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Freude über neuen Haltepunkt

Den kirchlichen Segen für den neuen Bahnhaltepunkt "Kurpark Bad Aibling" spendete Geistlicher Rat Hans Holzner. Fotos mischi

Nach jahrelangen Verhandlungen, Planungen und Gesprächen war es gestern endlich so weit: Der neue Bahnhaltepunkt Kurpark wurde im Rahmen eines Festaktes eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Bad Aibling - Seit 1996 werden zusätzliche Haltepunkte auf der Mangfalltalbahnstrecke diskutiert - jetzt erfolgte die erste Umsetzung, weitere Projekte warten noch. Kostenpunkt für die Baumaßnahme, die innerhalb eines halben Jahres umgesetzt wurde: 800000 Euro.

Die Freude bei den Gästen, vornehmlich Vertreter aus Politik und Behörden, war groß: Nach jahrelangem Kampf und ständigen Verschiebungen machte gestern die Mangfalltalbahn, begrüßt von der Willinger Musi, zum ersten Mal Halt am neuen Bahnsteig Kurpark - 140 Meter lang, 76 Zentimeter hoch und fahrgastfreundlich ausgestattet.

Zuvor hatte Bürgermeister Felix Schwaller einen Blick auf die Geschichte geworfen - auf insgesamt 150 Jahre: 1857 wurde die Bahnstrecke durchs Mangfalltal eröffnet (Maximiliansbahn), 1957 weihte man schon einmal einen Haltepunkt Kurpark ein, der allerdings 20 Jahre später wieder aufgelöst wurde. Hoch erfreut zeigte sich Schwaller deshalb, dass nun erneut ein Haltepunkt an dieser Stelle realisiert wurde - in optimaler Lage mit Pendlerparkplatz, Fußweg in den Kurpark und der Moorexpress-Anbindung. "Der neue Bahnsteig ist in jedem Fall eine Bereicherung und ich hoffe, dass er gut angenommen wird", so Schwaller.

Als einen "besonderen Tag" bezeichnete Dipl.-Ing. Florian Liese vom Bayerischen Wirtschaftsministerium, Verkehrsreferat, die Einweihung: Schließlich leite sie eine Reihe von geplanten Inbetriebnahmen im Raum Rosenheim ein. Noch in diesem Jahr soll der südliche Außenbahnsteig am Aiblinger Bahnhof eingeweiht werden, im Frühjahr 2010 zur Landesgartenschau soll die Sanierung des Bahnhofes Rosenheim abgeschlossen sein und Ende 2012 sei die Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes Hinrichssegen vorgesehen - ursprünglich war dieser zeitgleich mit der Haltestelle Kurpark geplant. Hinzu kommt Liese zufolge ein weiteres Vorhaben: Bis Ende 2013 sollen noch mehr Züge auf der Mangfall-Strecke eingesetzt werden, kündigte er an, bevor er "allzeit gute Fahrt" wünschte.

Von spannenden Stunden am Vortag der Einweihung wusste Bernhard Kellner, Bahnhofsmanager bei der DB Station & Service AG, zu berichten: Auf Knien sei der neue Bahnsteig auf Sicherheitsmängel untersucht worden - und habe schließlich die Genehmigung erhalten. Erfreut zeigte er sich über die schnelle Bauzeit von einem halben Jahr, der lange Gespräche vorausgegangen seien. Der Haltepunkt ist neben der Beleuchtung auch mit einem Wind- und Wetterschutz ausgestattet - Abfalleimer, Uhr und Lautsprecher müssten indes noch montiert werden, gestand er.

Eröffnet (von links): Bürgermeister Felix Schwaller, Florian Liese vom Bayerischen Wirtschaftsministerium, Landrat Josef Neiderhell und Bahnhofsmanager Bernhard Kellner.

Der DB-Vertreter verwies zudem auf steigende Fahrgastzahlen: 2001 mit 3800 Personen, 2005 bereits 6400, davon 1500 Aiblinger. Aktuell werden auf der Strecke Rosenheim-Holzkirchen insgesamt 58 Züge eingesetzt, seit 2002 moderne und vergleichsweise leise Modelle. Mit dem neuen Haltepunkt verspricht sich Kellner eine weitere Steigerung der Fahrgastzahlen.

Als "Erfolgsgeschichte" bewertete Landrat Josef Neiderhell den neuen Bahnsteig und hob diesbezüglich als einen der großen Kämpfer den ehemaligen Landtagsabgeordneten Josef Ranner hervor. Weiter erinnerte Neiderhell an die letzte Bahnsteigeröffnung im Landkreis: 1978 auf der Strecke Aschau-Prien, ein seltenes Ereignis - sein Vorgänger Dr. Max Gimple habe in seiner 24-jährigen Amtszeit nicht ein einziges Mal das Vergnügen gehabt, einen Haltepunkt in Betrieb zu nehmen.

Torte zum neuen Bahnsteig: Landrat Josef Neiderhell (links) und Bürgermeister Felix Schwaller schnitten sie mit Begeisterung an.

Ziel müsse es sein, so Neiderhell weiter, "die Leute auf die Bahn zu bringen" und diese stetig zu verbessern. Und erfreut bemerkte er: "Das wunderschöne Mangfalltal ist damit ein Stück lebenswerter geworden."

Einen der ersten Fahrscheine ergattert: Bahnfahrerin Brigitte Gärtner.

Den Dank im Namen der Fahrgäste überbrachte Norbert Moy, Vorsitzender der Region Oberbayern von Pro Bahn. Lange habe man auf diesen Tag gewartet. Der Weg dorthin habe sich oftmals schwierig gestaltet: "Kaum schien ein Problem gelöst, baute sich das nächste auf." Weiter blickte er auf das Engagement des Rosenheimer Initiativkreises RoRegio zurück, darunter die Grundsatzstudie zur Mangfallstrecke 1995, der Umsetzungsbeschluss bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft im Jahr 2000, der verbesserte Takt sowie neue Triebwägen 2002 und nun endlich der neue Haltepunkt - wobei weitere Bahnsteige im Aicherpark, Hinrichssegen und Feldolling folgen müssten.

Den kirchlichen Segen spendeten schließlich die beiden Geistlichen Pfarrer Hanns-Martin Krahnert (evangelisch) und Geistlicher Rat Hans Holzner.

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