LESERFORUM

Entschuldigung nötig

Leserbrief zum Bericht „Corona-Regeln lösen Zerwürfnis aus: Zoff zwischen Grünen und Buchhändler in Bad Aibling“ im Lokalteil:

„Wenn ein Kunde sich entscheidet, bei einer Firma nicht mehr zu kaufen, dann ist es sein gutes Recht. Als professioneller Unternehmer kann man nur noch versuchen, die Ursachen herauszufinden und zu entscheiden, ob man in Zukunft etwas besser machen kann, um weitere Fälle zu vermeiden.

Einen Kunden aber zu beschimpfen, ist einfach nur dumm. Skandalös ist jedoch der Vergleich mit unserer braunen Vergangenheit und der Judenvernichtung. Wie seinerzeit Gauland vom „Vogelschiss der Geschichte“ sprach, wird hier die Verharmlosung/Relativierung eines Völkermordes vorgenommen.

Wenn Frau Deininger dann noch eine unterirdische Rechtfertigung nachreicht („etwas heftig“), kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Mit der Redewendung „Wehret den Anfängen“, die insbesondere mit der Gefahr des Erstarkens des Rechtsextremen verbunden ist, demaskiert sie sich – zusammen mit Herrn Braun – der offensichtlichen Nähe von sogenannten, sich selbst ernennenden „Querdenkern“ und dem rechtsextremen Mob. Die Leipziger Randale – AfD, „Querdenker“, rechtsextreme Hooligans Hand in Hand – sprechen für sich.

Die Meinungen von Herrn Braun und Frau Deininger sind mir egal, soweit sie sich selber an die Auflagen halten und mich nicht missionieren wollen.

Die jetzt an den Tag gelegte aggressive Handlung werde ich zum Anlass nehmen, bis auf Weiteres die Geschäfte nicht mehr zu betreten. Von Herrn Braun wäre eine öffentliche Entschuldigung, zumindest bei der jüdischen Gemeinde, angebracht.

Beide Unternehmen verweisen dann auch noch auf „die Grünen“, und dass es mit denen ja gar nicht mehr ginge. Das ist alles frei, auch ein Horst Mahler hat schon extrem die Seiten gewechselt.

Ich werde weiterhin Bio kaufen und Bücher lesen, denn für mich wäre es eine Idiotie, die gesamte Branche in Haftung zu nehmen, wenn sich zwei Mitglieder nicht mehr im Griff haben.

Erhard Bieber,

Bad Aibling

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