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Vom Schutz bis zum Schnitt

Experten aus Tuntenhausen verraten: Das ist jetzt noch im Garten und auf dem Balkon zu tun

Wissen, was im Winter im Garten zum Blickfang wird: Floristin Maria Nikel mit einer weißen und roten Schneerose sowie Gärtnermeister Thomas Nikel mit einer Japanischen Fruchtskimmie Finchy (Skimmia japonica).
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Wissen, was im Winter im Garten zum Blickfang wird: Floristin Maria Nikel mit einer weißen und roten Schneerose sowie Gärtnermeister Thomas Nikel mit einer Japanischen Fruchtskimmie Finchy (Skimmia japonica).
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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Wie werden Gartenpflanzen und Balkonmöbel winterfest gemacht? Und welche Pflanzen werden auch bei Eis und Schnee zum Blickfang? Antworten darauf geben Experten aus Tuntenhausen, die zudem verraten, dass der Schutz vor Frost auch kontraproduktiv sein kann.

Tuntenhausen – Auf den Berggipfeln der Region ist er schon zu sehen, doch im Tal lässt der erste Schnee bei Tagestemperaturen jenseits der Zehn-Grad-Marke noch auf sich warten. Beste Voraussetzungen also für Garten- und Balkonbesitzer, jetzt noch letzte Arbeiten anzugehen und das grüne Refugium für den Winter zu rüsten. Doch was ist zu tun? Und wie können Garten und Balkon auch im Winter zum Blickfang werden? Der Mangfall-Bote hat bei Experten in Tuntenhausen nachgefragt.

Gartenschere jetzt ansetzen

Auch in den kommenden Tagen ist nach Einschätzung von Meteorologen in der Region trockenes und mildes Herbstwetter zu erwarten. Da bieten sich Arbeiten im Freien – beispielsweise im Garten oder auf dem Balkon – regelrecht an. „Jetzt ist eine gute Gelegenheit, Blühsträucher zu schneiden“, sagt daher Katrin Jennerwein, Verkaufsleiterin bei der Baumschule Sandmann in Maxlrain bei Tuntenhausen. Die Fachfrau weist allerdings darauf hin, dass es Ausnahmen gäbe. So sei bei vielen Frühblühern auf den Einsatz der Gartenschere zu verzichten, da „diese jetzt die Knospen ausbilden“.

Rosensträucher anhäufeln

Hand anlegen können Hobbygärtner dafür an veredelten Rosen. Denn jetzt ist laut Jennerwein ein passender Zeitpunkt fürs sogenannte Anhäufeln. Hinter dem Begriff versteckt sich der Schutz von Veredelungsstellen vor Frost. Dazu werden diese Stellen mit kleinen Hügeln aus Erde bedeckt, die die Stellen dann vor tiefen Temperaturen und Frostschäden schützen.

Wobei Jennerwein zu verstehen gibt, dass es Verbraucher in puncto Frostschutz auch übertreiben können. „So mild, wie die vergangenen Winter bei uns waren, wäre es überhaupt nicht notwendig gewesen, Pflanzen und Sträucher einzupacken“, sagt die Verkaufsleiterin.

Sie rät daher Garten- und Balkonbesitzern, auf den Frostschütz per Vlies oder Jute zunächst zu verzichten. Denn dieser könne schnell mal mehr Schaden zufügen, als Nutzen haben. Jennerwein: „Wenn sich unter dem Schutz Feuchtigkeit bildet und staut, dann kann es schnell zu Fäulnis kommen.“ Was für die Pflanze ihrer Meinung nach deutlich schädlicher sei, als ein paar Frosttage. Sollte sich dann wirklich eine längere Periode mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt abzeichnen, sei es immer noch möglich, die Pflanzen mit einem Vlies oder einem leichten Baumwollstoff vor der Witterung zu schützen.

Maßnahmen, die bei mediterranen Gewächsen wie Citrus- oder Olivenbäumen allerdings nicht ausreichen. Hier sollten sich Besitzer laut Jennerwein bereits jetzt überlegen, wo diese Pflanzen überwintert werden können. Ein ideales Quartier sei laut Experten hell und mäßig warm – beispielsweise ein kleines Gewächshaus oder der Wintergarten. Bei weniger empfindlichen Pflanzen böte sich auch ein kühles Zimmer, der Keller oder ein Treppenhaus an.

