Bad Feilnbach am Vatertag: Gut eingespielter Betrieb auf Wirts- und Tregler Alm

Nicht lange dauerte es gestern,und der obere Jenbachtalparkplatz war überfüllt. Dafür gab es dann unten im Tal gegen Gebühr – kassiert von diesem Quartett – Ausweichflächen, um das zuletzt bei schönem Wetter ausgeuferte wilde Parken zu verhindern.
  • vonPeter Strim
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Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen krönten den Christi Himmelfahrtstag. Für Scharen von Ausflüglern hieß es: Nix wie ab in die Berge. Wirts- und Tregler Alm hatten auch endlich wieder geöffnet.

Bad Feilnbach – Die Parkmöglichkeiten etwa am unteren und oberen Jenbachparkplatz waren bereits in den frühen Vormittagsstunden ausgeschöpft.

Gegen 10 Uhr hieß es „Nix geht mehr“ in Richtung oberes Jenbachtal, so dass die dort hinaufführende Straße für Pkw gesperrt werden musste. Anlieger stellten ersatzweise ihre Wiesen gegen Entrichtung einer derzeit auch auf den Parkplätzen geltenden Parkgebühr von fünf Euro zur Verfügung. Die Ausflügler kamen aus München und Umgebung, aus den Regionen Ebersberg und Rosenheim oder weit über die Grenzen Oberbayerns hinaus.

Auf in die Berge und zu den Almen

Mit Mountain- oder E-Bikes ausgestattet oder auf Schusters Rappen lauteten die Ziele vor allem Schuhbräualm, Breitenstein, Wendelstein oder eben Wirts- und Tregler Alm. Seit Anfang dieser Woche durften im Zuge der gelockerten Ausgangsbeschränkungen auch die Almwirtschaften ihre Biergärten und Freischankflächen wieder öffnen, bevor ab Montag, 25. Mai, auch die Innenräume gemäß behördlicher Vorgaben wieder zugänglich sein werden. Allerdings verbunden mit strengen Auflagen in Bezug auf Abstände und Hygiene, wie Hans Kolb, Salzhuberbauer zu Wiechs und Eigentümer der Wirtsalm, erläuterte.

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Nur die Kalma schauen noch ein bisserl verwundert

Tische und Bänke sind nun gemäß der Vorgaben überschaubar aufgestellt, Möglichkeiten zur Desinfektion der Hände sind vorbereitet. Etwas verwundert beäugen die 30 Kalma (Jungrinder), die seit der vergangenen Woche dort am Berg sind, die kleinen und großen Gäste, die mit Mund- und Nasenschutz den Biergarten betreten.

Unbeeindruckt von dem Treibengenießen auch die Kalma die Natur rund um die Wirtsalm. Strim

Noch etwas ungewohnt ist es auch für Wirtin Anni Kolb, Sennerin Andrea Maier aus Großhündlbach im Landkreis Erding sowie die Aushilfen Sandra Bradl aus Augsburg (Sennerin 2016) und Uschi Vogt aus Kutterling, die Gäste nur hinter den schützenden Masken anzulächeln. Ebenso noch fremd ist die Dokumentation der Gästedaten zur Nachverfolgung einer eventuellen Corona-Infektion.

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Die Gäste nehmen die Vorgaben mit Verständnis und Humor an, stellt die Wirtsfamilie fest. „Hauptsache nach einer Wanderung oder Radtour gibt’s was zu Trinken und zu Essen“, meinte auch Vatertagsausflügler Sepp Gerg aus dem Bairer Winkl. „Wenn‘s auch a bisserl anders is‘, auf der Wirtsalm ist es einfach gemütlich,“ Auch schätze er das idyllische Umfeld samt den Klängen der Kuhglocken und dem Blick auf die heimische Bergwelt.

An den zahlreichen parkenden Autos vorbei machten sich viele Mountainbiker auf den Weg in die Berge und zu den Almen.

Einen „Superbetriebsablauf“ vermeldeten auch Tanja und Markus Millauer von der Tregler Alm, die seit Dienstag ihren Biergarten wieder geöffnet haben. Das Arbeiten sei entspannt und schön, meinte Wirtin Tanja Millauer in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Gut aufgestellt am Vatertag: Uschi Vogt, Sandra Bradl, die neue Sennerin Andrea Maier, Wirtsalmwirt Hans Kolb und Sohn Josef (von links).

Trotz der momentanen Einschränkungen seien auch die vielen Radl- und Wandertouristen, die die Parkplätze in Bad Feilnbach sowie Deisenried mit ihren Autos belegten, glücklich und zufrieden.

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