Bad Feilnbach brennt heuer nicht

Voller Hoffnung und ohne Corona lädt Bad Feilnbachs Obstbrennergemeinschaft mit Michael Grimm, Simon Eder, Gerti Seebacher, Hans Maierhofer, Balthasar Müllauer, Martin Mayer, Franz Eder und Balthasar Höfer (von links) im nächsten Jahr wieder zu „Bad Feilnbach brennt“ ein. Stadler

Wie schon bei vielen anderen beliebten Veranstaltungen leistet „Co-vid19“ auch zum Thema „Bad Feilnbach brennt“ seinen unrühmlichen Beitrag. Der „Tag der offenen Brennereien“ – geplant für Sonntag, 31. Mai – muss abgesagt werden.

Bad Feilnbach

Im nächsten Jahr geht es virusfrei weiter

Christa und Balthasar Höfer in Unterulpoint (Litzldorf), Gerti und Christian Seebacher vom Meisterhof (Wiechs), Christian und Simon Eder vom Wachingerhof, Balthasar Müllauer am Moarhof, Franz Eder am Friedrich-Dittes-Weg (alle Bad Feilnbach), Martin Mayer vom Moar in Lippertskirchen, Michael Grimm (Gottschalling) sowie Waltraut und Hans Maierhofer vom „Lang“ in Dettendorf bleiben trotzdem zuversichtlich: Im kommenden Jahr – am Sonntag, 30. Mai 2021 – werden sie eine Neuauflage der Obstbrand-Genusstour anbieten.

Und dann selbstverständlich wieder mit dem begleitenden kulturellen Programm aus der Region unterm Wendelstein, sind sich die Edelbranderzeuger, Karin Freiheit als Vorsitzende des Kur- und Tourismusvereins und Ute Preibisch von der Kur- und Gästeinformation einhellig.

Ein reduziertes Ersatzprogramm für „Bad Feilnbach brennt“ wird es heuer nicht geben. Dafür sei nach Meinung der Verantwortlichen nicht nur der Aufwand zu groß. Kein Besucher könne das Fest angesichts der weiterhin geltenden behördlichen Vorgaben und Verordnungen genießen – wie Abstand und Hygiene oder etwa das Tragen von Mund- und Nasen-Schutz.

Die Hofläden allerdings haben geöffnet. Hier bieten die Obstbranderzeuger ihre hochwertigen Produkte aus heimischem und naturbelassenem Obst an und dazu wie gewohnt jede Menge wertvollet Informationen zu Sorten, Ernte und Verarbeitung. Natürlich gelten auch in den Läden die derzeitigen Spielregeln zum Infektionsschutz der Anbieter und Verbraucher.

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„Die Natur lässt sich von Corona nicht aus der Fassung bringen“, sagen Simon und Christian Eder vom Wachingerhof. Und es scheint, als leuchteten die Streuobstwiesen während der Ausgangssperre in einer besonders strahlenden Blütenpracht. Ihr Duft lockt unzählige Bienen und Hummeln an, die eine gute Obsternte vorbereiten.

Kurzzeitige Ängste haben den Obstbauern die Eisheiligen bereitet, die in diesem Jahr mit besonders kühlen Atemzügen daherkamen. Jetzt aber steigen die Temperaturen wieder und die Obstbauern blicken zuversichtlich einer guten Ernte entgegen – wenn auch in den nächsten Wochen und Monaten die Witterung mitspielt.

Das wertvolle Obst braucht ungeachtet der Pandemie die jährlich wiederkehrenden Arbeiten: Nicht nur die fruchtbaren Obstgärten bedürfen einer stetigen Pflege, auch die verantwortungsvolle Ernte und Verarbeitung des Obstes – unter anderem zur Erzeugung edler Obstbrandprodukte ist für den Erhalt von Landschaft, Natur und Tradition unabdingbar.

Verjüngung der Streuobstwiesen

Die Streuobstwiesen sind auch diesen schwierigen Zeiten unverzichtbare Markenzeichen der Naturschutzkommune und Ökomodell-Region Bad Feilnbach.

Sie zu erhalten und zu fördern, hat die Gemeinde Bad Feilnbach mit Zustimmung der bis Ende April amtierenden Gemeinderäte dazu bewogen, die Beschaffung von 500 Obstbäumen der Kategorien Hoch- und Halbstamm zu 100 Prozent zu bezuschussen.

„Ein sinnvoller Beitrag mit langfristiger Wertsteigerung zum Erhalt der Kultur mit Streuobstwiesen und seinen gesunden Erzeugnissen in fester und flüssiger Form“, so die Obstbrenner.

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