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Recherchen des Senioren- und Heimatvereins

Wie rund 1300 Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg in Feldkirchen-Westerham gestrandet sind

Gabi Köstler erinnerte an die viele jahrzehntelange Tradition der Bücherei, die ihre Großmutter Charlotte Hertzberg gegründet hatte.
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Gabi Köstler erinnerte an die viele jahrzehntelange Tradition der Bücherei, die ihre Großmutter Charlotte Hertzberg gegründet hatte.
  • VonManfred Merk
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Fast 1300 Menschen strandeten nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Wie sie aufgenommen wurden und wie es ihnen ergangen ist, hat der Senioren- und Heimatverein recherchiert.

Feldkirchen-Westerham – Nach sechs schrecklichen Jahren war der Zweite Weltkrieg, der rund 60 Millionen Menschen das Leben kostete, zu Ende gegangen. Am 8. Mai 1945 wurde die totale Kapitulation des Deutschen Reiches unterschrieben. Wie wurden die zwei Millionen Flüchtlinge, die nach Bayern gekommen sind, aufgenommen? Wie sind sie in den bis 1972 eigenständigen Gemeinden Feldkirchen, Höhenrain und Vagen untergebracht worden? Viele Daten und Überlieferungen aus diesen ersten Nachkriegsjahren in der Region haben Alfred Trageser und Wilfried Hauffen vom Senioren- und Heimatverein Feldkirchen-Westerham zusammengetragen und kürzlich im Schützen- und Trachtenheim mehr als 60 interessierten Zuhörern gezeigt.

Rückblick: Am 14. Februar 1946 hatte die Gemeinde Feldkirchen zusammen 1405 Einwohner, die 410 Neubürger mitgezählt. Die damals größere Gemeinde Vagen, zu der auch Westerham und Feldolling gehörten, hatte einschließlich der 564 Neubürger 1927 Einwohner. Und Höhenrain, die bis 1978 eigenständige Kommune? 870 Einwohner, darunter 307 Neubürger.

Mehr Informationen aus dem Mangfalltal finden Sie hier.

Ob die zwei Millionen Flüchtlinge in Bayern eine fremde, kalte oder neue Heimat gefunden haben? Regional gesehen war das sicher unterschiedlich. Im Westen des bis zur Gebietsreform (1972) bestehenden Landkreises Aibling dürfte Letzteres zutreffen, wie es Alfred Trageser und Wilfried Hauffen anhand von offiziellen Unterlagen nachweisen konnten.

Ortsstraßen sollen an zurückgelassene Heimat erinnern

Als Zeichen der Eingliederung kann neben anderen Ereignissen die Namensgebung von Ortsstraßen gesehen werden, die an die zurückgelassene Heimat erinnern sollten: Ostlandweg, Sudetenweg, Schlesierweg, Siedlerweg. Auch die Gründung kleiner Läden oder großer Firmen waren Themen in diesem Rückblick. Wenn die Rede von „Schreibwaren-Zeitungen-Bücher“ ist, dann fallen die Namen aus drei Generationen: Charlotte Hertzberg, Helga Forstner und Gabi Köstler.

Ein alter und doch jung gebliebener Begriff: Das Strickwarenwerk Ferdinand Hübner hat nach der Vertreibung klein angefangen und ist im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Unternehmen in der Textilbranche aufgestiegen. Von persönlichen Erlebnissen ihrer damals vertriebenen Eltern erzählten Klaus Dank, Erhard Siml und Franz Thielmann. Anstatt des Eintritts gingen die gespendeten 580 Euro an das Soziale Netzwerk zur Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge.

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