Flexen, Schneiden Hämmern für die Gestaltung des Tuntenhausener Kreisels

Garten- und Landschaftsbauer Wolfgang Schmidt mit der fertigen Schablone für den Baum. Stache

Den Kreisel an der Staatsstraße 2358 in Tuntenhausen gibt es schon lange. Und eigentlich war er immer ein Schandfleck. Das soll sich jetzt ändern: Die Gemeinde gibt circa 10000 Euro für ein Wappen und Bepflanzung aus. Garten- und Landschaftsbauer entreißt die Symbole der Orte dem Granit.

von Werner Stache

Tuntenhausen– Immer wieder wurde seine Bepflanzung monier. Nun wird sich daran etwas ändern. Die Bepflanzung wurde erneuert und mittendrin wird künftig das Wappen der Gemeinde Tuntenhausen zu sehen sein.

„Der optische Zustand des Kreisels war schon lange nicht mehr sehenswert“, sagt auch Bürgermeister Georg Weigl. Aber bisher stimmte das Staatliche Bauamt einer Neubepflanzung und Pflege durch die Gemeinde einfach nicht zu. Nach intensiven Gesprächen konnte Weigl nun eine Änderung erreichen: Der Kreisel darf bepflanzt und das Gemeindewappen angebracht werden.

Ein Wappen für die Ewigkeit

Lange überlegte man sich in der Gemeinde, wie man das Wappen gestalten könnte. Letztlich entschied man sich für Granit – den Naturstein für die Ewigkeit. Umsetzen sollte das Werk Wolfgang Schmidt, Garten- und Landschaftsbauer aus Ostermünchen, der schon mehrfach für die Gemeinde tätig war.

Doch wie? Lange grübelten Schmidt sowie Annegret Schubert und Bernhard Krichbaumer von der Gemeinde. Zwecks einer dauerhaften Lösung entschieden sie sich für ein Wappen aus Naturstein. Besonders stolz ist Schmidt, dass es ihm gelungen ist, einen Naturstein aus dem Bayerischen Wald zu bekommen und keinen aus China importierten.

Stein belebt die Symbole

„Ich arbeite sehr gern mit Naturstein“, bekundet der Ostermünchner: „Das Material gibt einem viele Möglichkeiten.“ So auch hier: Farbige Steine sollen das Wappen prägen. Vertiefungen werden beispielsweise bei der Darstellung der Kirche das Objekt und deren Konturen herausheben.

Schmidt begann mit den Zeichnungen und der Vergrößerung des Wappens. Hier half ihm Christian Biermoser, der mittels eines Plotters das Wappen auf die benötigte Größe druckte. Diese Skizze wurde dann auf den Stein gelegt, und das „Ausschneiden“ konnte beginnen.

Kein leichtes Unterfangen. Allein der Baum – er steht für Hohenthann – ist 2,75 Meter hoch und 2,47 Meter breit. Vier verschiedene Maschinen waren notwendig, um die gewundenen Kurven und Ecken des Baumes aus dem Naturstein zu schleifen. Sicher der schwierigste Teil des Projektes.

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Aber auch die Strukturen der Basilika erforderten viel Feinschliff. Tagelang schnitt Schmidt. Es rauchte und staubte in der Werkstatt in Weiching. Beppo Kendlinger unterstützte Schmidt. Er musste immer wieder Wasser spritzen, um den Staub einzudämmen.

Von Tag zu Tag wurde das Wappen schließlich immer besser sichtbar, und in wenigen Tagen wird es dann auch am Kreisel in Tuntenhausen eingebaut werden.

Das Wappen der Gemeinde Tuntenhausen ist etwas Besonderes. Es erinnert an die Gebietsreform im Jahre 1978. Damals wurde die Gemeinde Tuntenhausen aus den ehemaligen Gemeinden Beyharting, Hohenthann, Tuntenhausen und dem größten Teil der Gemeinde Lampferding gebildet.

Ganze Gemeinde symbolisch verewigt

In das neue Gemeindewappen wurden deshalb naheliegend Symbole aus den alten Wappen der Gemeinden Beyharting, Hohenthann und Tuntenhausen übernommen. Mittelpunkt des Wappens bildet die im 16. Jahrhundert erbaute zweitürmige Westfassade der Wallfahrtskirche von Tuntenhausen.

Tuntenhausen entwickelte sich seit dem 15. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Marienwallfahrten Oberbayerns. Seit dem 13. Jahrhundert war die Marienpfarrkirche dem Augustiner-Chorherrenstift Beyharting zugeordnet. Aus dem Wappen dieses Klosters stammt die Osterfahne.

Die Tanne wiederum wurde aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Hohenthann übernommen und steht für den Ortsnamen.

In die Neugestaltung des Tuntenhausener Kreisels investiert die Gemeinde circa 10 000 Euro. Neben Garten- und Landschaftsbauer Schmidt beteiligte sich daran auch der Obst- und Gartenbauverein Tuntenhausen. Neugestaltet wurde auch der Kreisel in Thal. Er gleicht jetzt einem Margeritenmeer.

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