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Die Turmbekrönung wurde bereits abgenommen

Wie ein ganzer Ort Spenden für die Sanierung der Westerhamer Kirche sammelt

Ein besonderer Moment: (von links) Regina Dürr, Sebastian Stepniewski, Toni Scialabba, Josef Eichler, Thomas Stacheter, Andreas Wachter und Martin Atzinger nehmen die Turmbekrönung ab.
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Ein besonderer Moment: (von links) Regina Dürr, Sebastian Stepniewski, Toni Scialabba, Josef Eichler, Thomas Stacheter, Andreas Wachter und Martin Atzinger nehmen die Turmbekrönung ab.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Außensanierung des Turms der Westerhamer Filialkirche hat begonnen. 140000 Euro werden gebraucht. Welche Arbeiten anstehen und wie ein ganzer Ort dabei hilft, das Geld aufzutreiben.

Feldkirchen-Westerham – Was für ein Moment: Mit der Abnahme der Turmbekrönung der Westerhamer Filialkirche St. Peter und Paul wurde jetzt der Startschuss für die Außensanierung des Kirchturms gegeben. Bis Ende Juli sollen Dach, Fassade, Tuffsteingrundmauern, Gesimsbleche und der Anstrich saniert werden. Die Kosten werden auf 140 000 Euro geschätzt. 20 Prozent übernimmt die Gemeinde Feldkirchen-Westerham, den Rest finanzieren Pfarrei und Kirchenverwaltung Westerham aus Spenden. Deshalb wird in diesem Jahr im Ort für St. Peter und Paul gefeiert und musiziert.

Ein Blick durch die Endoskopkamera

Die Gerüste stehen: So konnten die Westerhamer nach 40 Jahren wieder bis ganz hinauf auf den Zwiebelturm steigen. Feierlich wurden Kugel und Kreuzdorn abgenommen. Eine Gewehrkugel hat einen glatten Durchschuss hinterlassen. Im Inneren klappert etwas, doch öffnen kann man die vergoldete Kugel nicht. Trotzdem wollen die Westerhamer einen Blick hineinwerfen. Thomas Stacheter, der stellvertretende Kirchenpfleger, wird die Geräusche mit einer Endoskopkamera erforschen, ehe Kugel und Dorn zu Kirchenmaler Josef Eichler nach Heufeld kommen und frisch vergoldet werden.

Was ist hier wohl drin? Die Kugel wird mit einer Kamera „durchleuchtet“.

Doch ganz egal, ob sich historische Dokumente finden oder nicht: Wenn die Westerhamer Kirche Ende Juni wieder bekrönt wird, sollen auf jeden Fall Dokumente aus dem Jahr 2022 in den Schaft der Kugel integriert werden.

Der Aufstieg ermöglichte nach der letzten Außensanierung 1982/83 nun erstmals wieder eine Begutachtung des Turmes aus der Nähe. „Bei einem Blick von unten kann man manches erahnen, doch aus der Nähe eröffnet sich das tatsächliche Ausmaß der Schäden“, so Stacheter. „Jetzt kann jeder Stein umgedreht werden“, sagt Bauleiter Franz Bartl scherzhaft und ergänzt: „Es wird eine sogenannte Wiederholungsfassung, bei der wir die Fehler der Vergangenheit beheben, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem Bau- und Kunstreferat der Erzdiözese nachhaltig und zugleich wirtschaftlich arbeiten.“

Das Ziffernblatt der Kirchturmuhr war mit Acryl abgedichtet worden. Jetzt wird auf Kunststoffe verzichtet.

Auch die Kirchturmuhr wird repariert

Am Montag beginnen die Verputz- und Spenglerarbeiten. Das Schieferdach des Zwiebelturmes muss ausgebessert werden. Die Bleche an den Gesimsen werden erneuert, defekte Stellen in der Fassade mit elastischem, atmungsaktivem Putz ausgebessert. „Dabei verzichten wir komplett auf Kunststoffe, werden Blechauflagen und Wand konstruktiv koppeln“, erklärt Bartl. Auch die Kirchturmuhr soll repariert werden. Nach dem Außenanstrich soll Ende Juni die restaurierte Kirchturmbekrönung wieder montiert werden, ehe die Gerüste fallen.

Das Schieferdach des Zwiebelturmes muss ausgebessert werden.

Dann ist wieder der Kirchenmaler an der Reihe. Er wird das Tuffgestein des Sockels von Zementfugen, Moos und Feuchtigkeit befreien und mit Kalkputz verfugen. Mitte Juli soll die Instandsetzung des Natursteinsockels abgeschlossen sein. Die komplette Sanierung wollen die Westerhamer bis Ende August beenden. „In den nächsten vier Monaten werden wir unser Baudenkmal sichern und so für nachfolgende Generationen erhalten“, betont Kirchenpfleger Martin Atzinger. In dieser Zeit können in St. Peter und Paul voraussichtlich trotzdem alle Gottesdienste stattfinden. „Auf den Patronats-Gottedienst am 29. Juni und den Dorffest-Gottesdienst am 24. Juli freuen wir uns ganz besonders“, so Atzinger.

Beauftragt wurden einheimische Firmen. Gerüstbauer und Elektriker sind aus der Region. Dachdecker und Spengler kommen aus Grassau. Kirchenmaler Eichler ist ein Bruckmühler, Planer und Bauleiter Bartl ein Kolbermoorer. Mit Hand- und Spanndiensten will die Kirchgemeinde die Kosten im Rahmen halten. „Wir haben faire Angebote von unseren regionalen Firmen bekommen. Ich denke, es wird wieder eine finanzielle Punktlandung“, ist Atzinger optimistisch.

Der Kirchturm ist bis Ende Juni eingerüstet. Die Sanierung beginnt.

Dorffest für die Kirche

Der ganze Ort hilft mit und sammelt Spenden für seine Filialkirche. So laden die Westerhamer Musiker Joseph Wynants (Querflöte) und Ann Thiers-Wynants (Violoncello) sowie Kirchenmusiker Karl Heinz Vater (Orgel) am 26. Juni, um 20 Uhr, in die Emmauskirche zum Benefizkonzert mit festlicher Musik ein.

Am 24. Juli feiern die Westerhamer rund um St. Peter und Paul ihr Dorffest und spenden den gesamten Erlös für die Sanierung des Baudenkmals. „Die gesamte Vereinsgemeinschaft hilft“, ist Atzinger dankbar. Wer sich mit einer Spende am Projekt beteiligen möchte, kann das unter folgender Bankverbindung tun: Katholische Kirchenstiftung St. Laurentius Feldkirchen, IBAN DE86 7116 0000 0000 2064 74, Kennwort: „Spende für Kirche St. Peter und Paul Westerham“.