Trachtenverein Edelweiß Dettendorf-Kematen feiert wegen Corona "Gaufest dahoam"

Festzug unter Corona-Bedingungen: Großräumig und mit Abstand liefen die Trachtler vom Obstgarten des Stoffeanwesens zum Gasthaus Weingast. Strim
  • vonPeter Strim
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Bei Kaiserwetter feierte der Trachtenverein Edelweiß Dettendorf-Kematen am Sonntag Gaufest dahoam. Eigentlich hätte dieser Festtag als Höhepunkt des 130. Gaufests des Gauverbands I in Bergen stattfinden sollen. Allerdings musste diese Veranstaltung wegen des Coronavirus abgesagt werden.

Kematen– Stattdessen hatte sich der Vorstand von „Edelweiß“ Dettendorf-Kematen mit seinem Vorsitzenden Martin Impler in Solidarität mit den Trachtlern aus dem Chiemgau sowie den Organisatoren vom Gauverband I, kurzfristig zu einem „Gaufest dahoam“ entschlossen.

Und die Resonanz war enorm: Gut 80 Trachtler boten bei einem Wortgottesdienst im Obstgarten des Trachtenvorsitzenden Impler ein malerisches Bild. Für eine musikalische Umrahmung sorgte minimalbesetzt die Trachtenkapelle Dettendorf.

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Man feierte samt der Corona-Verordnungen, die vor allem ältere Mitglieder wie etwa Ehrenmitglied Hartl Singer (78) in seiner 66-jährigen Laufbahn als Trachtler noch nie erlebt haben. Während der Pandemie „Dahoam bleiben“ und sich nicht mit Gleichgesinnten treffen, Abstand und Hygieneregeln einhalten und auf das Platteln und Drehen der Jugend verzichten müssen, kannte Singer bislang nicht.

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Trachtler halten in schwierigen Situationen zusammen, stellte Uschi Berger (46) als Vereinsschriftführerin und Mitorganisatorin von „Gaufest dahoam“ in Kematen mit Blick auf die bunte Kulisse zu Beginn eines Wortgottesdienstes mit Fahnenabordnungen örtlicher Traditionsvereine am kleinen Altartisch im Obstgarten fest.

Geistliche und meditative Gedanken

Für geistliche und meditative Gedanken hatte Barbara Huber passende Worte im Matthäus-Evangelium gefunden. Auf einem Acker wachse nicht nur die gute Weizensaat, welche der Bauer ausbrachte, sondern auch das Unkraut, das vom Bösen stamme. Beides solle zusammen wachsen. Jedoch solle das Unkraut zuerst geerntet, gebündelt und anschließend ins Feuer geworfen werden.

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Mit Wehmut betrachteten Jugendleiterin Bernadette Kurz und Vorplattler Martin Huber jun. das Zusammentreffen am Gasthaus Weingast. Ihnen fehlten die 60 Mädchen und Buben der Kinder- und Jugendgruppen, sowie die Aktiven mit ihren Auftritten. Seit März sind Proben fürs Platteln oder Dirndldrahn untersagt. Das fanden auch Miriam Nagl (17)und die Jackl-Schwestern Antonia (21) und Johanna (18) schade.

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