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Rosenkrieg bringt 31-Jährigen vor Gericht

Ex-Frau lässt Drogenkonsum eines Bruckmühler Handwerksmeisters auffliegen

Erst medizinisches, dann illegal gehandeltes Cannabis konsumierte ein Bruckmühler Handwerksmeister. Seine Sucht flog erst auf, als seine Ex-Frau einen Rosenkrieg eröffnete und ihn bei der Polizei anzeigte.
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Erst medizinisches, dann illegal gehandeltes Cannabis konsumierte ein Bruckmühler Handwerksmeister. Seine Sucht flog erst auf, als seine Ex-Frau einen Rosenkrieg eröffnete und ihn bei der Polizei anzeigte.
  • VonTheo Auer
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Weil seine Ex-Frau ihn anzeigte, landete ein 31-jähriger Bruckmühler vor Gericht. Der Vorwurf: Drogenhandel. Der Angeklagte gab vor dem Schöffengericht in Rosenheim seinen langjährigen Drogenkonsum zu, leugnete aber den Handel mit Drogen. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Bruckmühl – Ein Rosenkrieg löste die Strafverfolgung eines 31-jährigen Handwerksmeisters aus Bruckmühl aus. Seine Ex-Frau erstattete gegen ihn Anzeige wegen Drogenhandels und gab an, ihn selbst zu den Übergabeorten gefahren zu haben. Zudem sei sie anwesend gewesen, wenn er im gemeinsamen Zuhause seine Kunden mit den Drogen versorgt habe.

Zwar hatte die Polizei bei der darauf folgenden Hausdurchsuchung nur geringe Mengen an Cannabisprodukten gefunden. Anhand der Nachrichten auf dem Smartphone des 31-Jährigen konnten die Ermittler aber auf einen lebhaften Drogenhandel schließen.

Angeklagter leugnet Drogenhandel

Vor dem Schöffengericht in Rosenheim gestand der Angeklagte schließlich auch seinen langjährigen Drogenkonsum. Über einen längeren Zeitraum habe er medizinisches Cannabis vom Arzt verschrieben bekommen. Dieses sei aber weitaus teurer als die Droge auf dem Schwarzmarkt. Deshalb habe er seit 2018 seine Bedürfnisse auf dem illegalen Wege befriedigt. Niemals aber habe er gewerbsmäßig mit den Drogen Handel getrieben. Ein einziges Mal habe er eine kleine Menge Kokain an einen Bekannten gegen Geld weitergegeben.

Ein Polizeibeamter bestätigte vor dem Schöffengericht, dass der Ausgangspunkt der Ermittlungen eine Anzeige der Gattin wegen häuslicher Gewalt gewesen sei. Bei dieser Gelegenheit habe die Frau auch auf den Drogenkonsum und -handel ihres Partners hingewiesen. Aus den Nachrichten auf dem Handy habe die Polizei geschlossen, dass der Angeklagte mit einem weiteren Täter Drogengeschäfte und den Import von Drogen aus dem Ausland initiiert und durchgeführt habe. Zwar habe man keine Hinweise auf Kunden oder andere unwiderlegbare Beweise gefunden, aber die Chat-Nachrichten seien für die Ermittler so schlüssige Hinweise gewesen, dass sie eine Anklage rechtfertigten.

Die Ex-Ehefrau wiederholte ihre Vorwürfe auch vor Gericht, ohne jedoch wirklich Zeugin der Vorgänge gewesen zu sein. Im Wesentlichen handelte es sich bei ihren Schilderungen um Rückschlüsse. Der Mittäter, der ein eigenes Strafverfahren erwartet, machte von seinem Aussage-Verweigerungsrecht Gebrauch, sodass von ihm keine weitere Erhellung der Umstände zu erwarten war.

Zwei Fakten machten die Urteilsfindung des Gerichts unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch schwierig: Belastend war die Tatsache, dass der Mann bereits mehrfach vorbestraft war. Andererseits ist er ein anerkannter Meister seines Faches, wodurch er keinesfalls unter die Rubrik „haltloser Drogenjunkie“ fällt. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hielt einen Drogenhandel durch den Angeklagten für erwiesen und beantragte eine Haftstrafe von drei Jahren.

Rechtsanwalt David Schietinger bestritt als Verteidiger, dass sein Mandant ein Drogenhändler sei. Lediglich in einem einzigen Fall habe er Drogen gegen Geld abgegeben. Ansonsten sei er lediglich wegen Erwerbes und Besitzes von Drogen zu belangen. Dies habe sein Mandant auch eingestanden. Daher hielt der Verteidiger eine Strafe von neun Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung, für angemessen.

Keine Haft, dafür 6000 Euro Strafe

Nach reiflicher Überlegung kam das Schöffengericht zu dem Urteil, dass der Angeklagte tatsächlich nur einmal Handel getrieben habe, was eine Gewerbsmäßigkeit ausschließe. Wegen der einschlägigen Vorstrafen des 31-Jährigen könne es aber nicht bei einer geringeren Strafe bleiben.

Das Gericht befand eine Strafe von zwei Jahren Haft für angemessen, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Eine Geldbuße von 6000 Euro soll verhindern, dass das Urteil als Freispruch empfunden werden kann.

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