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Alternative Heizzentrale und PV-Anlage geplant

Feldkirchen-Westerham setzt auf grüne Energie für Klärwerk

Die Energieeffizienz des Klärwerkes in Feldolling soll mit einer Heizzentrale basierend auf alternativen Energien und einer Photovoltaikanlage verbessert werden. Die vorhandene PV-Anlage gehört der Bürger Solarstrom GbR. Der Strom wird bislang ins öffentliche Netz eingespeist.
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Die Energieeffizienz des Klärwerkes in Feldolling soll mit einer Heizzentrale basierend auf alternativen Energien und einer Photovoltaikanlage verbessert werden. Die vorhandene PV-Anlage gehört der Bürger Solarstrom GbR. Der Strom wird bislang ins öffentliche Netz eingespeist.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Energieeffizienz des Klärwerkes in Feldolling soll verbessert werden. Deshalb beauftragte der Bauausschuss jetzt mit einem einstimmigen Beschluss ein Ingenieurbüro mit der Erstellung verschiedener Energiekonzepte und Kostenschätzungen. Zudem sollen auf den Dächern des Klärwerkes und des benachbarten Bauhofes PV-Anlagen installiert werden.

Feldkirchen-Westerham – Kläranlagen sind nach Informationen des Umweltbundesamtes die größten Energieverbraucher im kommunalen Bereich. Das Feldollinger Klärwerk ist für 20 000 Einwohner ausgelegt – darunter 5500 davon aus der Nachbargemeinde Weyarn. Es verbraucht pro Jahr 965 000 Kilowattstunden (kWh) Energie – 550 000 kWh davon in Form von Wärmeenergie, 415 000 Kilowattstunden als Strom.

Wärme für die Faulgaserzeugung

Von den 550 000 kWh Wärmeenergie entfallen etwa 65 000 kWh auf den Bauhof, der über eine Fernwärmeleitung vom Klärwerk versorgt wird. Der Mammutanteil aber wird direkt im Klärwerk gebraucht. „Allein 365 000 Kilowattstunden – das sind etwa 70 Prozent der gesamten Wärmeenergie – brauchen wir, um den Faulturm zu beheizen“, erklärt Christian Schäffler, Leiter des Klärwerkes. Hier wird der überschüssige Klärschlamm zur Stabilisierung auf 35 bis 38 Grad Celsius erhitzt. Als Nebenprodukt entsteht Faulgas, das in einer Biogasturbine verstromt wird. Dadurch werden jährlich etwa 460 000 kWh Energie erzeugt – davon 300 000 kWh Wärme und 160 000 kWh Strom.

Ölheizung soll abgelöst werden

Der Eigenversorgungsgrad im Bereich der Wärmeerzeugung liegt also bei 55 Prozent. Das verbleibende Defizit von circa 250 000 kWh Wärme wird momentan mit einer Ölheizung erzeugt. Dafür werden pro Jahr etwa 25 000 Liter Heizöl gebraucht. Die Ölheizung ist inzwischen 33 Jahre alt. Um die Betriebssicherheit zu gewährleisten, muss sie über kurz oder lang ausgetauscht werden. Deshalb hat die Bauverwaltung dem Gemeinderat jetzt vorgeschlagen, die Ölheizung zu entfernen und eine Heizzentrale auf Basis alternativer Energien einzubauen.

Der Bauausschuss stimmte unisono für die Erstellung eines Energiekonzeptes durch ein Ingenieurbüro. Dabei sollen die Hinweise aus dem Bauausschuss beachtet werden. So regte Thomas Henties (Grüne) an, Erdwärme und Grundwasserwärmepumpen mit zu betrachten. Martina Weber (CSU) wollte auch eine mögliche Nutzung der Wärme des Abwasserstromes geprüft haben.

