Ersatzbiotope für Zauneidechsen

Eines der vier Ersatzbiotope, die an der Bahnstrecke nahe Ostermünchen angelegt wurden. Stache

Tuntenhausen – Auf den ersten Blick ist es nur eine Ansammlung von Steinen und feinem Sand, die der Spaziergänger an der Bahnstrecke Rosenheim-München zwischen Weiching und Ostermünchen entdeckt.

Tatsächlich ist es aber ein Ersatzbiotop für Eidechsen.

Fast unbeachtet liegen vier solcher Steinhaufen in unmittelbarer Nähe der Lärmschutzwand. In dieser befinden sich im Abstand von einigen Metern Löcher, die in mit Steinen gefüllte Drahtgeflechte führen. Sie dienen Zauneidechsen als Durchschlupflöcher.

Der mit Steinen gefüllte Drahtkorb dient als Aufstiegshilfe. Hintergrund: Weil den Tieren durch den Bau der Lärmschutzwand der Weg in den alten Lebensraum im Schotterbett zwischen den Gleisen erschwert wurde, hat die Bahn diese Ersatzlebensräume angelegt. Zauneidechsen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Die etwa 24 Zentimeter lange Zauneidechse hält sich gern in unmittelbarer Nähe von Autobahnen und Bahnstrecken auf – so auch in Ostermünchen. Zwischen den groben Steinen und dem Schotter finden die Eidechsen Wärme und Schutz, im Sand können sie ihre Eier ablegen. Werner Stache

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