Enttäuschung und Trauer bei Ostermünchener Trachtlern

60 Kinder und Jugendlichegehören zum Trachtenverein – darunter Josef Heibler, Maxi Lausch, Josef Neumayer und Lorenz Lechner (von links). Die Jugendarbeit liegt derzeit auf Eis. Wann es weitergeht, weiß keiner. Strauss

Tuntenhausen – Die Enttäuschung bei den Ostermünchener Trachtlern ist groß.

Die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum des Trachtenvereins Almarausch fallen der Corona-Pandemie zum Opfer. Auch das 100. Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes ist abgesagt. Es gibt keine Verschiebung auf den Herbst. Auch kein Notgaufest. „Das ist sehr schade für das kulturelle Leben in unserem Land, für die Trachtensache und natürlich für die Trachtler, die sich auf das alljährliche Gaufest, die Begegnungen und Erlebnisse gefreut haben“, bedauert Georg Schinnagl, der Vorsitzende des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes. „Das hat es in den 100 Jahren unseres Trachtenvereines noch nie gegeben“, sagt Vorsitzende Brigitte Kiemer enttäuscht. „Unsere Trachtler sind traurig, geschockt, können es noch gar nicht wirklich fassen, dass unser bedeutendstes Fest des Jahres ausfallen soll, obwohl es abzusehen war.“ Seit mehr als drei Jahren schon sind die Ostermünchener mit den Vorbereitungen ihres Festes beschäftigt. „Vor allem im letzten Jahr haben wir Gas gegeben und viele ehrenamtliche Stunden investiert“, blickt Kiemer zurück. Auch die Ostermünchener Ortsvereine standen schon in den Startlöchern, um sich in die Vorbereitungen einzubringen. Nun die Absage.

Keiner weiß, wie und wann es überhaupt weitergehen kann. Finden 2021 wieder Feste statt? Kann das 100-jährige Jubiläum dann wenigstens klein nachgefeiert werden? Und ab wann darf das normale Vereinsleben weitergehen?

Die finanziellen Verluste, die dem Ostermünchener Trachtenverein durch die Absage der Jubiläumsfeierlichkeiten entstehen, belaufen sich bislang auf einige Tausend Euro. „Ob es dafür eine Entschädigung geben kann, prüft derzeit der Bayerische Trachtenverband“, informiert Kiemer. Die Verträge für das Fest werden gerade gelöst: „Alles, was wir mehr als drei Jahre lang organisiert haben, müssen wir jetzt in zwei Tagen abwickeln. Das ist wirklich traurig“, beschreibt Brigitte Kiemer die Stimmungslage.

Die Chronik des Trachtenvereins, an der Dorothea Niedermaier seit Monaten ehrenamtlich arbeitet, gewinnt nun eine noch größere Bedeutung. Auch wenn jetzt der zeitliche Druck für ihre Fertigstellung genommen wurde: Die Chronik wird auf jeden Fall erscheinen und über das 100. Jahr im Vereinsleben der Ostermünchener Trachtler auch eine ganz besonders traurige Geschichte erzählen: Seit Jahresbeginn sind acht Ostermünchener Trachtler verstorben. Kathrin Gerlach

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