Population steigt

Feldkirchen-Westerham: Biber werkeln am Mühlbach

Hier war der Biber bereits aktiv: Am Mühlbach ganz in der Nähe der Westerhamer Kirche.
+
Hier war der Biber bereits aktiv: Am Mühlbach ganz in der Nähe der Westerhamer Kirche.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
    schließen

Die Tiere sind in den Gemeinde Feldkirchen-Westerham zugange. Lieblingsplätze in der Kommune haben sie allerdings nicht. Oft sind sie am Mühlbach unterwegs, wo sie große Bäume annagen.

Feldkirchen-Westerham – Die Biber sind auch in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham aktiv: Das hat jetzt die Feldkirchen-Westerhamerin Evelyne Streit beim Spaziergang entdeckt. „Speziell am Mühlbach“, sagt sie. Haben die Biber diesen Bereich als ihren Lieblingsplatz auserkoren? „Spezielle Lieblingsplätze gibt es nicht“, sagt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes. Die Tiere kommen in der Kommune an der Mangfall und den Nebenbächen vor, so Fischer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Vereinzelt habe es in den vergangenen Jahren auch Meldungen im Norden der Gemeinde im Bereich der Glonn gegeben. Wie viele Tiere es in der Gemeinde gibt, kann Fischer nicht beziffern.

Beauftragte des Landratsamtes

Bei der Behörde gibt es mehrere Biberbeauftragte, die für den Landkreis zuständig sind. Einer auch für die Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Vor Ort ist Natascha Mencke verantwortlich. Sie ist Baumwartin und unter anderem auch für die Biber zuständig. Manchmal ist sie täglich unterwegs, um den Dammbau der Tiere zu beobachten, erklärt sie. Sollte eine Überflutung drohen, informiert sie sofort das Landratsamt, schließlich sind die Tiere streng geschützt.

Lesen Sie auch:

Biber sorgt mit 2 Meter hohem Damm in Frauendorf für erhöhte Hochwassergefahr, warnt Behörde

Sie kontrolliert aber auch die angenagten Bäume – „nicht, dass sie auf Gehwege fallen“, sagt sie. Kann sie denn etwas zu der Anzahl der Biber in der Gemeinde sagen? „Die Anzahl nimmt zu, aber von einer Plage ist keine Rede.“ Aber wie viel Platz benötigt eine Biberfamilie? „Grundsätzlich umschließt ein Revier einen Fluss/Bachlauf von ein bis zwei Kilometern“, so Fischer. In diesem Bereich lebe eine Biberfamilie mit maximal zwei bis vier Tieren.

Lesen Sie auch:

Kolbermoor: Biber fällen Bäume an der Mangfall – Auch im Spinnerei-Weiher gesichtet

Nehmen denn die Dammbauten und damit die Probleme zu? „Zu Problemen ist es bisher nicht gekommen“, sagt Natascha Mencke, schließlich werden die Fortschritte der Dammbauten ständig kontrolliert. Und sollten Überflutungen drohen, werde sofort das Landratsamt informiert. Hier sorgen die Biberberater Behörde für eine „schnelle, unbürokratische Hilfe“, erklärt Fischer. Oft lassen sich Anstauungen durch dauerhafte Dammentfernungen verhindern. „Wir bauen – in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband – auch Rohrdrainagen in erhaltenswürdige Biberdämme ein, um so den Wasserstand zu regulieren“, erklärt Fischer.

In Sorge um die Bäume

Die Anwohnerin macht sich auch Sorgen um die Bäume, die der Biber beispielsweise am Mühlbach zu Fall gebracht hat. Um den Fälllungen entgegenzuwirken, stellt der Landkreis Rosenheim laut Fischer kostenlos Estrichmatten für die Ummantelung von schützenswerten Bäumen zur Verfügung. Die Matten können nach Rücksprache mit dem Bibermanagement im Landkreis Rosenheim bei den Bauhöfen des Landkreises abgeholt werden.

Matten schon vor Ort

„Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham hat bereits ausreichend Matten zur Verfügung. Es wurden schon viele Bäume ummantelt.“ Dem stimmt auch Mencke zu – wieviele Ummantelungen es sind, kann sie aber nicht sagen. Besonders im Winter fallen die angenagten Baumstämme auf. Und Mencke rät, sie auf jeden Fall liegen zu lassen – da der Biber so an seine Nahrung gelangt. Während des Sommers stehen auch andere Früchte zur Verfügung, so dass er von Fällungen meist absieht. Dann wird Gehölz nur für Damm- und Burgbau benötigt, ergänzt Sprecher Fischer.

Bei Problemen mit dem Biber, Infotelefon im Rathaus unter 08063/97030.

Weitere Infos unter www.anl.bayern.de

Das machen die Biberbeauftragten des Landratsamtes

Die Biberberater sind die Personen an erster Front, welche nach Meldung die Lage vor Ort inspizieren und nach Lösungen suchen. Zusammen mit den betroffenen Bürgern, und Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde werden die notwendigen Präventionsmaßnahmen aufgegriffen und in die Wege geleitet, erklärt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes. Der Biberberater ist Vermittler zwischen Mensch und Tier und trägt zum Miteinander bei.

Mehr zum Thema

Kommentare