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Das hat es mit dem gelben Band auf sich

„Ernte frei!“ in Bad Aibling: Wo die Bürger gratis zugreifen dürfen

Ob Zwetschgen, Äpfel oder Birnen – an vielen Bäumen hängt auch heuer wieder Obst in Hülle und Fülle. An Bäumen, die im Bad Aiblinger Stadtgebiet mit einem gelben Band versehen sind, darf zugegriffen werden.
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Ob Zwetschgen, Äpfel oder Birnen – an vielen Bäumen hängt auch heuer wieder Obst in Hülle und Fülle. An Bäumen, die im Bad Aiblinger Stadtgebiet mit einem gelben Band versehen sind, darf zugegriffen werden.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Gratis zugreifen in Zeiten, in denen alles immer teurer wird: das können die Bad Aiblinger jetzt im Herbst in ihrer Stadt. Doch wo? Hinweis darauf gibt ein gelbes Band. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

Bad Aibling – Die Stadt Bad Aibling beteiligt sich heuer zum dritten Mal an der Aktion „Gelbes Band“. Mit diesem speziellen Ernteprojekt sollen heimisches Obst und Gemüse vor dem Verrotten gerettet werden. Das Prinzip von Geben und Nehmen funktioniert in diesem Zusammenhang ganz einfach: Wer einen Obstbaum besitzt, ihn aber nicht selbst abernten kann oder will, kann ihn mit einem gelben Band markieren und damit zur Ernte für die Öffentlichkeit freigeben.

„Unser heimisches Obst und Gemüse sind viel zu schade, um auf dem Boden zu verfaulen“, hatte Bürgermeister Stephan Schlier bereits zur Einführung der Aktion im Herbst 2020 betont. „,Wir hoffen auch heuer auf eine gute Ernte für die Landwirtschaft und auf viele Eigentümer, die überschüssiges Obst, das sonst verkommen würde, mit einem gelben Band kennzeichnen wollen“, so Schlier anlässlich dieser Aktion für mehr Nachhaltigkeit.

Auch Stadt wird ihre Bäume markieren

Die Stadt selbst stellt zum Beispiel die Streuobstwiesen im Gewerbegebiet Markfeld für die Ernte zur Verfügung – Äpfel, Zwetschgen und Co. dürfen dort kostenfrei gepflückt werden. Über das Stadtgebiet verteilt sind laut Andreas Arnold, Chef der Stadtgärtnerei, noch diverse weitere Einzelbäume auf öffentlichem Grund, die in der kommenden oder der übernächsten Wochen ebenfalls mit einem gelben Band versehen werden.

So geht nicht nur die Stadt mit gutem Beispiel voran und hofft, dass die Aktion wieder weite Kreise ziehen wird. Wobei Rückmeldungen eigentlich gar nicht bei den offiziellen Stellen ankommen, wie Arnold und auch Johanna Hechenthaler von der Stadtverwaltung auf Nachfrage erklären.

Reges Verschenken und Austauschen

Auch Katharina Dietel, die Umweltreferentin des Stadtrates, hat in den vergangenen beiden Jahren zwar keine direkten Reaktionen erhalten. Doch sprechen die abgeernteten Bäume auf öffentlichem und auch privatem Grund ihre eigenen Sprache, sind sich die Unterstützer einig.

An den Bäumen auf der Streuobstwiese der Stadt Bad Aibling am Gewerbegebiet Markfeld sollen ebenfalls gelbe Bänder angebracht werden.

Möglicherweise wird die Zahl der „Selbsternter“ heuer angesichts der immer teurer werdenden Lebenshaltungskosten noch einmal ansteigen. „Überhaupt erlebt das Selbermachen in den vergangenen Jahren ja ganz offensichtlich eine Renaissance, sei es beim Kochen und Backen oder beim Einmachen“, hat Katharina Dietel festgestellt. Die Aktion halte sie nach wie vor für eine sehr schöne Idee, die vieles noch abrundet, was ohnehin bereits in der Stadt geschieht.

So findet etwa unter den Mitgliedern des Nachbarschaftsrings schon während der Saison ein reges Verschenken oder Austauschen von Gemüse und Obst statt: „Oft ist ja alles zur gleichen Zeit reif und im Überfluss vorhanden. Die einen wissen nicht, wohin damit, andere haben keinen Garten und sind dankbare Abnehmer oder besonders versiert im Verarbeiten. Vom Obstessig bis zum Sauerkraut war schon alles dabei“, weiß Frauke Vieregg vom Organisationsteam. Nicht selten werde das Endprodukt auch wieder zurück- beziehungsweise gegen die Nachbarschaftsring-Währung, die „Wendelsteine“, eingetauscht.

Und auch bei der Aiblinger Tafel bringen laut Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel immer wieder die Hobby-Gartler die ein oder andere Kiste mit frisch geerntetem Obst oder Gemüse vorbei, gerade wenn die Zucchini, Tomaten oder Äpfel alle Vorratskammern sprengen. Ansonsten könne man die Kunden ebenfalls auf die Aktion „Gelbes Band“ aufmerksam machen..

Die gelben Bänder für die Aktion können ab der kommenden Woche zu den Öffnungszeiten kostenfrei im Bürgerbüro im Rathaus am Marienplatz abgeholt werden. Wer selbst ein gelbes Band zu Hause hat, kann dieses selbstverständlich ebenso verwenden. Bei Bäumen, die von der Straße aus nicht einsehbar sind, kann zusätzlich ein Band an den Gartenzaun oder auch die Haustüre gebunden werden.

Beim Abernten von Bäumen, die mit dem gelben Band gekennzeichnet wurden, sind drei Regeln zu beachten: Es dürfen keine Äste abgebrochen oder Bäume beschädigt werden. Die Grundstücke dürfen nicht verschmutzt und müssen so wieder verlassen werden, wie sie angetroffen wurden.

Bei der Aktion gelten drei Regeln

Das Abernten der markierten Bäume geschieht ferner auf eigene Gefahr und sollte – zumindest bei eingezäunten Grundstücken – vorher mit den Besitzern abgesprochen werden.

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Projekt können sich interessierte Bürger per Mail unter kdietel@posteo.de an Katharina Dietel, die Umweltreferentin des Stadtrats, wenden.

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