Feldkirchen-Westerham: Servicestellen-Leiterin des Sozialen Netzwerkes geht in Rente

Petra Wallner hat die Servicestelle des „Soziale Netzwerkes“ im KiWest zu dem gemacht, was sie heute ist: ein Ort, an dem Jung und Alt beratend zur Seite gestanden wird.
+
Petra Wallner hat die Servicestelle des „Soziale Netzwerkes“ im KiWest zu dem gemacht, was sie heute ist: ein Ort, an dem Jung und Alt beratend zur Seite gestanden wird.

Pfiat di Frau Wallner! Petra Wallner (60) hat die Servicestelle des „Sozialen Netzwerkes“ aufgebaut, jetzt geht sie in Rente. Wie damals alles angefangen hat, was sie nie vergessen wird und worauf sie sich jetzt am meisten freut, verrät Wallner, die in Ramerberg wohnt, hier.

Von Ines Weinzierl

Feldkirchen-Westerham – Petra Wallner (60) kennt den Weg von ihrem Wohnort Ramerberg (Landkreis Wasserburg) nach Feldkirchen-Westerham aus dem Effeff. Dreimal die Woche ist Wallner die insgesamt 80 Kilometer gefahren. Damit ist jetzt Schluss, denn Wallner, die die Leitung der Servicestelle des „Sozialen Netzwerkes“ inne hatte, geht jetzt in Rente. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Beratungsstelle für Jung und Alt

Denn Wallner hat die Servicestelle quasi aus der Taufe gehoben. Als sie am 1. September 2012 begonnen hat – stand sie quasi vor dem Nichts. Sie hat binnen acht Jahren die Servicestelle zu dem gemacht, was sie heute ist: Eine Anlaufstelle für alle, die Hilfe benötigen. Sei es Wohnberatung, Fragen zu Pflege oder Demenzberatung.

„Im Gegensatz zum Start ist es heute fast ein Imperium“, sagt sie und lacht. Angestoßen von der Dorferneuerung Westerham und begleitet vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern fiel 2010 der Startschuss für das Pilotprojekt „Soziale Gemeinde“: Der Verein „Soziales Netzwerk“ hat sich 2012 gegründet. Nun sollte eben auch eine Servicestelle initiiert werden.

Start im Miniraum im AWO-Bürgertreff

Am 1. September 2012 kam Wallner, die vorher in Wasserburg das „Betreute Wohnen“ geleitet hat. Angefangen hat die heute 60-Jährige in einem Miniraum im AWO-Bürgertreff. Sie hatte einen Schreibtisch, ein Laptop und ein Telefon. Ihr konkretes Ziel war es, die vielen Angebote zu bündeln und Ansprechpartner für Jung und Alt vor Ort zu sein. 2016 kam dann der Umzug ins neugebaute KiWest.

Neue Leiterin ist Janine Karkosch

Im ersten Stock auf der linken Seite hatte Wallner ihren Schreibtisch – dort sitzt jetzt Janine Karkosch, die die Leitung jetzt inne hat. Die Anfragen kamen überwiegend von Senioren – „bis zu 75 Prozent“, sagt Wallner heute. An zwei von ihnen erinnert sie sich bis heute: Die Frau erzählte, dass ihr Mann Demenz habe. Sie benötigte in vielerlei Hinsicht Hilfe. Der Mann sprach kein Wort. Aber nach den 30-minütigen Beratung sagte er: „Sie sind wirklich kompetent. Sie haben uns sehr geholfen. Jetzt weiß ich, warum Sie hier sitzen.“ Wallners Fazit aus diesem Zusammentreffen: „Unterschätze niemanden.“

Ausflüge mit der Familie

Wird ihr jetzt nicht langweilig? „Überhaupt nicht.“ Ihre Enkelkinder fordern sie, obendrein liebt sie ihren Garten. „Durch den bin ich in den letzten Jahren nur gelaufen. Ich hatte ja wenig Zeit.“ Das wird sich jetzt ändern. Obendrein liebt sie es, Ausflüge für sich und ihre Familie zu organisieren. „Ich bestelle dann Karten und arbeite Bergtouren aus.“ Ihr Lieblingsberg? „Ich fahre nie an den gleichen“, sagt sie. Es sollen immer neue Ziele sein.“ Und deshalb schließt sie auch nicht aus, sich auch in ihrer Heimatgemeinde Ramerberg ehrenamtlich zu engagieren.

Lesen Sie auch: Feldkirchen-Westerham: Neue Lichter kommen - Gemeinde rüstet auf LED um

Und wer weiß, vielleicht zieht es sie mal wieder zu ihrer alten Wirkungsstätte, in der sie soviel bewegt hat und viele Senioren beraten hat. Einmal muss sie auf jeden Fall noch nach Feldkirchen-Westerham kommen: Im September plant Ursula Borkenhagen, Vorsitzende des Vereins, ein kleines Abschiedstreffen.

Kommentare