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Gastronomin und Hotelinhaberin mit Herzblut

Die „Queen Mum“ von Bad Aibling: Erna Lindner feiert 95. Geburtstag

Bei bewundernswerter Gesundheit feierte Erna Lindner kürzlich ihren 95. Geburtstag.
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Bei bewundernswerter Gesundheit feierte Erna Lindner kürzlich ihren 95. Geburtstag.
  • VonJohann Baumann
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Die Bad Aiblingerin Erna Lindner betrieb jahrelang das Hotel Lindner, in dem zahlreiche Berühmtheiten abgestiegen sind. Jetzt feierte sie ihren 95. Geburtstag.

Bad Aibling – Sie ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten von Bad Aibling: Erna Lindner. Sie könnte man auch die „Grand Dame“ der Kurstadt nennen. Jetzt feierte sie bei bewundernswerter Gesundheit ihren 95. Geburtstag.

Waschechte Bad Aiblingerin

Die Jubilarin ist eine waschechte Bad Aiblingerin, ihre Eltern betrieben das Baugeschäft Zehetmayr in der Frühlingsstraße. Sie besuchte die Volksschule am Hofberg und setzte ihre weitere Schulzeit in Internaten der „Englischen Fräulein“ in Wasserburg und München-Pasing fort. Das zu ihrer Jugend obligate Pflichtjahr absolvierte sie in der Käserei von Julius Muggli in Bad Aibling.

1949 heiratet sie den Gastwirt Max Lindner

1949 heiratete sie den verwitweten Gastwirt Max Lindner, der einen Sohn und eine Tochter – beide inzwischen verstorben – mit in die Ehe brachte. Aus ihrer Ehe mit Max gingen zwei Töchter hervor, von denen eine 2008 verstarb.

Erna heiratete 1949 den Gastwirt Max Lindner: Damals sah die Lindner-Gaststube so aus.

Seit 1974 ist Erna Lindner verwitwet. Ihr Ehemann hatte von seinen Eltern den Gasthof Lindner geerbt, das Gebäude am Marienplatz war früher das 1470 erstmals urkundlich erwähnte Schloss Prantshausen. Zug um Zug bauten sie die Gastwirtschaft aus, die anfänglich über kein fließendes Wasser verfügte und nur mit Kachelöfen beheizt wurde.

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In den 50er-Jahren begannen sie mit 20 Betten den Hotelbetrieb – heute gibt es im „Das Lindner“ 100 Betten. Der Familienbetrieb ist inzwischen verpachtet. Erna Lindner war mit Herzblut Gastronomin und lässt sich auch heute noch gerne bei den Gästen sehen. „Wenn ich jünger wäre, würde ich noch gerne Wirtin sein“, bekennt sie und ergänzt: „Wirtin zu sein ist schön, aber mit viel Arbeit verbunden.“ Nach dem langen Arbeitstag hat sie um 20 Uhr ihre weiße Schürze abgelegt und sich an den Stammtisch gesetzt, dessen Besetzung täglich wechselte. „Da habe ich erfahren, was in der Stadt los war“, schildert sie.

Jeden Morgen liest sie die Zeitung

Zu den Stammtischgästen zählte unter anderem auch die Aiblinger Geistlichkeit. Gern erinnert sie sich auch an den früheren Redaktionsleiter des „Mangfall-Bote“, Helmuth Gastel, der zehn Jahre lang Mittagsgast im Hause war. „Den Mangfall-Boten lese ich täglich beim Frühstück, seit es ihn gibt“, berichtet sie.

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In Zeiten vor dem Bau des Rosenheimer KuKo war das Aiblinger Kurhaus das kulturelle Zentrum im Mangfalltal und darüber hinaus. Von den Künstlern, die im Kurhaus auftraten, übernachteten viele im Hotel „Lindner“. Stolz präsentiert Erna Lindner das Gästebuch, in das sich unter anderem Filmstars wie O. W. Fischer, Peter Weck, Liselotte Pulver und Curd Jürgens eingetragen haben.

Franz Josef Strauß zu Gast

Zu den prominenten Gästen zählten auch Kardinäle und Politiker, darunter auch Franz Josef Strauß. Der Politiker war 1965 als CSU-Vorsitzender Gast des Hauses und schrieb in das Gästebuch: „Franz Josef Strauß dankt für Speise und Trank“. „Er hat auch nicht bezahlt“, erinnert sich Erna Lindner und schmunzelt.

Franz Josef Strauß verewigte sich im Gästebuch des Hotels Lindner.

Elf Rathauschefs hat sie miterlebt

In ihren 95 Jahren hat das Geburtstagskind viele Meilensteine der Aiblinger Geschichte erlebt – und elf Bürgermeister. Rathaus-Chef Stephan Schlier und sein Vorgänger Felix Schwaller gratulierten persönlich. Im Glückwunschscheiben des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder heißt es unter anderem: „In den kommenden Jahren begleiten Sie meine besten Glück- und Segenswünsche - besonders in dieser schwierigen Zeit“.

Der 95. Geburtstag ist ein seltenes Geschenk

Landrat Otto Lederer schrieb: „Der 95. Geburtstag ist ein seltenes Geschenk, das Sie mit Stolz und Freude genießen können. Die Erinnerungen an all das, was Sie bisher erlebt und erreicht haben, wird Ihren Ehrentag bereichern“.

Zu den Gratulanten gehörte auch der Pächter und Inhaber des „Lindner“, Jost C. Deitmar.

„Queen Mum der bayerischen Hotellerie“

Gegenüber des Mangfall-Boten würdigte er die Lebensleistung von Erna Lindner und bezeichnete sie als „Queen Mum der bayerischen Hotellerie“. Nach ihrem Lebensmotto befragt antwortet die Jubilarin: „Arbeit schadet nicht“ und fügt hinzu: „Meine Füße, mit denen ich viel habe laufen müssen, tragen mich heute noch.“

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