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Vom „to go“ zum Verweilen

Feldkirchen-Westerhamer Bücherei braucht mehr Raum – Kleiner Anbau reicht nicht

Willkommen in der künftigen Leselounge der Gemeindebücherei. Leiterin Lena Reichl möchte unterm Dach des denkmalgeschützten Gebäudes einen gemütlichen Raum zum Verweilen schaffen. Hier soll künftig die schöngeistige Literatur im Ambiente von Sesseln und kleinen Tischen mit Leselampen angeboten werden.
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Willkommen in der künftigen Leselounge der Gemeindebücherei. Leiterin Lena Reichl möchte unterm Dach des denkmalgeschützten Gebäudes einen gemütlichen Raum zum Verweilen schaffen. Hier soll künftig die schöngeistige Literatur im Ambiente von Sesseln und kleinen Tischen mit Leselampen angeboten werden.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Bücherei in Feldkirchen ist etwas ganz Besonderes, doch sie platzt aus allen Nähten. Warum ein kleiner Anbau nicht reicht, sondern die geplante Neugestaltung des Dorfplatzes mit einem Ensemble aus Alt- und Neubau erforderlich ist, und welche neuen Perspektiven sie eröffnet, erklärt Büchereileiterin Lena Reichl.

Feldkirchen-Westerham – Auf drei Etagen finden die Leser mehr als 26 000 Medien. Das Angebot ist top aktuell. Jede Woche kommen an die 100 Bücher, Zeitschriften, DVD, Hörbücher oder Spiele hinzu. Leiterin Lena Reichl und Andrea Seeger stehen 63 ehrenamtliche Helfer zur Seite. Sie widmen die Vormittage den Kindereinrichtungen und Schulen. An den Nachmittagen und sonntags öffnet die Bücherei für Leser aller Altersgruppen. Die Ausleihe ist kostenlos.

Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham trägt alle Kosten für einen unbeschränkten Zugang zu Bildung. Perfekte Rahmenbedingungen also, könnte man meinen. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, mit wie viel Engagement das Bücherei-Team die Einrichtung belebt und Mankos vergessen macht.

Vollgestopft vom Keller bis unters Dach

Jeder Winkel des Hauses ist ausgenutzt: Regale an allen Wänden. Flohmarkt-Bücherkisten, wo es der Platz noch hergibt. Vereinzelt ein paar Stühle. Für gemütliche Lese- oder Spielecken fehlt der Platz. Ein winziger Raum ist Büro und Teeküche zugleich. Hier muss man sich entscheiden, ob man Bücher einarbeitet oder Butterbrezen für eine Veranstaltung vorbereitet. Beides gleichzeitig geht nicht. An den Vormittagen können die Bibliothekarinnen an der Ausleihe arbeiten. Doch während der Öffnungszeiten wird der Platz gebraucht. Garderoben gibt es nicht. Der Keller wird als Lager genutzt. Die Bücherei ist proppevoll – vom Keller bis unters Dach.

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„Unser Haus hat Atmosphäre, aber keinen Platz zum Verweilen. Momentan sind wir leider nur eine Bücherei to go“, bedauert Lena Reichl. Für Veranstaltungen werden die Regale im Dachgeschoss beiseitegeschoben. Maximal 70 Besucher finden hier Platz. Erlaubt sind derzeit nur 35.

Mit der geplanten Neugestaltung des Dorfplatzes könnte sich das ändern. An einer Sanierung des historischen Gebäudes führt kein Weg vorbei – allein für zeitgemäßen Brandschutz und Statik. „Im neuen Mittelbau gewinnen wir wertvollen Raum dazu. Dort entsteht der Eingangsbereich mit den Theken für Ausleihe und Rückgabe. Dort werden barrierefreie Toiletten zu finden sein. Und dort steht uns künftig auch ein Multifunktionsraum zur Verfügung“, beschreibt Reichl.

Dieser soll das Angebot an audiovisuellen Medien und Zeitschriften beherbergen. „Dadurch wird der urige Dachboden mit seinen rustikalen Balken frei und kann als Leselounge gemütlich eingerichtet werden“, freut sich Reich auf die neuen Möglichkeiten und den ersehnten Platz zum Schmökern. Sie stellt sich zwischen den Regalen mit schöngeistiger Literatur gemütliche Ecken mit Sesseln, Couchtischen und Leselampen vor. „Unsere Leser sollen hier entspannt Zeit verbringen, sich eine Auszeit vom Alltag nehmen können“, wünscht sie sich.

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Auf der gleichen Etage geht es künftig hinaus auf die Sonnenterrasse, die im Sommer zum Lesen inmitten von Grün einlädt. In den frei werdenden Räumen im ersten Geschoss werden die dringend erforderlichen Büros und Lager eingerichtet. Das Erdgeschoss ist auch künftig den Kindern vorbehalten. „Nur dass wir dann endlich auch Platz für Spiel- und Kuschelecken haben“, so die Büchereileiterin: „Im benachbarten Multifunktionsraum können dann die vielen Brettspiele endlich auch mal gespielt werden.“

Doch nicht nur das: Er wird mit Veranstaltungstechnik ausgestattet, bietet 144 Besuchern Platz, kann für Lesungen, Filmnachmittage, Theateraufführungen, Arbeitstreffen, für die Schulpaten , den Buchclub oder zum Lernen genutzt werden, denn: „Warum sollen Schüler ihre Referate nicht auch hier bei uns in der Bücherei ausarbeiten. Hier gibt es die Literatur. Hier könnten sie in Ruhe arbeiten.“

Synergien für mehr Lebendigkeit

„Um eine Bücherei zum Verweilen zu werden, brauchen wir mehr Platz, dafür reicht ein kleiner Anbau nicht aus“, betont die Büchereileiterin. Zudem sei die direkte Nachbarschaft von Bücherei und Volkshochschule im Zentrum von Feldkirchen für alle ein Gewinn, biete kurze Wege und jede Menge Synergien. „Mit dem Neubau könnten wir endlich unserem Auftrag als kultureller Treffpunkt nachkommen“, blickt Lena Reichl voraus: „Es wird viel lebendiger werden.“

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