Feldkirchen-Westerham: Treibholz gestoppt

Die Wildholzrechen an der Leitzach halten hunderte Kubikmeter Treibholz zurück.
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Die Wildholzrechen an der Leitzach halten hunderte Kubikmeter Treibholz zurück.

Wildholzrechen in Leitzach und Mangfall halten Unmengen von Treibholz zurück. Dieser Hochwasserschutz ist unerlässlich, wie ein Blick ins Jahr 1999 zurück zeigt. Auf ihrem Weg von Gmund am Tegernsee bis zum Inn in Rosenheim bleibt die Mangfall nicht allein

Feldkirchen-Westerham – . Südwestich von Westerham nimmt der Fluss die Leitzach, die aus der Gegend um Bayrischzell kommt, ins gemeinsame Flussbett mit auf. Bei so starken Regenfällen, wie in den vergangenen Tagen, werden in beiden Flüssen jedes Mal Unmengen an Treibholz angeschwemmt. Kreuz und quer kommt es daher, es kann also gar nicht ausbleiben, dass es im Flussverlauf zu Widerständen mit sogenannten Verflechtungen kommt.

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Die Folge: Das Wasser staut sich auf, kann nicht mehr zügig ablaufen. Diese Extremsituation ist im Jahr 1999 eingetreten. Die Mangfall einschließlich Leitzach führte wieder einmal Hochwasser im absoluten Extrembereich. Der Durchlassbereich an der Brücke zwischen Feldolling und Bruckmühl wurde stündlich kleiner und enger. Der Pegelstand war am Anschlag angekommen.

Eine Lösung, das angeschwemmte Treibholz von den Brückenpfeilern wegzuziehen, nicht in Sicht. Oder doch? Vigil Neureither sen. startete damals eine lebensgefährliche Aktion.

Mit seinem Bagger fuhr er so nah als nur möglich an die Brücke heran und versuchte, das Treibholz aus dem Gestrüpp herauszureißen. Die Gefahr bestand, dass sich das Hochwasser einen anderen Weg sucht – neben der Brücke. Wenn dieses Szenario tatsächlich eingetreten wäre, dann hätte die Mangfall in Bruckmühl größte Schäden angerichtet.

Sogar von einer Sprengung war die Rede

„Die Situation war so ernst, dass wir sogar über eine Sprengung der Brücke nachgedacht haben“, erinnert sich der Bruckmühler Alt-Bürgermeister Franz Heinritzi: „Die Löcher für die beabsichtigte Sprengung waren schon gebohrt.“ In Verbindung mit anderen Maßnahmen hätte das Hochwasser abgeleitet und über einen anderen Weg wieder in die Mangfall zurückgeleitet werden müssen. Mit dem Bau der Wildholzrechen an der Mangfall und der Leitzach wurde diese schwierige Situation weitgehend entschärft.

Manfred Merk

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