Unterstützung für Projekte

Bad Aiblinger Verein „Ukalo“: Trotz Corona auch gute Nachrichten aus Nepal

Die Töchter von Deepak Bhandari, Projektpartner des Bad Aiblinger Fördervereins „Ukalo – Aufwärts“ in Nepal, übergeben eine Nähmaschine und Stoff zur Fertigung von Hygienemasken.  re
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Die Töchter von Deepak Bhandari, Projektpartner des Bad Aiblinger Fördervereins „Ukalo – Aufwärts“ in Nepal, übergeben eine Nähmaschine und Stoff zur Fertigung von Hygienemasken. re

Es geht weiter aufwärts mit den vom Bad Aiblinger Verein „Ukalo“ unterstützten Projekten in Nepal. Ob mit den Neuanschaffungen eines Traktors, eines Ultraschallgerätes oder von Nähmaschinen: Die Hilfe zur Selbsthilfe greift – trotz Corona..

Bad Aibling– Nach zwei heftigen Erdbeben in Nepal mit über 9000 Todesopfern wurde 2015 der Aiblinger Förderverein „Ukalo – Aufwärts“ gegründet, um dem Land beim Wiederaufbau zu helfen. Im Vergleich zur Katastrophe von 2015 haben die Corona-Pandemie und die beiden erzwungenen strengen Lockdowns schon bisher einen wesentlich größeren wirtschaftlichen Schaden verursacht. „Allein durch die komplette Aussetzung des Tourismus haben circa 800.000 Menschen ihre Einkommensquelle verloren. Leider ist die Selbstmordrate merklich gestiegen “, weiß Vereinsvorsitzende Dr. Marianne Weber-Keller.

Im März erreichte das Virus auch Nepal

Trotz der engen Verbindung zu China und Indien habe die Pandemie Nepal erst spät erreicht. Im März wurde ein strenger Lockdown verhängt und der internationale Flughafen für Reisende bis Mitte Oktober gesperrt. „Per 29. November meldete Nepal über 230 700 Corona-Fälle, es gab circa 33 000 bekannte Infizierte, dazu wurden bis dahin 1454 Todesfälle auf das Virus zurückgeführt“, so Dr. Weber-Keller weiter

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. Die Freunde von „Ukalo“ hätten es dem Verein ermöglicht, bisher 29 700 Euro an Sonderspenden für die notleidenden Menschen nach Nepal zu schicken. „Damit konnten Lebensmittel für besonders bedürftige Menschen gekauft werden, Handyguthaben wurden aufgeladen, damit Familien miteinander kommunizieren können, lebensrettende Krankenhausbehandlung für einzelne Patienten wurden bezahlt.“

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Deepak Bhandari und Vertreter der Kommune Jethal bedanken sich bei den Freunden aus Deutschland, die Anschaffung des Gemeindetraktors ermöglichen.

Der in Bad Aibling gut bekannte Projektpartner Deepak Bhandari gebe zudem die in Deutschland gültigen Hygiene- und Abstandsregeln an die Dorfverantwortlichen weiter. Für sieben Schulen des Bezirks (1247 Schüler und 95 Lehrkräfte) werden vor Ort Hygienemasken genäht. „Ukalo“ hat das Material und die Nähmaschinen spendiert und einigen Frauen damit eine Einkommensmöglichkeit geschaffen.

Nachhaltigkeit und gute Perspektiven

Über die direkte Ersthilfe hinaus ist es Deepak wichtig, den Menschen in der sehr schwierigen Zeit eine nachhaltige Einkommensperspektive zu geben. Diese sieht er vorrangig in professioneller Landwirtschaft. Agrarexperten haben die Böden untersucht, die Farmer über neue landwirtschaftliche Produkte und verbesserte Anbaumethoden informiert und zu Direktvermarktung ermutigt.

Die Dorfgemeinschaft hat als ersten Schritt in Eigenleistung eine einfache Verbindungsstraße zwischen den Weilern gebaut. „Jetzt kann ,Ukalo‘ den großen Traum Jethals erfüllen und einen Gemeindetraktor kaufen. Deepak hat dafür trotz seiner angegriffenen Gesundheit das erste Mal seit 2017 sein Heimatdorf besucht“, schildert Dr. Weber-Keller

Per Helikopter ging‘s nach Nepal

. „Zusammen mit seiner Familie durfte er mit dem Helikopter nach Jethal fliegen, zu seiner Ehre wurde sogar der Landeplatz mit einem Blumenteppich geschmückt. Alle Honoratioren und politisch Verantwortlichen waren gekommen.“ Die Farmer haben ein Komitee gewählt, das künftig die Einsätze des „Ukalo“- Traktors im Dorf und den Verleih an Nachbargemeinden organisiert. Dabei bezahlen die Farmer selbst die Kosten für Treibstoff und den Fahrer, die Gemeinschaft sorgt für Wartung und fällige Reparaturen.

Schulausbau geht weiter

Voll Dankbarkeit und Stolz führte Schulleiter Yug Shrestha Deepak außerdem durch die Oberschule, die nun von der Schulbehörde zum Schulzentrum ausgebbaut wird. Deshalb entsteht dort aktuell auf Regierungskosten ein viertes Gebäude. „Die von ,Ukalo‘ begonnene Aufbauarbeit ist damit abgeschlossen. Der Förderverein finanziert weiterhin das Honorar für fünf Fachlehrkräfte, den Rest trägt die Öffentliche Hand. Ein nachhaltiger Erfolg“, wie Dr. Weber-Keller dankbar feststellt. Nach der langen Corona-Pause habe die Schule wieder geöffnet, die Abschlussprüfungen konnten gehalten werden.

Ein Fortschritt, ermöglicht durch Unterstützung aus dem Mangfalltal: Ein Patient wird in der Klinik in Kathmandu mit dem gespendeten Ultraschallgerät untersucht.

Ultraschallgerät für Speziallabor

Das von „Ukalo“ ermöglichte Speziallabor in Kathmandu hat sich in kurzer Zeit zur Poliklinik weiterentwickelt. Ende Oktober konnte das dringend benötigte Ultraschallgerät angeschafft werden. Finanziert wurde es durch die Stiftung Klinikpartnerschaften und aus dem Erbe einer verstorbenen Bad Aiblinger Lehrerin, seit Anfang treue „Ukalo“-Freundin, deren Verbindung zu den Menschen im Himalaya nun über ihren Tod hinaus wirkt.

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