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EIN JAHRHUNDERT SOZIALEN ENGAGEMENTS

Frauenbund Bruckmühl ist 100 Jahre alt geworden – Feierlicher Gottesdienst am Sonntag

Die aktuelle Vorstandschaft des Frauenbunds Bruckmühl: (von rechts) Anni Niedermair (Vorsitzende), Pfarrer Augustin Butacu (geistlicher Beirat), Uschi Fuchs (stellvertretende Schatzmeisterin), Maria Heidenthaler (Revisorin) , Marlene Obermayr (Beisitzerin), Emmi Geiger (Schriftführerin), Christa Höppler (stellvertretende Vorsitzende), Erika Bannert und Ute Janker (Beisitzerinnen), Lydia Keller (Schatzmeisterin) und Edeltraud Heinritzi (stellvertretende Schriftführerin und Delegierte). Nicht auf dem Bild ist Hermine Obermeyer (Revisorin).
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Die aktuelle Vorstandschaft des Frauenbunds Bruckmühl: (von rechts) Anni Niedermair (Vorsitzende), Pfarrer Augustin Butacu (geistlicher Beirat), Uschi Fuchs (stellvertretende Schatzmeisterin), Maria Heidenthaler (Revisorin) , Marlene Obermayr (Beisitzerin), Emmi Geiger (Schriftführerin), Christa Höppler (stellvertretende Vorsitzende), Erika Bannert und Ute Janker (Beisitzerinnen), Lydia Keller (Schatzmeisterin) und Edeltraud Heinritzi (stellvertretende Schriftführerin und Delegierte). Nicht auf dem Bild ist Hermine Obermeyer (Revisorin).
  • VonJohann Baumann
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Dieser Tage feiert der Katholische Frauenbund Bruckmühl seinen 100. Geburtstag. Aufgrund der Corona-Pandemie in aller Stille und ohne Feierlichkeiten, doch zumindest mit einem Gottesdienst am kommenden Sonntag und mit einer gebührenden Würdigung in der Online-Heimatzeitung.

Bruckmühl – „Am Sonntag, den 17. April nachmitttags fand im Stahuberschen Gasthaus in Kirchdorf (dem heutigen „Großer Wirt“) eine Versammlung statt, die sich zur Aufgabe stellte, dem Katholishen Frauenbund Aibling einen Zweigverein Bruckmühl-Kirchdorf anreihen zu können.“ Mit diesen Worten wurde vor 100 Jahren in feinster Sütterlin-Schrift die Gründung des Bruckmühler Ortsvereins im Heft der Schriftführerin verewigt.

Engagierte Frauen vereinen sich 1921

Die Gründungs-Vorstandschaft des neuen katholischen Zweigvereins Bruckmühl setzte sich demnach wie folgt zusammen: „Vorsitzende Frau Maria Reichl, Stellvertreterin Frau Hauptlehrer Sturm, Schriftführerin und Kassierin Frau M. Reitmeier. Neben sieben Beisitzenden wurden H. H. Pfarrer Georg Stuhlreiter als geistlicher Beirat gewählt und H. Kooperator Eugen Ismayr als sein Stellvertreter.“

Das Programm der Frauenbund-Versammlung vom 11. Februar 1926.

In einem Eintrag im Jahr 1926 wird berichtet, dass Pater Rupert Mayer – NS-Kritiker und 1987 selig gesprochen – am 31. August als Gast bei einer Versammlung im „Garnreiter-Saal“, dem späteren Gasthof „Zur Post“, begrüßt wurde.

NS-Regime bringt Verein zum Erliegen

In der nationalsozialistischen Zeit kam ab 1937 das Vereinsleben des Bruckmühler Frauenbundes zum Erliegen und wurde erst 1957 mit der Wahl von Anni Wachinger zur Vorsitzenden wieder zum Leben erweckt. Als ihre Amtsnachfolgerinnen schlossen sich an: Marianne Bernhofer (1973 bis 1997) und Maria Heidenthaler (1997 bis 2012).

Seit 2012 leitet Anni Niedermair die Geschicke des Vereins, der derzeit rund 180 Mitglieder umfasst. Zur Vorstandschaft gehört auch ein geistlicher Beirat, dessen Funktion beim Frauenbund Bruckmühl üblicherweise vom Pfarrer – aktuell also von Augustin Butacu – wahrgenommen wird. Einer seiner Vorgänger war Pfarrer Alois Namberger, der von 1957 bis zu seinem Tod 1987 dieses Amt ausübte.

