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BRK und THW im „Einsatz“

Großübung in Bruckmühl: Dutzende Rettungskräfte stellen sich verheerender Explosion mit vielen Verletzten

Großübung für BRK und THW am alten Rathaus in Bruckmühl: Nach einer Explosion waren zahlreiche Verletzte im Gebäude eingeschlossen und mussten geborgen werden.
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Großübung für BRK und THW am alten Rathaus in Bruckmühl: Nach einer Explosion waren zahlreiche Verletzte im Gebäude eingeschlossen und mussten geborgen werden.

Eine Explosion in Bruckmühl löste einen Großeinsatz aus. 48 Rettungskräfte von BRK und THW rückten aus, um Menschen zu retten. Wie sie die kritische Situation meisterten.

Bruckmühl – Freitag, 16.39 Uhr, Bruckmühl: Der Knall einer Explosion zerreißt das Ortszentrum. Sekunden später drei weitere dumpfe Schläge. Glasscheiben bersten, dunkler Rauch steigt aus einem Kellerfenster am alten Rathaus. Dann herrscht gespenstische Ruhe – bis Hilferufe die Stille zerreißen. Das war das Ausgangsszenario für die Großübung des Bruckmühler und Miesbacher BRK sowie des Bad Aiblinger und Miesbacher THW.

Rettungskräfte sondieren die Lage

THW-Rettungskräften bot sich rund um das ehemalige Rathaus eine unübersichtliche Einsatzlage: Aus dem Fenster des ehemaligen Sitzungssaals im ersten Stock rief ein verletzter Jugendlicher um Hilfe. Aus dem Gebäude drang extrem laute Musik. Rauch trat zudem ein zerborstenes Kellerfenster ins Freie.

Aus dem komplett verrauchten Keller mussten Verletzte geborgen werden.

Als Erstes wurden die Einsatzleitungsstellen BRK und THW aufgebaut. Parallel dazu verschafften sich die beiden Einsatzleiter einen ersten Überblick über das Schadensausmaß. Das Treppenhaus war aufgrund der extremen Explosion einsturzgefährdet, die Personenrettung musste somit über die Fenster koordiniert werden.

Verletzte im ganzen Gebäude verteilt

Im Gebäude herrschte über drei Stockwerke verteilt eine diffuse Szenerie. Während sich im Dachgeschoss traumatisierte Jugendliche aufhielten, warteten im ersten Stock Leicht- Mittel- und Schwerverletzte auf Rettung.

Im wahrsten Sinn des Wortes komplett undurchsichtig gestaltete sich die Lage im Keller, der komplett verraucht war. Insgesamt wurden über 15 Jugendliche geortet, die sich im gesamten Gebäude verteilt aufhielten und die unterschiedlichsten Verletzungsbilder von leicht- bis schwerverletzt aufwiesen. Die Notfalldarstellungsgruppe des BRK-Kreisverbandes Rosenheim hatte dazu im Vorfeld der Übung mit viel Schminke, Blutfarbe, Kunststoff und Knetmasse den 15 Schauspielern realistische Verletzungsbilder ins Gesicht, an Hände und Beine „gezaubert“. Dazu zählten Brand- und Schnittwunden, Beckenbrüche sowie Schockzustände und Unterschenkelfrakturen. Einer Darstellerin steckte sogar eine abgebrochene Eisenstange im Bauch.

Nachdem die sogenannte erste Chaosphase abgearbeitet war, wurden an mehreren Einsatzstellen mit klar gegliederten Befehlsstrukturen gleichzeitig die Rettungs-, Erste-Hilfe-, und Erstversorgungsmaßnahmen über eine Verletztensammelstelle in Angriff genommen. Dazu erhielten alle verletzten Personen bei der Erstsichtung eine Verletztenanhängekarten samt wichtiger Daten durch die Rettungsdienste.

Kurz und knapp gehaltene Kommandos hallten kreuz und quer über das großflächige Einsatzgebiet und durch die Gebäude-Stockwerke. Die ersten verletzten und traumatisierten Jugendlichen wurden mit einem Teleskoplader des THW über ein Fenster im ersten Stock gerettet.

Schwerstarbeit war ein Mauerdurchbruch für die THW-Atemschutzträger.

Schwerstarbeit leisteten zwei THW-Atemschutzträger, die aufgrund des nicht zu nutzenden Treppenhauses einen Mauerdurchbruch im ersten Stock schlagen mussten, um einen Übergang vom Süd- zum Nordteil des Gebäudes zu ermöglichen.Für zusätzlichen Zünd- und Sprengstoff sorgte eine Vielzahl von Gasflaschen ähnlichen Behältnissen mit undefinierbarem Inhalt.

Extreme körperliche Belastung für Helfer

Atemschutzträger des THW suchten und bargen unter extremer körperlicher Belastung im Kellerbereich Orientierungslose und Verletzte. Letztere mussten teils auf einer Trage über ein enges Kellerfenster nach außen verbracht werden. Dort erschwerte ein Bauzaun den Abtransport der Verletzten.

Parallel zu diesen Brennpunkten fand bei der Verletztensammelstelle die Erstversorgung durch Notärzte und Rettungssanitäter statt. Großes Augenmerk wurde zudem auch auf eine intensive Patientenbetreuung und Nachsichtung der Verletzungsbilder gelegt.

Mit realistischen Verletzungsbildern forderten 15 Schauspieler den Einsatz der Sanitäter.

Um 19.52 Uhr kam dann über Funk von Michael Lederwascher und Georg Faltlhauser, den Übungsleitern von BRK und THW, das Codewort „Übungsende“.

Zusammenspiel hat gut funktioniert

Übungsleiter Mathias Huber vom THW Miesbach konnte mit Bruckmühls Zweitem Bürgermeister Klaus Christoph und Bad Aiblings Ortsbeauftragtem Bernd Reinartz um 20.03 Uhr ein erstes positives Kurzfazit ziehen: „Nachdem die anfängliche `Chaosphase´ – was ist überhaupt los, was muss wie, wo, wann getan werden – bewältigt war, wurden die erforderlichen Rettungsmaßnahmen bei dem Lagebild `Massenanfall an Verletzten´ engagiert und gut strukturiert mit klaren Befehlsstrukturen angepackt. Das Zusammenspiel von BRK und THW hat gut funktioniert. Die Punkte, an denen das Zusammenspiel gehakt hat, sind notiert und werden künftig besser abgearbeitet.“

Fakten zur Großübung

An der landkreis- und organisationsübergreifenden Übung nahmen teil: Das BRK Bruckmühl samt First Responder sowie das BRK Miesbach mit insgesamt sieben Einsatzfahrzeugen und zwölf Einsatzkräften. Dazu das THW Bad Aibling und das THW Miesbach mit insgesamt 36 Einsatzkräften. Zu den Einsatzfahrzeugen gehörten ein Teleskoplader, zwei mobile Leitstellen, vier Gerätekraftwagen, ein Mannschaftstransportwagen sowie ein Mehrzweckgerätewagen mit Lichtmast. 15 Schauspieler und drei Maskenbildnerinnen der Notfalldarstellungsgruppe des BRK-Kreisverbandes Rosenheim komplettierten das „Übungs-Ensemble“.

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