LESERFORUM

Flächenfraß in Tuntenhausen

Leserbrief zum Beitrag „Quo vadis Tuntenhausen“ im Lokalteil:

„Wie Paragraf 13b des Baugesetzbuches die Verschwendung von Natur beschleunigt, zeigt die Gemeinde Tuntenhausen. Es fällt auf, dass in Tuntenhausen, kurz vor Auslaufen des §13b, viele neue Baugebiete beschlossen wurden, allein zwei davon in Hohenthann, eines davon direkt neben einem Biotop! Paragraf 1 des BauGB (Innen- vor Außenbebauung), bleibt völlig unberücksichtigt. Bürgermeister Georg Weigl argumentiert mit hohem Bedarf an Baugrund für Einheimische. Wie glaubhaft ist das, angesichts eines seit zehn Jahren im Gemeindebesitz befindlichen Grundstückes in Hohenthann, welches man schon längst Einheimischen hätte anbieten können?

Warum tut man das nicht, sondern akquiriert immer neue Baugebiete? Spekuliert man vielleicht auf weiter steigende Bodenpreise? Natur und Landwirtschaft scheinen Bürgermeister Weigl nicht so wichtig zu sein. Er nimmt unserer Landwirtschaft immer mehr Fläche weg, die unwiederbringlich verloren ist. Dabei kommen beim Tuntenhausener Modell nur 50 Prozent der Fläche Einheimischen zugute, die anderen 50 Prozent gehen in den privaten Verkauf, fördern damit den Zuzug Ortsfremder, die nach zehn Jahren als „Einheimische“ das Schneeballsystem weiterführen.

Durch die überwiegende Bebauung mit Einfamilienhäusern steht der Zugewinn an neuem Wohnraum in keinem Verhältnis zum Flächen-/Naturverbrauch. Darüber hinaus zerstört das expotenzielle Wachstum die ländliche und historisch gewachsene Struktur und drängt die wirklichen Einheimischen, deren Vorfahren bereits hier gelebt haben, in die Minderheit. Hier ist ein Umdenken, vor allem beim Bürgermeister, längst überfällig. Es werden dringend neue Konzepte städtebaulicher Entwicklung benötigt, statt mit einem neuen Flächennutzungsplan so weiterzumachen wie bisher.

Michael Haupert

Hohenthann

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