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„Das KDFB-Vereinsziel ist gleich geblieben, aber die Themen-Schwerpunkte haben sich im Laufe der 100 Jahre geändert“, beschreibt Anni Niedermair die Entwicklung. Während in den ersten Jahrzehnten besonders die Grundrechte der Frauen im Vordergrund standen, setzte sich der KDFB in jüngerer Zeit unter anderem für die Einführung der Mütterrente, für die Zulassung von Frauen für Weiheämter in der Kirche und gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen ein.

Auf dieser Seite des Schriftführungsbuches ist die zur Gründung 1921 gewählte Vorstandschaft aufgeführt.

Zu den Tätigkeitsfeldern des KDFB gehören heute Bereiche wie Verbraucher-Service, Familienpflegewerk und Landfrauenvereinigung.

Neben den kirchlichen und gesellschaftlichen Themen engagiert sich der Frauenbund Bruckmühl seit jeher auch in sozialer Hinsicht. So wurden bis in die 90er-Jahre Hilfssendungen für Afrika und Osteuropa organisiert.

Soziales Engagement für die Region

Danach unterstützte der Verein beispielsweise die Renovierung der Pfarrkirche Herz Jesu und des Pfarrheims sowie die Anschaffung der neuen Orgel für die Pfarrkirche. Seit einigen Jahren werden soziale Einrichtungen in der Region mit Spenden bedacht. Die Spendengelder wurden früher unter anderem aus einer jährlichen Tombola generiert. Heute stammen sie aus dem Erlös der Adventskranz-Aktionen und aus den freiwilligen Zuwendungen der Gäste von Veranstaltungen für Kaffee und Kuchen.

Der Bruckmühler Frauenbund initiierte den inzwischen von der Marktgemeinde durchgeführten Kinderfasching und beteiligte sich zwischen 1998 und 2018 auch am gemeindlichen Ferienprogramm. Neben der Wissensvermittlung durch regelmäßige Fachvorträge wird seit der Gründung auch das Vereinsleben groß geschrieben.

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Vor dem Bau des Pfarrheims im Jahr 1969 trafen sich die Frauen unter anderem im Café „Sulzberger“, im Gasthof „Zur Post“, in der „Bahnhofsgaststätte“ und im Gasthof „Strangl“ – dem heutigen „Brückenwirt“.

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen aktuell die Maiandacht, der Gottesdienst mit Krankensalbung, der Dankgottesdienst mit Totengedenken, der Adventsbasar und eine vorweihnachtliche Feier.

Einer der Ausflüge führte 2009 zum Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg im Innviertel in Oberösterreich.

„Unsere Frauen waren schon immer sehr reiselustig, nicht nur wenn es um die früher jährlich stattfindenden Wallfahrten nach Altötting ging“, berichtet Edeltraud Heinritzi. Inzwischen führen die jährlichen Wallfahrten – immer mit Textbegleitung durch den geistlichen Beirat – zu unterschiedlichen Marienwallfahrtsorten bis nach Österreich. Neben „Fahrten ins Blaue“ werden auch Ausflüge zu Zielen in Bayern und Österreich unternommen. Dabei werden zur Vermittlung von Kulturgut Städte, Kirchen, Schlösser, Museen und kulturelle Veranstaltungen, aber auch Unternehmen besucht.

„Leider fallen momentan fast alle unsere Aktivitäten der Pandemie zum Opfer“, beklagt Heinritzi. Aus diesem Grund müssen auch die Jubiläumsfeierlichkeiten ausfallen. Das 100-jährige Bestehen wird am Sonntag, 25. April, mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Herz Jesu begangen. Die weltliche Feier soll 2022 nachgeholt werden.

Historische Fakten

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein eingetragener Verein ökumenisch engagierter Frauen mit deutschlandweit rund 200 000 Mitgliedern in etwa 2000 Zweigvereinen, verteilt auf 21 Diözesen. Ziel des Vereins ist es, am Aufbau einer Gesellschaft und Kirche mitzuwirken, in der Frauen und Männer partnerschaftlich zusammenleben und gemeinsam Verantwortung tragen für die Zukunft in einer friedlichen, gerechten und für alle lebenswerten Welt.

Der KDFB wurde 1903 in Köln von Emilie Hopmann gegründet. Auf Initiative von Ellen Ammann schlossen sich 1911 alle bestehenden bayerischen Zweigvereine zum „Bayerischen Landesverband des Katholischen Frauenbundes“ zusammen, der die mitgliederstärkste Einheit des KDFB bildet. 1921 wurde der Zweigverein Bruckmühl ins Leben gerufen, der jetzt sein 100-jähriges Bestehen feiert.

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