Feldkirchen-Westerham: Bürgerbus nimmt Fahrt auf!

Jetzt steigenHeinz Oesterle, Ursula Borkenhagen (Mitte) und Ingrid Hauffen noch ins Auto – ihr Ziel ist es aber, Alternativen zum eigenen Pkw zu schaffen – Mitbahrbankerl, E-Car-Sharing und ein Bürgerbus. weinzierl
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Jetzt steigenHeinz Oesterle, Ursula Borkenhagen (Mitte) und Ingrid Hauffen noch ins Auto – ihr Ziel ist es aber, Alternativen zum eigenen Pkw zu schaffen – Mitbahrbankerl, E-Car-Sharing und ein Bürgerbus. weinzierl

Wie kann man in der Gemeinde mobiler werden – ohne ein eigenes Auto? Im Rahmen des Gesamtmobilitätskonzeptes sollen „Mitfahrbankerl“, „E-Car-Sharing“, „Rad- und Fußwege“ sowie der „Bürgerbus“ auf den Weg gebracht werden.

von Ines Weinzierl

Feldkirchen-Westerham –  Hinter diesen vier Möglichkeiten stehen viele ehrenamtliche Helfer. Federführend für den Bürgerbus sind Ursula Borkenhagen vom „Sozialen Netzwerk“ und Ingrid Hauffen von derÖkumenische Nachbarschaftshilfe sowie Wilfried Hauffen und Günther Polz.

Zweitwagen überflüssig machen

Jetzt wollen die Vier eine Umfrage (siehe Kasten) unter den Bürgern der Gemeinde starten. Eigentlich sollte die Umfrage bereits im April starten, wegen der Corona-Einschränkungen hat das Team den Start kurzerhand verschoben. Jetzt soll es aber losgehen: Jeder ab sechs Jahren kann mitmachen.

Knapp zehn Fragen werden zum Thema Bürgerbus gestellt: „Welches Modell eines Bürgerbusses würden Sie bevorzugen?“ lautet beispielsweise eine Frage und bei der werden gleich zwei Antworten mitgeliefert: „Ein Bus fährt auf einer festen Route mit einem festen Plan“ oder „Ein Bus fährt Sie nach Voranmeldung zu einem individuellen Zeitpunkt von einer Haltestelle zum Zielort“.

Keine Konkurrenz zum ÖPNV

Mit Hilfe dieser Umfrage möchte das Quartett die Bedürfnisse der Bürger eruieren. „800 bis 1000 beantwortete Fragenbögen müssten schon zurück kommen“, sagt Borkenhagen. Denn so könne konkret auf die Wünsche eingegangen werden. Nach der Auswertung soll ein Experte, der Erfahrungen mit Bürgerbussen hat, eingeladen werden. Letztendlich wird ein Antrag bei der Gemeinde eingereicht und die Gemeinde soll dann einen Bus anschaffen.

Denn: Die Bürgerbus-Gruppe arbeitet eng mit der Gemeinde zusammen. Sie hatte zwar die Idee, hat die Umfrage auf den Weg gebracht. Aber um die Anschaffung, auch die Fördermöglichkeiten und Versicherungen soll sich die Gemeinde kümmern – „das können wir nicht stemmen“.

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Aber wie soll es funktionieren? „Wir stellen uns einen Bus mit insgesamt neun Plätzen vor.“ Und wer setzt sich hinter das Steuer? „Ein ehrenamtlicher Helfer“, sagt Hauffen. Drei haben sich schon gemeldet, die so einen Bus fahren würden. Und wann soll es losgehen? „Hoffentlich nächstes Jahr im Sommer.“ Ganz wichtig ist Borkenhagen und Hauffen, dass sie mit dem Bürgerbus dem ÖPNV keine Konkurrenz machen. „Das wollen wir nicht.“

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Angefangen hat alles vor über einen Jahr: Im März 2019 wurde auf Initiative des „Sozialen Netzwerkes“ und der Gemeinde ein Workshop angeboten – daran nahmen Vereine, Ortsbeiräte, Gemeinderäte, Rathauschef Hans Schaberl und auch die Kirchen teil. Da wurde die Initiative „Innerörtlicher Verkehr“ ins Leben gerufen und es entstanden die einzelnen Gruppen.

Kurze Zeit später stellte Heinz Oesterle, der dem Gesamtmobilitätskonzept vorsteht, in Absprache mit den Projektverantwortlichen einen Antrag auf ein eigenes Budget von 50 000 Euro –  das bewilligte das Gremium der Kommune. Und davon soll beispielsweise die Erstellung der Bürgerbus-Umfrage bezahlt werden.

Individualverkehr minimieren

„Der Mix aus allem muss es machen“, sagt Oesterle: Bürgerbus, E-Car-Sharing, Mitfahrbankerl und Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit. Denn Ziel soll es sein: „Ein Zweitwagen überflüssig zu machen, den Verkehr zu minimieren und Eltern, die ihre Kinder von A nach B bringen, zu entlasten und den CO2-Ausstoß verringern“, sagt Hauffen.

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