Es wird eng am Kinderhaus: Kann Tuntenhausener Bahnweg das Verkehrsaufkommen ertragen?

Die Baumeisterarbeiten für das neue Kinderhaus in Tuntenhausen gehen voran. Schon in dieser Woche soll die Geschossdecke eingezogen werden.
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Die Baumeisterarbeiten für das neue Kinderhaus in Tuntenhausen gehen voran. Schon in dieser Woche soll die Geschossdecke eingezogen werden.

Die Bauarbeiten für das neue Kinderhaus in Tuntenhausen schreiten zügig voran. Da eine Zufahrt über die gefährliche Kuppe an der Staatsstraße 2358 (Tillystraße) nicht möglich ist, rollt der Baustellenverkehr über den Bahnweg. Der ist schmal. Hier ist millimetergenaues Passieren erforderlich.

von Kathrin Gerlach

Tuntenhausen Tuntenhausen bekommt ein Kinderhaus. Schon in dieser Woche zieht die Bruckmühler Baufirma die Geschossdecke ein, wird der Zimmerer mit der Arbeit beginnen. Noch in diesem Monat kommen die Fenster, im September sind die Fassadenbauer an der Reihe. Und so geben sich die Gewerke die Klinke in die Hand. Voraussichtlich im Oktober ist die Gebäudehülle dicht, kann der Innenausbau erfolgen.

Keine Anbindung über Staatsstraße

Im September 2021 soll das neue Kinderhaus bis zu 100 Kindern im Krippen- und Kindergartenalter Platz bieten. Im Investitionsplan der Gemeinde sind dafür 3,91 Millionen Euro vorgesehen. Davon trägt die Gemeinde 2,71 Millionen Euro selbst. Die Förderhöhe beträgt 1,2 Millionen Euro.

Schon vor Einzug der Kinder in ihr neues Haus war der Verkehrsfluss zum Kindergarten mehrfach Thema – nicht nur im Gemeinderat. Da eine Anbindung des Kindergartens über die Staatsstraße an der unübersichtlichen Kuppe aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht erfolgen kann, ist diese nun über den Bahnweg geplant.

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Das macht den Anwohnern Sorge. Sie wissen, dass auf sie keine zusätzliche Kosten zukommen, nachdem die Gemeinde in einer Anwohnerversammlung versicherte, dass gegenwärtig kein Ausbau der Straße geplant sei und die Gemeinde keine Straßenausbaubeiträge erheben werde.

Damit ist eine Sorge, aber nicht das Verkehrsproblem vom Tisch. Auch wenn das Bringen und Holen der Kinder täglich zweimal eine Stunde dauern wird und damit überschaubar ist, muss der Bahnweg ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von bis zu 200 Fahrzeugen täglich aufnehmen. Und das wird eine Herausforderung.

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Schon jetzt ist der Begegnungsverkehr am Bahnweg ein schwieriges Unterfangen. Landwirte, die mit ihren Fahrzeugen auf ihre Felder wollen, leisten hier oft Millimeterarbeit. Private Anliegen, wie der Bau eines Carports direkt an der Straße, müssen zurückgestellt werden – eben weil aus Sicht der Gemeinde hier künftig mit einem höheren Verkehrsaufkommen gerechnet werden muss.

Gemeinde hat Grund erworben

„Der Zuwachs an Verkehr wird überschaubar sein“, schätzt Bürgermeister Georg Weigl ein. Zudem sieht er in der Enge der Straße auch einen Vorteil, denn: „So wird automatisch langsamer gefahren.“

Für einen etwaigen Ausbau der Straße hat die Gemeinde indes schon vorgesorgt, auch wenn dieser derzeit nicht geplant ist. „Wir haben Grundstücke erworben, um die Straße perspektivisch verbreitern zu können“, informiert Weigl. Jetzt wolle man aber erst einmal schauen, wie die derzeit auch als Bautrasse genutzte Straße die Belastung aushalte. „Wenn sie in Mitleidenschaft gezogen wird, müssen wir natürlich etwas tun“, kündigt der Bürgermeister an.

Und auch den Verkehr zum und vom Kindergarten wolle sich die Gemeinde erst einmal anschauen, um abzuwägen, ob Maßnahmen erforderlich sein könnten.

Der Bahnweg ist künftig auch die Zufahrtsstraße zum Kinderhaus. Schon jetzt ist hier oft Millimeterarbeit gefragt. Gerlach

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