Feldkirchen-Westerham: Aus „Malle-“ wird „Masskrug-Party“

Seit 2017 haben die Vagener Burschen ihre „Malle-Party“, die vorher Beach-Party hieß, gefeiert. Jetzt musste sie umbenannt werden in „Masskrug-Party“. wolf
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Seit 2017 haben die Vagener Burschen ihre „Malle-Party“, die vorher Beach-Party hieß, gefeiert. Jetzt musste sie umbenannt werden in „Masskrug-Party“. wolf

Vagen Burschen flattert Anwaltsschreiben ins Haus – Umbenennung sorgt für Wirbel. Party am 5. Oktober findet trotzdem ab 19 Uhr im Vagener Gemeinschaftshaus statt

Vagen – Ist ihre Party am 5. Oktober in Gefahr? Die Vagener Burschen können es nicht fassen: Jetzt flatterte ein Anwaltsschreiben zur Adresse des Burschenvereins in Vagen. Darin steht: „Der Name ,Malle’ ist geschützt und wir sollen zahlen“, sagt Vorsitzender Simon Fischer auf Anfrage unserer Zeitung.

Burschen sollen rund 1800 Euro zahlen

Wieviel? „Rund 1800 Euro. Wir haben jetzt alles an unseren Anwalt übergeben“, erklärt Fischer. Die erste Reaktion der Burschen fiel bescheiden aus: „Die Stimmung war getrübt, das ist schon saftig“, sagt der Vorsitzende. Aber: Die Burschen halten zusammen und ziehen an einem Strang: „Jetzt feiern wir doppelt so kräftig, sagen wir immer.“

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Die Party findet also statt. Nur unter einem anderen Namen: Anstelle von „Malle-Party“ soll sie jetzt „Masskrug-Party“ heißen. Kurz: Die Buchstaben L werden von einem Masskrug überklebt. Ein großer Aufwand. Hunderte Plakate haben die Burschen laut Thomas Ramthun, Ex-Kassier, aber immer noch im Verein aktiv, drucken lassen.

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„Die werden jetzt alle überklebt.“ Eine Heidenarbeit: „Die Plakate hängen in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach. Auch hier halten alle im Verein zusammen.

Vagener sprechen Burschen an

Auch viele Bürger können es nicht glauben: „Wir werden oft angesprochen“, erzählt Fischer – und nicht nur von Bewohnern aus Vagen. Bürger der ganzen Gemeinde sprechen die Burschen auf das Anwaltsschreiben an. „Die meisten schütteln einfach nur den Kopf“, erzählt Ramthun. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen.“

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Für Fischer ist es die erste Party im Herbst als Vorsitzender. „2017 und 2018 hat sie auch Malle-Party geheißen“, erklärt er. Vorher lief sie unter dem Namen „Beach-Party“. Ramthun als Ex-Kassier ärgert sich besonders: „Wir haben immer versucht, gut zu wirtschaften. Das war uns wichtig.“ Deshalb haben die Vagener Burschen auch mehrmals Spenden, beispielsweise ans BRK und die SOS-Kinderdörfer übergeben – jetzt das. „Es ist doppelt ärgerlich.“

Vagener Namensproblem kein Einzelfall:

Was den Vagener Burschen jetzt passiert ist, ereilte auch den Abschlussjahrgang der Roseneimer Landwirtschaftsschule im Sommer 2018: Die Absolventen planten ihre „Winterschui-Party“. Das Logo auf den Flyern und Plakaten: ein Kuhkopf. Wegen dieser Kombination gab es Ärger. Ein Eventmanager hatte sich den Schriftzug „Winterschui“ in Verbindung mit einem Kuhkopf patentieren lassen (wir berichteten). Die Schüler waren damals „brutal sauer“. Das Ergebnis 2018: Gegen eine Gebühr von 500 Euro durften die Schüler dann doch ihre Winterschui-Party mit Kuhkopf bewerben.

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