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Elisabeth Spielmann (Grüne) wies zudem auf eine bessere Isolierung des Faulturmes hin, um Wärmeverluste zu minimieren. Sie empfahl außerdem, dass das Planungsbüro die Erfahrungen der Mitarbeiter des Klärwerkes in die Konzipierung verschiedener Energiekonzepte einbeziehen solle.

Welches konkrete Konzept letztlich zum Tragen kommt, wird im Gemeinderat beraten und entschieden. Zudem muss auch die Gemeinde Weyarn einbezogen werden, da sie im Rahmen einer Zweckvereinbarung zu etwa einem Drittel an den Investitionen beteiligt wäre. Im ersten Schritt fallen nur Planungskosten an. Diese schätzt Bauamtsleiter Hermann Weber auf circa 7000 Euro.

Kosten durch vor Ort erzeugten Sonnenstrom reduzieren

Im Jahr 2020 hat die Feldollinger Kläranlage 415 000 kWh Strom verbraucht – davon 160 000 kWh am Tag und etwa 255 000 kWh in der Nacht. Mit der Installation einer Photovoltaikanlage (PVA) könnte sich das Klärwerk künftig zumindest tagsüber fast autark mit Energie versorgen. Deshalb schlug die Gemeindeverwaltung dem Bauausschuss jetzt vor, eine PV-Anlage auf dem Flachdach des benachbarten Bauhofes (circa 160 kWp) und auf der restlichen Fläche des Hallendaches des Klärwerkes (circa 40 kWp) zu installieren.

Damit, so erläuterte Bauamtsleiter Hermann Weber, könnte der während des Tages erforderliche Strom nahezu komplett selbst erzeugt werden. Um den hohen Stromverbrauch während der Nacht abzudecken, sollten Speichermöglichkeiten geprüft werden. Die Kosten für eine neue PV-Anlage mit etwa 160 kWp – inklusive der Planungen und ohne Speicher – wurden auf etwa 260 000 Euro geschätzt. Die PV-Anlage würde sich nach Informationen der Verwaltung innerhalb von zehn Jahren amortisieren. Sie schlug vor, ein Ingenieurbüro mit einer Machbarkeitsstudie und einer Wirtschaftlichkeitsprüfung zu beauftragen.

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Martina Weber (CSU) regte an, mit der Bürger Solarstrom Feldkirchen-Westerham und Weyarn GbR zu beraten, ob sie dieses Projekt übernehmen wolle, denn „davon könnten Bürger und Gemeinde profitieren“. Vinzenz Schaberl (Parteifreie Freie Wähler) sprach sich für den Eigenbetrieb der Anlage aus, da sie sich innerhalb von zehn Jahren amortisiere und die Gemeinde dann nicht mehr für den Strom zahlen müsse. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, mit der Bürger Solarstrom ins Gespräch zu kommen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse beider Modelle soll dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Die Bürger Solarstrom Feldkirchen-Westerham und Weyarn GbR betreibt in der Gemeinde bereits mehrere PV-Anlagen – unter anderem an Wertstoffhof und Klärwerk in Feldolling, Hauptschule, Dreschflegelhalle, Kultur- und Sportzentrum sowie dem Schützen- und Trachtenheim Westerham. „Unsere beiden Anlagen in Feldolling haben im vergangenen Jahr 96 000 kWh Strom erzeugt“, informiert Geschäftsführer Ernst Weidl.

Bislang werde dieser ins öffentliche Netz eingespeist. In den nächsten Jahren laufe die Einspeisevergütung ab. Dann wäre es interessant, den Strom vor Ort verbrauchen zu können.

„Die geplante PV-Anlage für das Klärwerk übernehmen zu können, wäre interessant für uns“, sagt Weidl auf Anfrage des Mangfall-Boten. Noch sei die Gemeinde nicht an die GbR herantrete, doch sobald es eine Anfrage gebe, könnte das in einer Beiratssitzung besprochen werden. Weidl sieht das Projekt positiv, denn „neue PV-Anlagen rentieren sich vor allem dann, wenn der Strom direkt vor Ort verbraucht werden kann.“

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