Weg frei für vier Mehrfamilienhäuser in Heufeld

Nachdem die unterschiedlichen Sichtweisen von Marktgemeinde und Landratsamt ausgeräumt sind, können an der Pettenkoferstraße in Heufeld vier Mehrfamilienhäuser gebaut werden.
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Nachdem die unterschiedlichen Sichtweisen von Marktgemeinde und Landratsamt ausgeräumt sind, können an der Pettenkoferstraße in Heufeld vier Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Der Marktgemeinde Bruckmühl und das Landratsamt Rosenheim haben sich geeinigt und grünes Licht für den Bau von vier Einfamilienhäusern in Heufeld gegeben. Nun kann an der Pettenkoferstraße gebaut werden.

Von Torsten Neuwirth

Bruckmühl– In der jüngsten Marktausschuss-Sitzung lag dem Kommunalplenum ein Vorbescheidsantrag für vier Mehrfamilienhäuser an der Pettenkoferstraße im Ortsteil Heufeld auf dem Tisch. Der war von unterschiedlichen Bewertungen durch den Marktgemeinde und das Landratsamt (LRA) geprägt. Nach dem Austausch aller Pro- und Contra-Argumente wurde dem Bauvorhaben mehrheitlich (11:8) zugestimmt.

„Mit dem Vorbescheidsantrag möchte der Bauwerber die Möglichkeit der Realisation des großvolumigen Bauvorhabens abklopfen“, informierte Thomas Brückner von der Bauverwaltung. In einer Anfrage vom Dezember 2019 war die Rede von drei Mehrfamilienhäusern und einem Bürogebäude samt Tiefgarage.

Aus damaliger Sicht der Verwaltung war eine Einfügung der drei Wohnhäuser in die Bebauung gegeben. Mit dem Bürogebäude war auch dem gewerblichen Anteil für ein Mischgebiet gebührend Rechnung getragen. „Damit lag auch kein immissionsrechtliches Problem für das nördliche Gewerbegebiet vor“, so Brückner.

Kein Misch-, sondern Wohngebiet

Das LRA kam aber bei einer Ortseinsicht zu der Bewertung, dass die nähere Umgebung nicht wie im Flächennutzungsplan dargestellt als Mischgebiet, sondern als allgemeines Wohngebiet zu klassifizieren sei. Dort sind Bürogebäude unzulässig. „Daraufhin hat der Bauwerber seinen Antrag abgeändert und das Bürogebäude durch ein weiteres Wohngebäude ersetzt“, erklärte Brückner.

Der neu formulierte Antrag wurde im April vom Marktgemeinde abgelehnt. Grund waren „Schutzgedanken“ für das nördlich angrenzende Gewerbegebiet. Auch dies sah das LRA wiederum anders. Ein Baujurist teilte in einem Schreiben mit, dass die beabsichtigte Bebauung mit vier Wohnhäusern planungsrechtlich zulässig sei.

Baujurist weist auf Zulässigkeit hin

Gleichzeitig stellte die vorgesetzte Behörde klar, dass sie bei einem nochmaligen negativen Votum durch die Marktgemeinde das gemeindliche Einvernehmen ersetzen werde. Damit verband sie auch die Auflage, dass durch den Bauwerber ein Schallgutachten eingefordert wird. „Dadurch sollen die Interessen unserer Gemeinde berücksichtigt und das nördliche Gewerbegebiet nicht gefährdet werden“, stellte Brückner fest.

Nach seiner Darstellung kommt das vorliegende Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Lärmgrenzwerte teilweise nicht eingehalten werden können, und deswegen bauliche Maßnahmen an den Wohngebäuden durch den Antragsteller zu ergreifen sind. „Wenn dies so umgesetzt wird, gibt es keine negativen Auswirkungen auf das angrenzende Gewerbegebiet“, so das LRA.

Umgebungslärm muss geduldet werden

Anna Wallner (CSU/PW) wollte in der Beschlussfassung an das LRA auch die Duldung von Lärmbelästigungen durch den Schulsportplatz und die Ganztagsbetreuung mit aufgenommen haben. Grünen-Rat Stefan Mager plädierte aus Verkehrssicherheitsgründen für eine Verlegung der Tiefgaragen-Zufahrt in den nördlichen Grundstücksbereich. Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) klärte auf, dass die Gemeinde darauf keinen Einfluss habe.

Auch für OLB-Rat Richard Linke war die Tiefgaragenzufahrt von der Pettenkoferstraße ein Problempunkt. Er brachte etwaige Parkverbotsbereiche im betreffenden Straßenabschnitt ins Gespräch. Michael Stahuber (CSU/PW) missfiel die „extreme Baudichte“ auf dem Grundstück. Er bemängelte „fehlende, oberirdische Parkplätze“.

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