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Patenbitten in Ellmosen

„Frauenmarkt“ und Essen mit Lätzchen? Welche Prüfungen die Harthauser Feuerwehr bestehen musste

Erleichtert nimmt Sigi Raß (Mitte) die Urkunde zur Übernahme der Patenschaft von Bernhard Wagner (rechts) entgegen. Schirmherr Stephan Schlier (links) freut sich mit den beiden.
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Erleichtert nimmt Sigi Raß (Mitte) die Urkunde zur Übernahme der Patenschaft von Bernhard Wagner (rechts) entgegen. Schirmherr Stephan Schlier (links) freut sich mit den beiden.

Um einen Göd für die Fahnenweihe im nächsten Jahr zu erhalten, zog die Harthauser Feuerwehr zu ihren Kollegen nach Ellmosen zum Patenbitten. Im Kriechbaumer-Saal warteten einige Herausforderungen auf die Floriansjünger.

Bad Aibling/Ellmosen – Wie schwierig es ist, einen Paten zu gewinnen, erlebte die Harthauser Feuerwehr, als sie mit der entsprechenden Bitte bei ihren Kameraden in Ellmosen vorstellig wurden. Das Pattenbitten war nötig, weil die Harthauser 2023, im 148. Jahr ihres Bestehens erstmals eine Fahne erhalten. Wenn diese im Mai geweiht wird, braucht es dazu einen „Göd“, so verlangt es die Tradition.

Erscheinen löst keine Begeisterung aus

Letztlich wurde der Bitte entsprochen. Doch bevor Bernhard Wagner, Vorsitzender der Feuerwehr Ellmosen, die entsprechende Urkunde überreichte, mussten die Kollegen aus Harthausen einiges erdulden. Auch wenn sich die Bittsteller in Schale, sprich in Uniform geworfen hatten und mit musikalischer Begleitung in den Kriechbaumer-Saal in Ellmosen einzogen, löste das keine Begeisterung aus.

Hochzeit oder Frauenmarkt

Die Ellmosener wussten nicht, was sie von der Gesellschaft halten sollten, vermuteten gar eine Hochzeit oder einen „Frauenmarkt“, da die Harthauser fesche Frauen mitbrachten. Philipp Schlosser trat ans Mikrofon und berichtete in wohlgesetzten Versen von diversen Sitzungen, in welchen die Fahnenweihe besprochen wurde, man aber stets zum gemütlichen Teil übergegangen war, ohne an einen Paten zu denken.

Harte Feuerwehrschläuche als Unterlage

Sigi Raß fasste als Vorsitzender der Harthauser Wehr das Anliegen zusammen und Bernhard Wagner zitierte die „Obrigkeit“ der Nachbarn auf die Bühne. Was „gnädig“ aussah, nämlich dass statt kantiger Holzscheite Feuerwehrschläuche als Unterlage zum Knien auf die Bittsteller warteten, erwies sich als Trugschluss.

Bürgermeister Stephan Schlier ist Schirmherr

Mit Druckluft befüllt waren diese genauso hart. „Jetzt woll ma schaun, obs wos verdrong und olle ham an großen Mong“, informierte Wagner die Schaulustigen, neben Fahnenmutter Claudia Schwaller und Fahnenbraut Elisabeth Lindl auch Ehren-Kreisbrandinspektor Sepp Glaser und Bürgermeister Stephan Schlier, der die Schirmherrschaft zur Fahnenweihe übernimmt.

Essen mit Lätzchen

Schlier, selbst Mitglied der Harthauser Wehr, nahm zunächst auf einer komfortablen „Ersatzbank“ Platz, musste aber „eingewechselt“ werden. Nachdem die „Lätzchen“ umgebunden waren, nahmen Vorsitzender Raß, dessen Stellvertreter Quirin Weigl, Kommandant Andres Lindl und sein „Vize“ Andreas Maier, Festleiter Marinus Brandl und der künftige Fähnrich Christian Moritz ihre wenig komfortablen Plätze ein.

Pfannkuchensuppe mit Fingern essen

Zur Seite stand jedem seine „persönliche Bedienung“. Dies sollte sich im Lauf des Abends als hilfreich erweisen, trieb das Menü doch so manchem die Schweißperlen auf die Stirn. Mit musikalischer Begleitung und von Martin Schweiger humorvoll moderiert, begab sich das Sextett ans Werk. Leicht wurde es den Kameraden nicht gemacht, denn die Ellmosener gingen davon aus, dass sich der Gebrauch von Besteck in Harthausen noch nicht durchgesetzt hat. Folglich wurde Pfannkuchensuppe und „gsoizna Fisch“ mit gewaschenen Fingern verzehrt.

Der künftige Fähnrich Christian Moritz, Kommandant Andreas Lindl, stellvertretender Vorsitzender Quirin Weigl, Vorsitzender Sigi Raß, stellvertretender Kommandant Andreas Maier und Festleiter Marinus Brandl (von links) mussten ihre Aufnahmefähigkeit an Speisen und Getränken beweisen

Fisch mit Kamillentee

Zu jedem Gang gab es ein passendes Getränk. Während der „süaße Schnaps“ zur Suppe hingenommen wurde, erkannten die Anwesenden an den Gesichtsausdrücken, dass der zum Fisch gereichte „Kamillentee mit Bierschaum-Krone“ kein kulinarischer Hochgenuss war. Weiter ging es mit Schweinsbraten, zudem ein Knödel in der Größe eines doppelten Tennisballs und eine Maß Bier gereicht wurde. Hier musste der Schirmherr eingreifen.

Kaiserschmarrn mit Apfeldauch

Raß kapitulierte. Schlier kniete sich neben ihn, um den Rest von Braten und Knödel zu verzehren. Zum Abschluss reichten die Bedienungen „Kaiserschmarrn mit Apfeldauch“. Wieder war Hilfe nötig: So unterstützte unter anderem Fahnenbraut Elisabeth ihren Vater Andreas. Gemeinsam wurde auch der Dessert-Teller geleert. Diese Probe bestanden die Harthauser. Wagner rief zur Abstimmung auf. Sie fiel klar zugunsten der Bittsteller aus. Der Patenschaft stand nichts mehr im Weg.

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Die Harthauser hatten noch ein Geschenk parat. Claudia Schwaller bestückte einen großen Leiterwagen mit fester und flüssiger Nahrung, die nach Einsätzen oder bei Zusammenkünften zur Brotzeit ihre Abnehmer im Ellmosen findet. MG

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