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Infoveranstaltung zu Brenner-Nordzulauf

Entsetzen bei Betroffenen in Niclasreuth, Dorfen und Lorenzenberg: Trasse direkt vor der Haustür

Bürgermeister Georg Weigl und Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf informierten im Alten Schulhaus über die aktuelle Planung zum Trassenverlauf von Ostermünchen bis Grafing-Bahnhof.
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Bürgermeister Georg Weigl und Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf informierten im Alten Schulhaus über die aktuelle Planung zum Trassenverlauf von Ostermünchen bis Grafing-Bahnhof. (Symbolbild.)
  • VonWerner Stache
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Intensive Diskussionen und existenzielle Sorgen der Bürger gab es bei der Hohenthanner Informationsveranstaltung zum Brenner-Nordzulauf. Bürgermeister Georg Weigl und Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf informierten im Alten Schulhaus über die aktuelle Planung zum Trassenverlauf von Ostermünchen bis Grafing-Bahnhof.

Tuntenhausen – „Mit Variante Limone sind zwei neue Gleise auf der grünen Wiese geplant“, informierte der Bürgermeister. Stark davon betroffen seien Orte wie Niclasreuth, Dorfen oder Lorenzenberg, an denen die Strecke oberirdisch dicht vorbeiführt, was für Entsetzen bei der dortigen Bevölkerung sorgt.

Mangelnde Kommunikation

Darum wurde anfangs intensiv über den Kriterienkatalog und dessen Gewichtung diskutiert. Teile der anwesenden Bürger fühlten sich nicht genug informiert und nicht mit einbezogen. Der Bahn warfen sie eine „abgekartete Sache“ vor. Hans Thiel, Vertreter der Gemeinde Tuntenhausen in den Dialogforen zum Bahnprojekt, verwies auf den Kriterienkatalog, der schon 2016 festgelegt wurde – zu einem Zeitpunkt, als die Trassen noch gar nicht bekannt waren. Fakt sei, und das bestätigte auch Bürgermeister Weigl, dass die Bahn dieses Thema nicht intensiv genug kommuniziert habe.

„Wie können wir uns dagegen wehren?“ so die Frage einer sehr besorgten Bürgerin. Der erste Schritt wäre das Raumordnungsverfahren, betonte der Bürgermeister: „Wir müssen das aber auch im Bund platzieren.“ Die Gemeinde und auch der Landkreis hätten ihre Meinung gegenüber den Ministerien mit Resolutionen schon mehrfach kundgetan. Die Frage von Franz Öckl, wie denn die Antwort ausfiel, beantwortete der Bürgermeister deutlich: „Es gibt keine. Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing interessiert der Brennerzulauf nicht.“ Die Zuhörer waren ob dieser Ignoranz in Berlin entsetzt.

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war der zu erwartende Lärm und die Frage, ob dazu bereits Analysen vorliegen. Besondere Angst hegten einige Bürger auch wegen des möglichen Wertverlusts ihrer Immobilien. Weigl beruhigte ein wenig: Beim Neubaustandard seien die hochwertigsten Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Natürlich kam auch der Erhalt des Bahnhofs Ostermünchen wieder zur Sprache. Stefan Hofbauer fragte nach: „Es hieß kürzlich von Bahnverantwortlichen, dass der Bahnhof erhalten werde. Stimmt das?“ Nach den Worten des Bürgermeisters sei das keinesfalls sicher. Mitte September solle es dazu eine Entscheidung geben.

So könnten die Planungen der Deutschen Bahn für den Brenner-Nordzulauf die Ortschaft Weiching verändern: Bürgermeister Georg Weigl zeigte die Folgen der Planungen in der Infoveranstaltung in Hohenthann jetzt erstmals auf.

Auch die Trasse des Brenner-Nordzulaufs bis Ostermünchen und die beiden geplanten neuen Überholgleise waren erneut Thema. Im Dialogforum im August, so informierte die Bürgerinitiative, sei dieses Thema beraten worden. Dieter Müller von der DB Netz AG habe darüber informiert, dass im Planungsabschnitt Ostermünchen-Innleiten derzeit zwei Varianten untersucht würden: die Beibehaltung und die Verlegung des Bahnhofs Ostermünchen.

Auch die Ausgestaltung der Verknüpfungsstelle Ostermünchen und die Anzehal der Gleise in Weiching sie dort zur Sprache gekommen. Aber auch dafür gebe es noch keine endgültige Lösung. „Reine Salamitaktik“, hieß es von den Zuhörern, von denen viele aus dem Raum Aßling und Ebersberger kamen. „Darüber wurde nie geredet“, sagte Weigl, der vorschlug, die Überholgleise – falls sie kommen – nicht neben den Neubaugleisen zu bauen, sondern hintereinander. „Das muss dann in die Länge gezogen werden“, so der Bürgermeister. Was in einem solchen Fall in Weiching passieren würde, zeigte Weigl anhand einer Grafik auf.

Margit Kraus legte die Position der Bürgerinitiative Brenner-Nordzulauf dar, forderte unter anderem den Nachweis der Wirtschaftlichkeit der Trasse und eine Modernisierung der Bestandsstrecke. Eine Bürgerin sah den Brennerzulauf als „Prestige Objekt“ an und fragte, ob man auf Brüssel Einfluss nehmen kann. Weigl dazu: „Die EU unterstützt das Projekt.“

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Kommentare

cicaesar
(0)(0)

Schade! Ich nähme die Trasse sofort vor meinem Haus. Das spart die Spielzeugeisenbahn für den Herrn des Hauses, der die Originale anschauen kann. Her mit dem Brennerzulauf, ansonsten gibt es keine Ruhe mehr im im Inntal. Wird er in Halbtunnels versenkt wie in A, macht er ja auch keinerlei Probleme.