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Glückliche Kühe, handgemachter Käse

Franz Stuffer aus Bad Feilnbach setzt auf regionale Produkte – Käse-Manufaktur in München

Mut zu Außergewöhnlichem haben die drei Gründer der ersten Münchener Käse Manufaktur Franz Stuffer, Johannes Klappacher (von links) und Sebastian Kreuels (rechts) nicht nur für einen Marsch über den Münchener Marienplatz. Die Milch für ihren handgemachten Käse kommt vom Biohof von Leonhard Veicht vom Grafinger Nirschlhof.
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Mut zu Außergewöhnlichem haben die drei Gründer der ersten Münchener Käse Manufaktur Franz Stuffer, Johannes Klappacher (von links) und Sebastian Kreuels (rechts) nicht nur für einen Marsch über den Münchener Marienplatz. Die Milch für ihren handgemachten Käse kommt vom Biohof von Leonhard Veicht vom Grafinger Nirschlhof.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Franz Stuffer (34) aus Au bei Bad Feilnbach bringt den Geschmack der Berge in die Landeshauptstadt. Gemeinsam mit Johannes Klappacher (32) und Sebastian Kreuels (30) will er im Oktober die erste Münchner Käse Manufaktur eröffnen, um das Käsehandwerk nicht nur in den Bergen, sondern auch in München erlebbar zu machen.

Bad Feilnbach / München – Wichtig sind ihnen dabei Handwerk, Nachhaltigkeit, Tierwohl, ein verantwortungsbewusster Lebensstil und Regionalität. Ihr Konzept: Die frische Bioheumilch für ihren Käse kommt vom Nirschlhof in Grafing. „Weidehaltung im Sommer, kräuterreiches Heu im Winter, kuhgebundene Kälberaufzucht und Tiere, die ihre Hörner behalten dürfen – all das wird man schmecken“, erklärt Stuffer.

Der 34-jährige ist Käsemeister, hat zuletzt eine Naturkäserei geleitet. Er weiß, dass man den Unterschied zwischen handgemachtem und industriell gefertigtem Käse schmeckt. Er freut sich darauf, Käse wieder mit seinen eigenen Händen zu kreieren und mit regionalen Zutaten wie Brezen, Bier, Kräutern oder Bad Feilnbacher Obstbrand zu verfeinern. .„In unserer gläsernen Manufaktur mit Käsekessel und Reiferaum können uns die Kunden über die Schulter schauen und sehen, wie Käse gemacht wird.“

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An jeder Ecke entstehen Craft-Bier-Brauereien oder Kaffeeröstereien, aber keiner habe sich des Themas Käse angenommen, erklärt Ideengeber Johannes Klappacher seine Motivation. Und Gründungspartner Sebastian Kreuels ergänzt: „Uns geht es um ein Gesamtpaket. Wir wollen mit unserem Käse einen Wandel in der Lebensmittelwahrnehmung schaffen.“

Kunden bevorzugen regionale Produkte

Also wagen die drei den Sprung in die Selbstständigkeit – und das mit einer großen Portion Mut. Immerhin verzichtet Familienvater Franz Stuffer für die Idee auf eine sichere Festanstellung. Er stellt sich dem Wagnis, denn: „Corona hat die Lebensmittellandschaft durcheinandergewirbelt. Mit einem positiven Effekt: Verbraucher leben bewusster, kochen wieder viel mehr selbst und kaufen vermehrt regionale, hochwertige Lebensmittel.“

Um sicher zu gehen, dass bewusstere Ernährung auch auf ihre Idee von handgemachtem Käse zutrifft, starteten die drei eine eigene Umfrage – mit dem Ergebnis, dass 93 Prozent der Befragten regionale Produkte bevorzugen, auch wenn sie mehr kosten.

Neue Käsekreationen bei der Kundschaft gefragt

Der zweite Test: Ihre Crowdfunding-Kampagne, die am 30. Juni begann und noch bis zum 31. Juli läuft. „Wenn wir dort keinen Zuspruch erhalten hätten, wäre das für uns ein Zeichen gewesen, dass unsere Idee doch zu romantisch und nicht gefragt ist“, erklärt Stuffer. Doch das Interesse ist überwältigend. Bis zum 29. Juli waren bereits 42.585 Euro zusammengekommen. Der erste Schritt auf dem Weg zur Münchner Käse Manufaktur ist getan.

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„Unser Projekt soll von der emotionalen Verbindung zu den Kunden leben“, erklärt Stuffer. Zu 457 Menschen besteht diese nun bereits. Sie haben den drei jungen Männern einen Vertrauensvorschuss gegeben und unter anderem in Käse-Genussboxen, Brotzeiten-Kisten, Grillpakete, Tastings oder Firmenevents investiert. Einer der Unterstützer ist Michael Mayer: „Mir ist es wichtig, jungen Firmen zu helfen, die nachhaltige Lebensmittel aus regionalen Produkten mit kurzen Wergen herstellen wollen“, erklärt er und ergänzt: „Außerdem mag ich Käse und freue mich, wenn es neue Kreationen gibt.“

Derzeit sind Johannes Klappacher, Sebastian Kreuels und Franz Stuffer auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie. Im August gründen sie ihre GmbH. Im Oktober soll die Produktion starten. „Pünktlich vor Weihnachten“, versichert Stuffer, „werden wir unsere ersten Produkte ausliefern.“

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