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Übel an der Wurzel packen

Freiwillige entfernen giftige Kreuzkräuter von Ostermünchener Wiesen

Wunderschön anzusehen und doch giftig: Die Blütenstände der Kreuzkräuter sehen denen Margarite ähnlich.
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Johanneskraut und Jakobs- oder Wasserkreuzkraut werden oft verwechselt. Links ist das Johanneskraut zu sehen. Es ist nützlich und darf auf den Wiesen stehenbleiben. Rechts im Bild ist das giftige Jakobskreuzkraut, dessen Blütenblätter denen der Kamille ähneln. 
  • VonWerner Stache
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Sie sind schön anzusehen, aber leider sehr giftig. Die Rede ist von zwei kräftig gelb blühenenden Kräutern, dem Jakobs- und dem Wasser-Kreuzkraut. Das breitet sich in Ostermünchen und Umgebung gerade wieder stark aus. Eine Initiative will dem Gift nun den Garaus machen.

Tuntenhausen – Am Wochenende startete die Ostermünchner „Kreuzkrauttruppe“ mit einigen Freiwilligen nun nach 2020 abermals einen Arbeitseinsatz, um die Wiesen vom Kreuzkraut zu befreien. Unter ihnen auch ein paar Jugendliche, die mit anpackten.

Initiatorin Heidi Mühlhölzl reißt ein Jakobs-Kreuzkraut am Straßenrand in Ostermünchen aus.

Gift führt bei Tieren zu Leberschäden

Hintergrund: Die beiden Kreuzkräuter sind hochgiftig. „Sie enthalten Pyrrolizidin-Alkaloiden, die vor allem bei Rindern und Pferden zu irreversiblen Leberschäden führen und krebserregend sind“, erklärt Initiatorin Heidi Mühlhölzl. Selbst im Honig fanden sich schon Spuren des gefährlichen Giftes, worauf Imker schon vor fünf Jahren aufmerksam machten. Damit sich das Gift auf den Wiesen nicht weiter über die Samen ausbreitet, müssen die Pflanzen mit der ganzen Wurzel ausgestochen werden.

„Die Ausbreitung geht rasend schnell. Eine einzige Pflanze entwickelt 1200 bis 1700 flugfähige Samen – vergleichbar mit dem Löwenzahn“, erklärt Mühlhölzl. Dadurch könnten auch entferntere Wiesen mühelos und schnell erreicht werden. „Das Wasserkreuzkraut hat sehr feine Wurzeln. Hier ist ein sauberes Ausstechen unabdingbar, und das ist kein leichtes Unterfangen, denn oft ist der Boden sehr hart. Eine Heidenarbeit“, beschreibt Mühlhölzl.

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Die Freiwilligentruppe begann ihre Aktion am Autohaus Daxenbichler in Ostermünchen und „graste“ den gesamten Bahndamm bis zum Gewerbegebiet am Bahnhof ab. Nördlich ging es am Bahndamm und den angrenzenden Wiesen entlang bis nach Sindlhausen hinauf. „Dort ist besonders das Wasser-Kreuzkraut angesiedelt und hat die dortigen Wiesen schon stark befallen“, macht Mühlhölzl auf die Gefahr aufmerksam.

Mit Handschuhen und möglichst körperbedeckender Bekleidung befreiten die freiwilligen Helfer den Bahndamm von Ostermünchen und die angrenzenden Wiesenflächen von den Kreuzkräutern. „Das Gift verursacht Juckreiz oder Ausschlag“, warnen sie. Deshalb sei es besonders wichtig, auch die Kinder aufzuklären und Kreuzkräuter zu entfernen, die in der Nähe der Hausgärten und an Zäunen wachsen. „Vor allem die schmalen Stellen, zu denen der Rasenmäher nicht hinkommt, sind oft vom Unkraut befallen“, ergänzt Claudia Ruff.

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Doch mit dem Ausstechen allein ist es nicht getan. Es komme auch noch auf die richtige Entsorgung an, erklärte. Auch sie gehört zu den Ostermünchener Freiwilligen und weiß: „Damit es nicht aussamt, muss es sofort nach dem Ausreißen in einer Plastiktüte verpackt werden, weil die Pflanzen ansonsten aussamen und innerhalb von nur vier Stunden Notsamen bilden“, erklärt Ruff. Dann wären die ganzen Mühen umsonst gewesen. Die verpackten Pflanzen werden im Hausmüll oder am Wertstoffhof entsorgt. Auf Grundlage eines Abkommens mit der Gemeinde Tuntenhausen können die Säcke mit Kreuzkraut dort in den Sperrmüll geworfen werden. Keinesfalls jedoch gehören sie auf den Kompost oder zu den Grünabfällen.

Biolandwirt Sebastian Kendlinger entsorgt die gesammelten Giftkräuter.

Engagegement für die Artenvielfalt

Damit das Kreuzkraut die Arentenvielfalt auf den Wiesen nicht zerstört, braucht es Aktionen wie die in Ostermünchen. Dafür werden noch weitere Freiwillige gesucht – egal welchen Alters. ob Jugendlich, Pferdebegeisterter oder einfach Naturfreund. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit an Claudi Ruff unter Telefon 01 75/2 60 14 28 wenden. Auch bei Fragen bezüglich des Kreuzkrautes steht sie gern mit Rat und Tat zur Seite, denn das Kreuzkraut taucht immer wieder auf. „Ich habe immer einen Ausstecher im Auto dabei“, sagt Heidi Mühlhölzl. Sieht sie das Unkraut, wird angehalten und ausgestochen. Denn die Kreuzkraut-Gefahr ist ernst und muss gebannt werden.

Hintergrund

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LFU) sieht das Kreuzkraut mit Sorge, da es Giftstoffe enthält, die sich auf die Nutztiere – besonders Rinder und Pferde – negativ auswirken können. Deshalb sucht es nach den Ursachen für die Ausbreitung und nach einer wirksamen Verdrängungsmethode. Die Technische Hochschule München erforscht Varianten, wie Wasser-Kreuzkraut zurückgedrängt werden kann.

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