Bad Feilnbacher Jugendförderverein löst sich auf

Für immer geschlossen: Der Jugendtreff wird schon lange nicht mehr angenommen. Nun löste sich der Jugendförderverein auf.
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Für immer geschlossen: Der Jugendtreff wird schon lange nicht mehr angenommen. Nun löste sich der Jugendförderverein auf.

Die Ära Jugendförderverein Bad Feilnbach ist zu Ende. Seine Auflösung wurde jetzt einstimmig beschlossen. Der Grund: mangelndes Interesse.

Bad Feilnbach – Nicht etwa bei der amtierenden Vorsitzenden Marcela Mahler oder Vereinsmitgliedern wie Irmi Wingen, Helge Dethof, Conny Glasl, Jörn Kaulisch, Katrin Dostthaler und Jutta Eisert. Vielmehr fehlt bei der Bad Feilnbacher Jugend das Interesseam Verein.

Ein Blick zurück: Als „Verein zur Förderung der Schüler und Jugendlichen in der Gemeinde Bad Feilnbach“ riefen Brigitte Willberg, Karin Priller und Dagmar Powers am 21. Juli 2001 die Einrichtung zur Integration und Betreuung von Jugendlichen verschiedener Altersgruppen aus dem Gemeindebereich ins Leben.

Befürworter und Unterstützer dieses Vereins waren Karl-Heinz Schütz, der ehemalige Rektor derLeo-von-Welden-Schule, und der von 2000 bis 2006 amtierende Bürgermeister Christoph Rastinger. Als erstes Mitglied wurde Ursula Hilz, Einsatzleiterin der ökumenischen Nachbarschaftshilfe in der Mitgliederliste eingetragen.

Weitere 13 Interessierte folgten und leisteten finanziell sowie mit Rat und Tat wertvolle Unterstützung im Bereich der Jugendarbeit. Diese bestand hauptsächlich in der Organisation und Betreuung von Jugendtreffs. Vor allem nutzten jugendliche Spätaussiedler das Angebot – beispielsweise mit Surfen im Internet, Spielen am Billardtisch oder Fußballkicker, hörten Musik oder machten sich mit der neuen Gemeinschaft vertraut. „Es war wertvolle Integrationsarbeit“, erinnert sich Conny Glasl.

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Später folgten Veranstaltungen etwa in den Räumlichkeiten des Kindergartens „Gemeindemäuse“. Von 2016 bis 2018 bot der Förderverein einen Jugendtreff in der ehemaligen Postpaketstation an. Doch das Interesse der Jugendlichen stagnierte und sank schließlich auf Null. Die Räumlichkeiten wurden inzwischen gekündigt – im Einvernehmen von Förderverein und Gemeinde. Zuletzt dienten sie als Corona-Teststation.

Wie Marcela Mahler mit Wehmut bekundete, fehle das Interesse der Bad Feilnbacher Jugend, sich dem Jugendförderverein anzuschließen. Katrin Dostthaler, die einstige Jugendbeauftragte des Gemeinderates, bestätigte das. Die Jugend habe in Zeiten von Social Media einfach andere Interessen. Intensives Werben für den Förderverein sei fruchtlos geblieben. Treffs hätten sich heute vor die Computer in den Kinderzimmern verlagert. Die Corona-Ausgangsbeschränkungen hätten diese Situation noch begünstigt.

Jugendarbeit sei unter diesen Bedingungen sehr schwierig geworden, resümierte der sich auflösende Verein. Behördliche, haftungs- und versicherungstechnische Hürden kämen noch hinzu. Bis zur endgültigen Auflösung verharrt der Verein nun erst einmal in einem sogenannten Liquidationszustand. Das Vereinsvermögen wird ab dem Beschluss der Auflösung nach Ablauf eines Jahres der Gemeinde übertragen.

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