Freude in Weiching: Endlich wieder freie Fahrt über Moosachbrücke

Karl Kergl (links) vom Staatlichen Bauamt und Bürgermeister Georg Weigl durchschneiden das Band und geben die Brücke offiziell frei. Stache
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Karl Kergl (links) vom Staatlichen Bauamt und Bürgermeister Georg Weigl durchschneiden das Band und geben die Brücke offiziell frei. Stache

Fünf Monate dauerte die Bauzeit: Seit Mittwochvormittag ist die Brücke über die Moosach bei Weiching wieder befahrbar.

Von Werner Stache

Tuntenhausen/Weiching – Coranabedingt fand die Einweihungsfeier für die Moosach-Brücke bei Weiching am Mittwoch nur im kleinen Rahmen statt. Die Bedeutung für die Gemeinde Tuntenhausen ist dagegen umso größer: Denn der Verlauf der Staatsstraße 2080 spielt für den Ort und die Gemeinde eine sehr wichtige Rolle.

Die Brücke über die Moosach wurde während des Zweiten Weltkriegs teilweise zerstört und 1951 mit einer Stahlbetonplatte wieder instand gesetzt. Fast 70 Jahre später wurde das Bauwerk nun durch den Neubau ersetzt. Während der Bauzeit wurde der Verkehr über eine Behelfsbrücke geleitet, die nächste Woche zurückgebaut wird. Dadurch konnten auch die üblichen Verkehrsbehinderungen auf ein Mindestmaß reduziert werden.

In fünf Monaten war alles fertig

Nur rund fünf Monate dauerte der Bau. Termingerecht konnte er nun seiner Bestimmung übergeben werden. Karl Kergl, Leiter der Abteilung „Konstruktiver Ingenieurbau“ am Staatlichen Bauamt in Rosenheim, und Bürgermeister Georg Weigl gaben die Brücke gestern Nachmittag für den Verkehr wieder frei.

Kergl stellte dabei die hohe Bedeutung der Staatsstraße 2080 heraus. Sie wird nicht nur für den Lkw-Verkehr, sondern auch für Umleitungen sehr oft genutzt. Der Zustand der alten Brücke mit dem separaten Bauteil einer maroden Holzüberquerung für Radfahrer habe nicht mehr den notwendigen Voraussetzungen entsprochen.

„Zusammen mit der Gemeinde haben wir uns dann darauf verständigt, nicht mehr zwei separate Brückenteile zu bauen, sondern eines“, betonte Kergl. Gleichzeitig verwies er auf die schwierigen Bodenverhältnisse an der Moosach, die es notwendig machten, Bohrpfeiler bis zu 22 Meter Tiefe einzubringen. Das schlägt sich auch auf die Gesamtkosten nieder, die bei 1,4 Millionen Euro liegen. „Das ist für eine solche Baumaßnahme nicht ohne“, meinte Kergl.

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Weigl lobte die Maßnahme und die beteiligten Arbeiter: „Wenn bei mir nichts aufschlägt, muss alles gut funktioniert haben.“ Das bestätigte ihm auch Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Haas, der nur wenige Meter von der Brückeentfernt wohnt.

Auch Weigl verwies auf die starke Frequentierung von Brücke und Straße im Sommer wie im Winter. „Viele Ebersberger, Erdinger und Münchner nutzen den Weg bei der Fahrt in die Berge.“ Zufrieden zeigte sich das Gemeindeoberhaupt aber auch über die neue, integrierte Fußgängerbrücke, die er als beste Lösung darstellte.

„Diese Straße wird auch in Zukunft eine wichtige Verbindung bleiben, selbst wenn die Rosenheimer Westtangente fertig ist“, ist er überzeugt. Gleichzeitig warnte Weigl vor einer „Aufweichung des letzten Weichinger Tunnels“, da sonst noch mehr Schwerlastverkehr durch die Gemeinde rollen dürfte.

Mit einer Gesamtlänge von fast 14 Metern und einer Gesamtbreite von über zehn Metern ist die Brücke nun deutlich größer als zuvor. Von dieser größeren Dimension profitieren nun Autofahrer wie Radfahrer gleichermaßen.

Mehr Platz für das Wasser im Flussbett

Eine besondere Herausforderung war auch, die Brücke so zu planen, dass es im Brückenbereich künftig zu keinen Überflutungen durch die Moosach kommt, betonte Kergl. Dafür wurde der sogenannte Durchflussquerschnitt um fast zehn Quadratmeter erhöht; das Flussbett kann so im Bereich der Brücke mehr Wasser führen als zuvor. Die erste Nagelprobe dieser Planung erfolgte bereits in der vergangenen Woche bei dem Hochwasser im Gebiet um Weiching.

Der Bau verlief insgesamt planmäßig und unfallfrei, worüber sich Bürgermeister Weigl sehr freute und wofür er sich bei allen Beteiligten, Planern wie Ausführern bedankte. Gemeinsam gaben Kergl und Weigl den Verkehr dann offiziell frei, indem sie das blaue Band durchschnitten.

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