Bau eines Rückhaltebeckens

Feldkirchen-Westerham: So steht es um den Hochwasserschutz

Dieser im künftigen Einlaufgerinne abgebaute Kies wird für die Deichschüttung verwendet. merk
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Dieser im künftigen Einlaufgerinne abgebaute Kies wird für die Deichschüttung verwendet. merk
  • vonManfred Merk
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Mammut-Bauwerk nimmt Formen an: Die Arbeiten zum Hochwasserrückhaltebecken in Feldkirchen-Westerham liegen voll im Zeitplan. Wieviel Wasser das Becken fassen soll, wie lange die Entleerung dauert und wann es fertig sein soll, lesen Sie hier.

Feldkirchen-Westerham – Das Hochwasserrückhaltebecken (HWRB) zwischen Feldolling und Vagen liegt voll im aktuellen Bauzeitenplan. „Unser selbst gestecktes Ziel sah vor, dass die mit dem Vorhaben beauftragte Firma aus Cham bis zum 18. Dezember durcharbeiten kann und das haben wir erreicht“, freut sich Projektleiter Willibald Slowaczek vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim.

Günstige Wetterlage

„Dass dieser Zwischenstand erreicht werden konnte, ist vor allem dem für diese gewaltigen Erdbewegungen günstigen Wetter zu verdanken“, sagte der Fachmann. Das betrifft zum Beispiel die rund 300 Meter lange Deichschüttung ab Schwaig in Richtung Mangfallbrücke in Feldolling, die schon weitgehend fertiggestellt ist.

In die Deichschüttung werden Spundwände eingetrieben.

Auch am 700 Meter langen Deichdamm ab der Brücke flussabwärts gehen die aufwendigen Aufschüttungen sichtbar vorwärts. Dass diese mehreren 100 000 Kubikmeter Kies, die für die Aufschüttungen erforderlich sind, nicht von irgendwoher beschafft werden müssen, war schon bei Beginn der Planung, also im eigentlichen Vorfeld der Maßnahme festgelegt worden.

Kiesmassen werden ausgebaggert

Die Kiesmassen werden aus dem neu angelegten, riesigen Becken in Schwaig ausgebaggert. Hier entsteht später das Einlaufgerinne für das mit 55 Millionen Euro veranschlagte HWRB. Das entnommene Material wird mit den schweren LKW über den nur einen Kilometer langen Feldweg an die östliche Deichschüttung gefahren. Obwohl das Projekt Nationales Hochwasserschutzprogramm zeitlich im Plan liegt, wird die Fertigstellung noch auf sich warten lassen: Willibald Slowaczek vom Wasserwirtschaftsamt nennt das Jahr 2023.

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Das Bauwerk in Zahlen: Soviel Wasser kann es fassen

  • Bei einem mehrere Tage andauerndem Starkregen könnte das Rückhaltebecken bei Feldolling 6,62 Millionen Kubikmeter Mangfall- und Leitzach-Wasser aufnehmen. Die gesamte Befüllung und spätere Entleerung (Wiederzulauf in die Mangfall) würde dreieinhalb Tage, also rund 84 Stunden, andauern.
  • Die mittlere Stauhöhe liegt den technischen Daten zufolge bei viereinhalb Meter. Bei einer Vollflutung des Hochwasserrückhaltebeckens wäre eine Fläche von rund 115 Hektar (345 Tagwerke) „überstaut“.
  • Die „überbaute“ Fläche wird vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim mit 44 Hektar (132 Tagwerke) angegeben. Die Dammhöhe im Bereich Leitzachwerk-Stausee/Mangfall beträgt maximal zehneinhalb Meter. Die begehbaren Dämme westlich und östlich der Mangfallbrücke sind drei Meter breit.
  • Dieses mit Kosten in Höhe von 55 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben ist ein Projekt des Nationalen Hochwasserschutzprogramms und wird vom Bund cofinanziert.

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