Im ehemaligen Corona-Hotspot Bad Feilnbach warnen Sozialverbände: Corona ist noch nicht vorbei!

Maske tragen, Abstand halten: VdK-Kreisvorsitzende Marianne Keuschnik, VdK-Ortsverbandsvorsitzender Eugen Thierauf, Seniorenbeauftragte Petra Haupt sowie die beiden AWO-Ortsvorsitzenden Karin Freiheit und Otto Schwanda (von links) mahnen zur Vorsicht, denn „Corona ist noch nicht vorbei!“. Strim
  • vonPeter Strim
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In der Gemeinde Bad Feilnbach finden noch immer keine Seniorenveranstaltungen statt. Aus gutem Grund.

Bad Feilnbach – Während der Corona-Ausgangsbeschränkungen erwiesen sich der VdK-Ortsverband Bad Feilnbach-Au und der AWO-Ortsverein Au-Bad Feilnbach als unverzichtbare Einrichtungen bei der Versorgung von Senioren und Risikogruppen, die ihre Wohnungen und Häuser nicht verlassen durften. Koordiniert wurden Dienste wie Einkaufshilfe, Lieferservice oder Medikamentenbesorgungen von der Seniorenbeauftragten Petra Haupt und Vroni Gasteiger vom Bad Feilnbacher Sozialamt.

Zwischenbilanz in Corona-Zeiten

Bei einem Treffen bei Auman-Wirtin Anni Millauer in Altofing zogen die Seniorenbeauftragte Petra Haupt, die beiden Vorsitzenden vom AWO-Ortsverein Karin Freiheit und Otto Schwan-da, sowie Eugen Thierauf als Vorsitzender vom VdK-Ortsverband eine Zwischenbilanz ihrer bisherigen Zusammenarbeit in Corona-Zeiten.

Als vorbildlich für viele andere Kommunen bezeichnete die Vorsitzende vom VdK-Kreisverband Rosenheim die Kooperation der beiden Ortsverbände und des Seniorennetzwerkes, von der in erster Linie viele betroffene Bürger innerhalb der Bad Feilnbacher Gemeindegrenzen profitieren konnten.

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Über Informationen in der Tageszeitung, Handzettel, Aushänge auf Plakatwänden oder die gemeindliche Internetseit erging von einem besorgten Bürgermeister Anton Wallner mehrmals der Appell: „Senioren und Risikogruppen – bleibt zu Hause!“

Große Stütze waren nach Angaben von Petra Haupt jene mehr als 50 Helfer, die ehrenamtlich ihre Dienste zur Verfügung stellten und denen der Rathaus-chef extra dankte. Lob gebührt aber auch den vielen jungen Burschen und Mädchen, meist zwangsbeurlaubte Schüler aus dem Gemeindegebiet, die sich, hilfreich einbrachten und etwa seniorengerechtes warmes Essen – zubereitet von Otto Schwanda, einem ehemaligen Koc – an den betreffenden Personenkreis lieferten.

Corona bewirkte auch positive Eindrücke. So erfuhren Verantwortliche und die Helfer viel Rückhalt und Anerkennung für ihre guten Leistungen, zu denen auch das wichtige Bedürfnis nach Kommunikation unter Einhaltung der Hygieneregeln gehörte.

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Mit Sorge verfolgen die Gesprächspartner die zunehmenden Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. So mahnen sowohl die AWO-Ortsvorsitzende Karin Freiheit wie auch Petra Haupt, Eugen Thierauf und Marianne Keuschnik eindringlich: „Corona ist noch nicht vorbei – Vorsicht ist nach wie vor geboten!“ Das unberechenbare Virus verlange von jedem Bürger ein hohes Maß an Verantwortung für ein Gemeinschaftsleben ohne Ängste und zur Vorbeugung einer zweiten Coronawelle. „Dazu gehören das Tragen von Mund- und Nasen-Masken, das Einhalten von Mindestabständen sowie der Hygienevorschriften“, betont Freiheit. Aus Sorge um die Senioren aus der Gemeinde Bad Feilnbach finden deshalb auch bis auf Weiteres keine Seniorentreffs oder Ausflüge statt. Verschoben sind auch Mitgliederversammlungen.

Schon jetzt an Schutz für Helfer denken

Um für eine hoffentlich ausbleibende erneute Infektionswelle gewappnet zu sein, fordern der AWO-Ortsverein, der VdK-Ortsverband und die Seniorenbeauftragte von Kommune und Politik mehr Schutzausrüstungen wie Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel für ihre ehrenamtlichen Helfer. Erwartet wird im Falle einer zweiten Infektionswelle auch eine bessere Information und Kommunikation der Behörden.

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Abstand, gleichzeitig aber auch soziale Kontakte zu halten, war eine Bitte der VdK-Kreisvorsitzenden Marianne Keuschnik. Wie sie betonte, werden nach den Lockerungen Beratungsgespräche weiterhin überwiegend per Telefon, aber auch durch Präsenz getätigt. Zwingend zu beachten sei die Maskenpflicht und das einzelne Betreten des Rosenheimer Beratungsbüro. Ausnahme bildeten nur benannte Betreuer.

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