Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Sanierung des Radweges muss warten

Feldkirchen-Westerham: Geschützte Gelbbauchunke hat sich in Schwaiger Pfützen angesiedelt

Die Gelbbauchunke ist ein Winzling von kaum fünf Zentimetern. Trotzdem sorgt sie dafür, dass der Feldweg von Schwaig zur Leitzachbrücke erst einmal nicht saniert wird. Können die Bauarbeiten im Oktober beginnen, entstehen auch neue Ansiedlungsmöglichkeiten für die Unke.
+
Die Gelbbauchunke ist ein Winzling von kaum fünf Zentimetern. Trotzdem sorgt sie dafür, dass der Feldweg von Schwaig zur Leitzachbrücke erst einmal nicht saniert wird. Können die Bauarbeiten im Oktober beginnen, entstehen auch neue Ansiedlungsmöglichkeiten für die Unke.
  • VonManfred Merk
    schließen

Der Feldweg von Schwaig bis zur Leitzachbrücke und die Abzweigung nach Sternegg sind in einem sehr schlechten Zustand. Dass der Ausbau trotzdem erst im Spätherbst beginnen kann, hat einen winzigen Grund: Die Gelbbauchunke hat sich hier angesiedelt.

Feldkirchen-Westerham – Der beliebte Rad- und Wanderweg ist gesperrt. Der Auftrag zur dringenden Sanierung wurde bereits vergeben. Die Kosten liegen bei rund 36.000 Euro.

Winziges Tier ist streng geschützt

In den mit Regenwasser gefüllten Fahrspuren hat sich die Gelbbauchunke angesiedelt – ein kleines Tier, das nach den Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinien europaweit streng geschützt ist. Dieser kleine Froschlurch mit dem auffallenden Fleckenmuster auf der Unterseite wird nur dreieinhalb bis fünf Zentimeter groß. Sein Lebensraum ist auf sauberes Wasser angewiesen. Durch Zuschüttung oder das Eindringen von Müll, Dünger oder Umweltgiften in diese straßenbedingten Kleingewässer ist die Gelbbauchunke bedroht.

Dieser Waldweg zwischen Schwaig und der Leitzachbrücke bei Erb soll saniert werden. Aber erst dann, wenn sich im Herbst die Gelbauchunken zurückgezogen haben.

Ursprünglich war diese Art ein typischer Bewohner der Bach- und Flussauen, wo sie die im Zuge der Auendynamik entstandenen Gewässer besiedelte. Als natürliche Ersatzlebensräume bevorzugt die Gelbbauchunke temporäre Kleingewässer wie zum Beispiel die Spuren von Traktortreifen, Pfützen und kleine Wassergräben, die meist vegetationslos und somit frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden sind.

Das könnte Sie auch interessieren: Wegen Impfmüdigkeit: Erste Impfzentren in Bayern schließen - RKI: Reiserückkehrer bringen Virus zurück

Durch die rasche Erwärmung dieser sogenannten Kleingewässer ist eine schnelle Entwicklung des Laichs und der Larven gewährleistet. Man findet diese Art heute auch häufig in Steinbrüchen oder Kiesgruben sowie auf Truppenübungsplätzen.

Erst wenn die Gelbbauchunke auszieht, kann saniert werden

Ab April beginnt die Fortpflanzungszeit der Gelbbauchunken und bis zur Entwicklung zur Jungunken kann es bis zum Oktober dauern.

Was heißt das nun für die Gemeinde Feldkirchen-Westerham? Bleibt das Wetter weiter so unbeständig und regnerisch, sodass die Wasserpfützen nicht austrocknen, kann die angedachte Sanierung erst im Oktober erfolgen. Wenn allerdings die Pfützen austrocknen und die Gelbbauchunken weiterwandern, werden die Unebenheiten vorrübergehend mit Kies gefüllt. So könnte eine erneute Wasseransammlung verhindert werden.

Lesen Sie auch: Rettung für den „Steckerlfisch“ in Bad Aibling

In Zukunft soll es gar nicht mehr zu diesen Wasseransammlungen kommen. Vorgesehen ist, diesen beschränkt-öffentlichen Feldweg durch sogenannte Aufreißer wasserdurchlässig zu machen.

Für die Unken wird mitgebaut

Dieser nicht alltägliche und aufwendige Aufbau sieht vor, dass auf das Erdreich eine drei Meter breite und 25 Zentimeter hohe Schicht mit zertifiziertem Zementbruch aufgetragen und verdichtet wird. Auf diese Schicht werden dann fünf Zentimeter Straßenkies aufgebracht.

Auch die Unken werden bei den Bauarbeiten bedacht: Für sie werden seitlich der Wege Fahrspuren und Unkengewässer hergestellt. Ziel der umfangreichen und anspruchsvollen Sanierung: Eine Symbiose aus schönem Radweg und neuem Habitat für die hübsche Unke.

Mehr zum Thema

Kommentare