Wer Angst hat, dass sein Garten oder der Balkon über die kommenden Wintermonate ein trostloses Bild abgeben wird, kann jetzt laut Thomas Nikel, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei in Tuntenhausen, auf sogenannte winterharte Pflanzen wie Calluna – eine Form davon ist das bekannte Heidekraut –, Silberblatt oder die Schneeheide zurückgreifen. Diese lassen sich laut Nikel jetzt noch sehr gut in die Erde setzen. Wichtig sei allerdings, dass diese dann – vor allem wenn es noch kälter wird – unbedingt direkt am Ballen, in dem die Wurzel sitzt, gegossen werden, denn: „Wenn ich drumherum gieße, kommt das Wasser nicht an den Wurzeln an.“

Wer es im Winter im Garten besonders pflegeleicht haben, aber dennoch auf einen Blickfang setzen will, ist laut Nikel mit winterharten Gräsern, die es in den verschiedensten Arten gibt, sehr gut beraten. Oder mit einem besonders schönen Blickfang, der jedes Auge anzieht: „Die Schneerose, die aktuell blüht, ist im herbstlichen und winterlichen Garten eine wirklich sehr markante Erscheinung“, so der florale Tipp des Gärtnermeisters aus Tuntenhausen.

Holzmöbel mit Öl behandeln

Markante Erscheinungen sind auch oftmals die Garten- und Loungemöbel, die bei warmen Temperaturen zum Verweilen auf Terrasse und Balkon einladen. Auch hier sollten die Besitzer aber Vorkehrungen für den nahenden Winter treffen. Wer Platz hat, lagert die Gartenmöbel am besten im Keller oder der Garage ein, wie eine Verkaufsberaterin des Eder-Baumarkts in Tuntenhausen verrät. Holzmöbel sollten dabei bei relativ gleichbleibenden Temperaturen gelagert und am besten vorher dünn mit Öl behandelt werden, so die Expertin, denn: „Dann hat man im Frühjahr nicht so viel Arbeit damit.“

Schimmelbildung verhindern

Und wenn der Platz zum Einlagern nicht ausreicht? Dann sollten beispielsweise Holztische leicht schräg gestellt werden, damit sich keine Feuchtigkeit auf der Tischplatte sammeln kann. „Zusätzlich können die Möbel abgedeckt werden“, sagt die Expertin, die allerdings ergänzt: „Auf keinen Fall luftdicht verpacken, da sonst die Gefahr von Schimmel und Fäulnis besteht.“ Und wie sieht‘s bei Metall- und Kunststoffmöbel aus? Auch diese können abgedeckt werden, was aber in erster Linie einen Vorteil für die Bequemlichkeit habe. Denn, so die Baumarkt-Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben will: „Wenn ich die Möbel nicht abdecke, muss ich halt im Frühjahr vor dem ersten Einsatz viel mehr putzen.“

So bietet der Garten den Vögeln auch im Winter ein Zuhause

Singvögel im Garten sorgen nicht nur für das morgendliche Open-Air-Konzert, sondern sie helfen auch dabei, die Schädlingspopulation zu regulieren. Doch vor allem im Winter ist das Bedürfnis der Vögel nach Nahrung groß, sagt Martin Rümmler, Referent für Vogelschutz beim Naturschutzbund Deutschland (NABU). Dann brauchen die Tiere energiereiches Futter – vor allem Ölsaaten, aber auch reife Früchte. Im Idealfall können Vögel an den Gartenpflanzen Beeren und Samen ernten – und nicht nur eine Sorte. Denn die verschiedenen gefiederten Mitbewohner haben ihre jeweilige Lieblingsspeise und das sind in der Regel heimische Pflanzenarten. Doch nicht alle gefiederten Gartenbewohner ernähren sich von Samen. Manche Vögel wie die Amsel und das Rotkehlchen sind Weichfutterfresser. Sie greifen sich im Herbst vorzugsweise Beeren und andere Früchte, die an Sträuchern und Bäumen reifen. Darunter sind die verschiedenen Arten der Vogelbeere quasi die begehrtesten Restaurants der Stadt. Doch die Vögel brauchen ja nicht nur Futter im Garten, sondern auch Unterkünfte. Gerade eine dichte Aststruktur von Bäumen und Hecken bietet den Tieren einen guten Witterungsschutz.dpa

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