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Auf den Ernstfall vorbereitet

Ob Blackout oder andere Krise – warum sich das Feldollinger Klärwerk vorsorglich rüstet

Das Notstromaggregat der Kläranlage in Feldolling ist in die Jahre gekommen. Um den Ernstfall zu überbrücken, wurde jetzt ein leistungsstärkeres Gerät bestellt, das allerdings auch erst Ende des Jahres geliefert werden kann.
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Das Notstromaggregat der Kläranlage in Feldolling ist in die Jahre gekommen. Um den Ernstfall zu überbrücken, wurde jetzt ein leistungsstärkeres Gerät bestellt, das allerdings auch erst Ende des Jahres geliefert werden kann.
  • VonManfred Merk
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Brauchen Kommunen wegen des Ukraine-Krieges neue Notfallkonzepte? Feldkirchen-Westerham denkt voraus und will sein Klärwerk in Feldolling mit neuen Notstromaggregaten ausstatten. Es war nicht leicht, Angebote zu bekommen.

Feldkirchen-Westerham – Die Unsicherheit der Energieversorgung in Deutschland ist durch Putins Krieg gegen die Ukraine enorm gestiegen. Doch schon vor Beginn des Ukraine-Krieges hat der Katastrophenschutzstab des Landkreises Rosenheim die Kommunen dafür sensibilisiert, dass sie einen Plan B brauchen: Nämlich dann, wenn es zu lang anhaltenden Stromausfällen kommt. Und ohne Strom funktioniert nichts – kein Internet, kein Telefon, kein Digitalfunk, keine Heizung, keine Tankstelle, keine Wasserver- und auch keine Abwasserentsorgung.

Zu schwach für den Ernstfall

Die Kläranlage der Gemeinde Feldkirchen-Westerham im Ortsteil Feldolling besitzt eine mobile Notstromversorgung, doch ihre Stärke reicht für den Ernstfall nicht aus. Stromausfälle bis zu zwei Stunden könnte sie abfedern. Bei längeren Ausfällen allerdings würde sie schlapp machen. Mit dem Ergebnis, dass die Kläranlage Feldolling nicht betrieben werden könnte und ausfallen würde.

Was das im Ernstfall bedeutet, kann sich jeder vorstellen: Abwässer und Fäkalien würden zurückstauen und an den tiefsten Punkten der Kanalisation austreten. Um das zu verhindern, soll das alte Notstromaggregat für das Klärwerk jetzt durch ein neues ersetzt werden. Mitarbeiter des Klärwerkes und der Verwaltung legten dem Gemeinderat daher ans Herz, ein Notstromaggregat mit einer Leistung von 175 bis 200 KVA anzuschaffen, da das Klärwerk zu den kritischen und extrem sensiblen Einrichtungen der Infrastruktur gehört. Die Bauverwaltung hat sechs Firmen um ein Angebot gebeten.

Teuerster Anbieter veranschlagt fast 50000 Euro

Eingegangen sind drei Angebote. Und auch die zeigen, dass der Markt leergefegt ist, da sich gerade alle auf den Ernstfall vorbereiten. Der teuerste Anbieter versprach eine Lieferzeit von 14 Wochen und rief einen Preis von 48 685 Euro brutto (Leistung 200 KVA) auf. Der günstigste Anbieter könnte voraussichtlich im ersten Quartal 2023 liefern und veranschlagte 37 330 Euro brutto, allerdings nur für eine Leistung von 175 KVA.

Ende des Jahres würde der dritte Anbieter liefern. Dieses Notstromaggregat hätte eine Leistung von 200 KVA und würde 37 637 Euro brutto kosten. Einstimmig entschied sich der Gemeinderat für das letztere und wirtschaftlichste Angebot, bei dem Leistung und die Lieferzeit von circa sechs Monaten passen.

Im Zuge der Umrüstung sind noch zusätzliche Nebenleistungen wie Anschlussarbeiten oder Rückbauten notwendig. Daher wurden im aktuellen Haushalt vorsorglich 50 000 Euro eingestellt.

Dieselmotor läuft acht Stunden lang

Angetrieben wird auch das neue Notstromaggregat mit einem Dieselmotor. Der Treibstoff im eigenen Tank reicht für etwa acht Stunden. Ein längerer Betrieb soll im Katastrophenschutzplan der Gemeinde berücksichtigt und eingearbeitet werden. Auch das alte, in Feldolling dann ausrangierte Gerät wird noch gebraucht. Es soll später in anderen Pumpstationen im Außenbereich und im Klärwerk in Höhenrain-Thal zum Einsatz kommen.

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