Anblick einer Baustelle womöglich so langsam gewöhnt haben. Seit April laufen dort die Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade der rund 160 Jahre alten Arkaden.

Die Maßnahmen sollen planmäßig bis August/September abgeschlossen werden und kosten rund 1,2 Millionen Euro. Doch läuft alles nach Plan, mit welchen Einschränkungen müssen Besucher weiter rechnen und warum sind die Sanierungsmaßnahmen derart kostspielig?

Marode Stellen bisher nur geflickt

Bereits im vergangenen Jahr hat der Bad Aiblinger Stadtrat entschieden, dass das Dach und die Fassade der in die Jahre gekommenen Friedhofs-Arkaden saniert werden. Damals erklärte die Stadtverwaltung, dass lange nichts gemacht worden sei, in der Vergangenheit habe man marode Stellen immer nur geflickt.

Seit zwei Monaten laufen die Sanierungsmaßnahmen nun also. Auf Nachfrage des Mangfall-Boten erklärte Peter Hauser, Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Bad Aibling, dass bislang alles „sehr gut und nach Plan“ laufe. Man befinde sich kurz vor der Halbzeit der Arbeiten, die Dacharbeiten gingen „zügig voran“.

Besonders positiv: Von Lieferengpässen oder Preisexplosionen sei man bislang weitestgehend verschont geblieben, so das Bauamt der Stadt Bad Aibling. Demnach befinde man sich auch im geplanten Kostenrahmen. Und auch der „Wettergott“ spiele bisher mit.

Die Einschränkungen für Besucher versuche man so gering wie möglich zu halten. „Natürlich gefällt das nicht jedem aber die Aiblinger Bürger zeigen bisher überwiegend großes Verständnis“, so Hauser. Schließlich müsse die Sanierung irgendwann ohnehin durchgeführt werden. Die Gräber seien aber sicher, wenngleich es sich um eine Baustelle handelt, auf der generell Vorsicht geboten sei. So befinde sich eine Wasserstelle etwa unter einem Gerüst, weswegen diese derzeit nicht genutzt werden kann. „Das ist zu gefährlich, weil Gegenstände herunterfallen könnten.“ Die Gräber bleiben zugänglich.

900 Quadratmeter Kupfer verlegt

Der Grund für die kostspieligen Sanierungsmaßnahmen sind die „aufwendige Details“, wir berichteten. Denn die ummauerte Anlage aus dem Jahre 1866/67 steht unter Denkmalschutz. Seitens der Behörde wurde gefordert, dass anstelle von Stahlblech Kupfer verwendet werden soll, was zu einer massiven Kostensteigerung führt. Ursprünglich ging man von deutlich geringeren Kosten aus. Mit Kupfer als Blechdeckung hat sich der Preis jedoch deutlich gesteigert. Laut Bauamt werden rund 900 Quadratmeter Kupfer verlegt, was einem Gesamtgewicht von etwa 5600 Kilogramm entspricht.

Pawel Georgiadis (Fa. Tiefenbach) und Peter Hauser (rechts) vom Bauamt Bad Aibling auf den bereits eingefalzten Kehlbahnen.

Vor allem der hohe Preis von über einer Million Euro sorgte bereits im vergangenen Jahr für Diskussionen. Dabei kam auch die Frage auf, ob die Möglichkeit bestehe, den Bau durch „Flicken zu erhalten“ und aus Kostengründen auf die Sanierung zu verzichten. Dieser Vorstellung schlossen sich damals einige Gremiumsmitglieder an. Erwin Kühnel (CSU) etwa gab jedoch da schon zu Bedenken, dass eine Sanierung, die man aufschiebe, immer teurer werde. Das Denkmalamt hatte damals gefordert, für das Dach Kupfer zu verwenden, anstelle von Stahlblech oder Edelstahl. Ein Gutachter erklärte im November 2021 zudem, dass die Maßnahme nicht aufschiebbar sei.

Abwarten beim Friedhofskreuz

Nun, da fast die Hälfte der Sanierungszeit schon geschafft ist, blickt das Bauamt optimistisch auf die kommenden Monate. Auch Befürchtungen, wonach das wertige Material auf der Baustelle Diebstahl zum Opfer fallen könnte, hätten sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Ohnehin übernachten die Mitarbeiter der Spengler-Firma vor Ort und geben acht auf das teure Kupfer.

Blick vom Gerüstturm des Leichenschauhauses.

Die einzige Unklarheit stellt derzeit noch das Friedhofskreuz dar. Nachdem das alte beschädigt wurde und man nun gerne Eisen als Material nutzen würde, müsse man noch die Genehmigung des Denkmalschutzes abwarten.

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