Meinung

Schwarzbauten mit Gschmäckle in Feldkirchen-Westerham

Norbert Kotter, Chef vom Dienst bei den OVB-Heimatzeitungen
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Norbert Kotter, Chef vom Dienst bei den OVB-Heimatzeitungen
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    vonNorbert Kotter
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Die Schwarzbauten, die ein Sohn von Bürgermeister Josef Schaberl in seiner Heimatgemeinde errichtet hat, haben schon ein „Gschmäckle“. Da reicht es nicht, wenn der Bauherr und sein Vater jetzt fast treuherzig von einem Fehler sprechen und den Eindruck erwecken, billig auf der Mitleidswelle reiten zu wollen.

Auch wenn das zuständige gemeindliche Gremium in Feldkirchen-Westerham nachträglich sein Einverständnis erklärt hat: Es entbehrt nicht einer gewissen Dreistigkeit, dass der Bauherr den vermeintlichen Fehler nicht nur einmal begangen hat.

Wer so vorgeht, von dessen Reue sollte man sich nicht vorschnell blenden lassen. Schon gleich gar nicht, wenn der Vater von Beruf Bürgermeister ist, der eigentlich das Grundeinmaleins des Baurechts beherrschen sollte. Das riecht schon ein wenig nach Kalkül.

Landratsamt in der Pflicht

Es ist jetzt Aufgabe des Landratsamtes, die Bauanträge objektiv zu beurteilen. Dem Bauwerber darf trotz seiner Unverfrorenheit kein Nachteil entstehen, aber er darf auch nicht den geringsten Vorteil aus seinem Vorgehen ziehen.

Nicht zuletzt auf Geheiß des Landrats zeigte sich die Bauverwaltung im Landratsamt kürzlich unerbittlich und ließ auf einem Grundstück des Edlinger Bürgermeisters ein von Jugendlichen unrechtmäßig errichtetes Baumhaus entfernen. Die Schwarzbauten auf Gut Irnberg haben eine ungleich brisantere Dimension.

Nicht nur für den Rathauschef, sondern auch für Landrat Otto Lederer. Der sollte die Angelegenheit zur Chefsache machen. Hier steht nämlich zweifellos auch der Ruf der Kommunalpolitik auf dem Spiel. Die kritische Öffentlichkeit wird zurecht sehr genau darauf schauen, wie das Landratsamt in dieser Sache weiter verfährt.

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