Sie fahren 580 Kilometer: Bad Aibling begrüßt eine internationale Gruppe von Radfahrern

Siegerpose: Er hat es geschafft. Stache
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Siegerpose: Er hat es geschafft. 

Radfahrer aus der ganzen Welt machen derzeit Station in Bad Aibling. Sie sind mit der GBI-Charity-Tour in der Kur-Stadt. Ein Besuch im Hotel auf Zeit für 450 Radfahrer und 70 Helfer.

Bad Aibling – Eine ganze Woche lang auf dem Fahrrad sitzen, in die Pedale treten und Spenden von einer halben Million Euro einsammeln? Seltsam? Nein, das ist die GBI-Charity-Tour – erstmals mit Station in Bad Aibling und Übernachtung für 450 Radfahrer samt 70 Helfern und Mitarbeitern in Hotel, Zelten und Fliegerhalle. Eine logistische Herausforderung für die Veranstalter der Global Biking Initiative (GBI) – und für die Aib-Kur.

Am Ende sah alles wieder picobello aus

Ursprünglich war Kolbermoor als Station angefragt worden, doch für einen solch großen Tross nebst Staff reichten die Kapazitäten nicht. Die Aib-Kur sprang gerne ein, die Fliegerhalle bot ein Bettenlager für etwa 200 Teilnehmer, im Hotel St. Georg nächtigten ebenfalls um 200 Menschen, der Rest begab sich in Zelte auf der Grünfläche zwischen Baseball und Sporthalle – in „Wurfzelte“, die sich nach einem Wurf automatisch aufbauen.

Die Hand-Fuß-Sprache versteht jeder

Die Aib-Kur vermittelte Müll-Container und organisierte ihre eigenen Reinigungskräfte. Für diese Kosten kam ein mitradelnder Sponsor auf, während die Stadt Bad Aibling Fliegerhalle nebst Strom und Wasser kostenfrei zur Verfügung stellte. „Am Ende“, resümierte Kurdirektor Thomas Jahn, „sah alles wieder picobello aus.“

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Eine diffizile Frage wurde ebenfalls elegant gelöst: Ein Drittel der Fahrer stammte aus dem arabischen Raum. Auf Wunsch des Veranstalters wurden Muslime von Nichtmuslimen der Nutzung sanitärer Einrichtungen getrennt. Immerhin gab sich das Teilnehmerfeld höchst international: Es kam unter anderem aus Südafrika, Nordamerika, Kolumbien und sogar zwei Dutzend aus Südkoreaner waren darunter.

Laut Tourleiter Jürgen Müller-Graubner klappte im Prinzip die Verständigung auf Englisch. Außer bei den Südkoreanern, wo niemand Englisch sprach – da funktionierte es mit der internationalen „Sprache“: Hände und Füße.

Insgesamt 580 Kilometer strampelten die Teilnehmer herunter für gute Zwecke und sammelten eine halbe Million Euro an Spenden. „Dieses Geld wird karitativen Einrichtungen in 30 Ländern zur Verfügung gestellt“, sagt GBI-Managing Director Michael Leuenberger. Nach Deutschland fließen für eine Kinderhilfe 45 000 Euro.

Koreaner, Afrikaner erlebten Bayern

Bad Aibling werden die Teilnehmer kaum vergessen, denn es gab bajuwarisches Brauchtum – was zu einer wilden Fotosafari führte: Die Willinger Musi spielte auf, als schließlich der letzte der Teilnehmer gegen 21.30 Uhr eintrudelte (der erste kam gegen 16 Uhr) und die gesellige Phase begann. Goaßlschnoizer zeigten zudem ihr Können, die Berge waren angestrahlt, die ganze Impression war „fast schon kitschig, so schön war das alles“, schmunzelt Kurdirektor Jahn. Auch Bad Aiblings Kulturreferentin Elisabeth Geßner fand die Aktion , in der mit Sport Gutes getan wird, Beifall.

Nachtlager für mehr als 200 Menschen: Kurdirektor Thomas Jahn beobachtet den Aufbau des Bettenlagers in der Fliegerhalle.

Weit im Voraus schon herrschte auf dem Gelände emsiges Treiben. Viele Trucks, Versorgungs- sowie Servicefahrzeuge trafen ein. Ein professionelles Fahrradreparaturteam, Sportmassagen und Motorradsanitäter sind Teil dabei Teil des Service-Angebotes, das alle Radler auf der Tour nutzen können.

Dazu kommt eine komplette Küche für Abendessen und Frühstück. „Jeden Tourtag wird abends auf- und morgens abgebaut“, sagt Michael Leuenberger, GBI-Managing Director.

Kaum Unfälle, aber eine Gipshand

Manfred Bergler, eine der ersten bei der Zielankunft, lobte die willkommene Kühle bei den Bergetappen – bei der Etappenankunft in Bad Aibling herrschten um 30 Grad, bei der Station in Mailand um 39 Grad. Als besonders attraktiv galt unter den Fahrern auf die Fahrt über den Brenner auf der alten Eisenbahnstrecke.

Von Bad Aibling ging es anderntags auf die letzte Etappe nach München. In dann sieben Tagen war die Strecke Mailand-München geschafft. Die Global Biking Initiative ist eine schnell wachsende, weltweite Fahrrad-Community mit dem Ziel, Spenden für Hilfsprojekte in den mehr als 30 Teilnehmer-Ländern zu sammeln. Sie veranstalt jedes Jahr zahlreiche Fahrradveranstaltungen, die größte ist die GBI-Europe Tour.

Zufrieden über den Tourverlauf zeigte sich dann Location-Sscout Peter Hoeger-Wiedig. „Es gab nur drei Unfälle, einer allerdings endete mit einer Gipshand“, bilanzierte er. Übrigens: Ins Ziel an der Fliegerhalle gelangten auch Bürgermeister-Grüße aus Cavaion, der Partnerstadt von Bad Aibling, wo das Feld Station machte.

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