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Feldkirchen-Westerham: Diakon Karl-Jürgen Hennes gab der Kirche ein den Menschen zugewandtes Gesicht

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Die Pfarrei St. Laurentius Feldkirchen-Westerham trauert um ihren Diakon Karl-Jürgen Hennes. Am 5. November ist er im Alter von 81 Jahren unerwartet verstorben.

Von Harald Petersen

Feldkirchen-Westerham – Karl-Jürgen Hennes wurde am 22. September 1939 in Rheydt bei Mönchengladbach geboren und wurde dann, wie er selbst zu sagen pflegte, noch im Körbchen nach Speyer verschickt. Er war der jüngste von fünf Geschwistern. Nach der Volksschule besuchte er das Gymnasium am Dom im naturwissenschaftlichen Zweig.

Auch nach der Schule prägten die Natur- und Ingenieurswissenschaften seinen weiteren beruflichen Weg. Nach der Schulzeit folgten eine Lehre als Flugzeugbauer bei der Firma Heinkel in Speyer und anschließend das Studium für Flugzeugbau an der Ingenieurschule für Maschinenwesen in Aachen.

Über mehrere Stationen bei namhaften Firmen unter anderem in der Schweiz kam Jürgen Hennes schließlich ab 1970 zu Messerschmitt-Bölkow-Blohm, wo er bis zum Ruhestand 27 Jahre lang tätig war.

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Nach seiner Zeit als Ingenieur, kam er über die Freundschaft zum ehemaligen Feldkirchner Pfarrer Ingo Reimer zuerst zum Lektorendienst, wurde dann Wortgottesdienstleiter, studierte Theologie im Fernkurs an der Uni Würzburg und kam schließlich in die diözesane Ausbildung für Diakone. Mit der Weihe zum ständigen Diakon am 2. Oktober 1999 im Münchener Liebfrauendom begann eine ganz neue Aufgabe als Seelsorger.

Ganz im Sinne seiner diagonalen Berufung waren es vor allem die Behinderten-, Alten- und Notfallseelsorge, die ihm am Herzen lagen. Von 1999 bis 2003 war er in der Pfarrei Christkönig in Rosenheim tätig, von 2003 bis 2014 als Diakon mit Zivilberuf in St. Laurentius Feldkirchen-Westerham und in der Behindertenseelsorge im Dekanat Bad Aibling.

Seine Interessen, sein Blick und Engagement gingen weit über den kirchlichen Tellerrand und über die Pfarrei hinaus.

Er war ein Familienmensch, erkundete auf vielen Reisen die Welt und brachte seine Eindrücke und Erfahrungen aus seinem früheren Berufsleben aber auch als Ehemann, Familienvater, Großvater und als Mann von Welt in seine Arbeit ein. Vielleicht bewahrte er sich dadurch, den für ihn typischen, wohlwollend kritischen Blick auf Kirche und Gesellschaft aber auch auf sein eigenes Tun.

Seit Juli 2014 war Jürgen Hennes offiziell im Ruhestand, seinen Dienst in Feldkirchen-Westerham übte er trotzdem weiter und mit ungebrochenem Einsatz aus. Er hielt Gottesdienste in den Altenheimen, stand kranken, sterbenden und trauernden Menschen bei, spendete Taufen und traute Hochzeitspaare.

Erst in den letzten Jahren musste er aufgrund gesundheitlicher Probleme etwas kürzertreten. Das hielt ihn aber nicht davon ab, wann immer es sein Kalender und seine Gesundheit zuließen, seinen Mitmenschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Bis zum Einsetzten der Corona-Pandemie und der damit verbunden Einschränkungen war er als Seelsorger im Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus aktiv und bei Alt und Jung gleichermaßen bekannt und beliebt.

Jürgen Hennes hat es verstanden, sein Amt als Diakon nicht nur zu bekleiden, sondern zu leben. Durch seine unaufdringliche, aber direkte, kollegiale und humorvolle Art hat er für viele Jahre der Kirche hier vor Ort ein den Menschen zugewandtes, freundliches Gesicht gegeben.

Er hat mit seiner Verkündigung, seinen Gottesdiensten und seinem Einsatz in Sachen Nächstenliebe viele Gläubige und weniger Gläubige erreicht, bewegt und begleitet.

In diesen Tagen denken wir besonders an seine Frau, seine zwei Kinder mit ihren Partnern und an die drei Enkelkinder. Er wird seiner Familie und seinen Freunden, aber auch seinen Kollegen und den vielen Menschen, für die er da war, schmerzlich fehlen.

Im Namen des Dekanats Bad Aibling und des Pfarrverbands Feldkirchen-Höhenrain-Laus sagen wir Jürgen Hennes von Herzen Vergelt’s Gott für seinen unermüdlichen und wertvollen Dienst. Ruhe in Frieden.

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