Exhibitionist belästigte Kinder

Weil er sich mehrfach vor Kindern entblößt und dabei Onanierbewegungen vorgenommen hatte, wurde ein 61-jähriger Frührentner aus Bad Aibling jetzt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er 64 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Bad Aibling - So schamhaft, wie sich der 61-Jährige vor Gericht zeigte, wäre er wohl besser im September 2013 und nochmals im März 2014 gewesen. Damals stellte er sich den spielenden Kindern in der Nachbarschaft mit entblößtem Unterleib zur Schau. Im Fenster, auf einem Stuhl stehend, zeigte er sich den Kindern, die auf der Straße und im Nachbargarten spielten, mit Onanierbewegungen. Er war umfassend geständig, was den betroffenen Kindern ersparte vor Gericht aussagen zu müssen.

Seit über zehn Jahren ist der Aiblinger wegen einer heimtückischen Krankheit Frührentner. Möglicherweise, so hieß es, hat ihn diese bedrückende Situation zu diesen Fehlhandlungen getrieben.

Der gelernte Maurer war von den Eltern eines der Kinder angezeigt worden. Deren Tochter hatte von dem seltsamen Treiben des Nachbarn berichtet. Die Polizei ermit-telte fünf Kinder von elf bis zwölf Jahren, denen das abartige Verhalten des Mannes aufgefallen war. Wirklich genähert hat er sich den Kindern zu keinem Zeitpunkt. Aber auch so ist ein solches Verhalten nicht hinnehmbar.

Vor dem Jugendschöffengericht, das in solchen Fällen als Jugendschutzgericht agiert, musste sich der Mann nun verantworten. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans-Peter Kuchenbaur, was ihn denn zu solchem Verhalten trieb, wusste er keine Antwort. Er erklärte sich auch sofort bereit, sich in einer Fachambulanz untersuchen zu lassen, ob Pädophilie bei ihm ein Problem sei. Zudem war er, wie der Richter verlas, bislang in keinster Weise vorbestraft. Umso rätselhafter ist dieses Fehlverhalten ihm selber und den damit befassten Behörden.

"Keine einmalige

Entgleisung"

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft erklärte, dass es sich nicht um eine einmalige Entgleisung, sondern um wiederholte Taten handelte. Andererseits sprächen das sofortige Geständnis und eine leere Strafliste für den Angeklagten. Weil er erstmals gegen das Gesetz verstoßen hatte und angesichts der Therapiebereitschaft eine Wiederholung unwahrscheinlich sei, beantragte er eine Gefängnisstrafe von zwölf Monaten, die aber unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Die Verteidigerin, Rechtsanwältin Gabriele Sachse, verwies darauf, dass ihr Mandant sein Verhalten sichtlich bereue und sich diese Verurteilung ganz sicher als Warnung dienen lasse. Sie hielt eine Haftstrafe von zehn Monaten für ausreichend, schloss sich ansonsten den Anträgen des Staatsanwaltes an.

Das Gericht verurteilte den reuigen Täter zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Weil der Angeklagte eingangs von sehr beengten Einkommensverhältnissen gesprochen hatte, erlegte ihm das Gericht 64 Stunden gemeinnützige Arbeit auf, die er in einer Form leisten solle, welche sein Gesundheitszustand zulässt.

Nun wollte der Mann aber lieber eine Bußgeldzahlung entrichten, weil er plötzlich doch über Ersparnisse verfügte. Der Einspruch kam jedoch zu spät. Daneben wird er sich nötigenfalls einer Therapie unterziehen. au

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