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Neue Pläne für alte Stallungen

„Entenbaron“ will Touristen nach Niederaltenburg locken

Brachliegendes Gelände: Von der Straße zwischen Westerham und Sonderdilching aus sind die Wiesen zu sehen, auf denen sich früher Enten und Gänse tummelten, sowie im Hintergrund die leerstehenden Stallungen und das Haupthaus (rechts) des Gutes.
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Brachliegendes Gelände: Von der Straße zwischen Westerham und Sonderdilching aus sind die Wiesen zu sehen, auf denen sich früher Enten und Gänse tummelten, sowie im Hintergrund die leerstehenden Stallungen und das Haupthaus (rechts) des Gutes.
  • VonChristine Merk
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Der „Entenbaron“ von Niederaltenburg will vom Federvieh auf Touristen umsatteln. Dort wo sich heute noch Stallungen befinden, könnten bald Hotels und Ferienwohnungen stehen. Doch die Transformation steckt noch in den Kinderschuhen.

Feldkirchen-Westerham/Weyarn – Bis vor rund zehn Jahren tummelten sich Tausende Enten und Gänse auf den Wiesen des Gutshofs Niederaltenburg an der Mangfall. Der Familienbetrieb von Luttitz war unter dem Namen „Entenbaron“ bekannt für seine Tiere und die aus deren Federn produzierten Bettwaren.

Nachdem dieser Betriebszweig eingestellt wurde, boten Constantin Freiherr von Luttitz und seine Schwester Baronesse Stephanie von Luttitz Seminare für gute Umgangsformen, gesunden Schlaf und Yoga an. Bis die Corona-Epidemie dieses Geschäft lahmlegte. Nun könnte auf dem Gelände mit altem Baumbestand etwas Neues entstehen. Das Areal liegt geografisch nahe bei Westerham, gehört aber zur Gemeinde Weyarn. Dort stand das Thema als Beratung zum Bebauungskonzept Niederaltenburg in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats auf der Tagesordnung.

Stallungen beseitigen, Fläche renaturieren

Constantin Freiherr von Luttitz hat Pläne für das idyllische Areal. Details möchte er aber noch nicht nennen. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, betont er, und dass ihm viel an einer guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Weyarn liege. Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) verriet in der Gemeinderatssitzung aber ein bisschen mehr über die Absichten von Luttitz. Dieser habe angeboten, gut über die Hälfte des Bestandes an Gebäuden zurückzubauen und die Flächen zu renaturieren. Auf Luftbildaufnahmen sind riesige Hallen zu sehen, laut Wöhr bis zu 150 Meter lang, in denen früher die Tiere gehalten wurden. Diese Stallungen sind im Rahmen einer Privilegierung genehmigt worden, können also nicht einfach anders genutzt werden.

Eine solche „gewerbliche Umnutzung mit dem Schwerpunkt Tourismus“ wünscht sich von Luttitz aber – mit dem verbleibenden Rest. Die ehemaligen Stallungen sollen also in großem Umfang beseitigt, die frei werdenden Flächen renaturiert, einige Ersatzbauten erstellt und erhaltenswerte Bausubstanz saniert werden. Ferienwohnungen und Hotelnutzung stehen derzeit im Fokus der Überlegungen des Eigentümers.

Für den Gemeinderat stand noch nicht zur Debatte, in welchem Umfang ein solches Konzept grünes Licht erhält. Zur Frage stand diesmal lediglich, ob die Gemeinde überhaupt nach Vorstellung eines Grobkonzeptes für Niederaltenburg planungswillig wäre und einem solchen Projekt wohlwollend gegenüberstehen würde.

Das Landratsamt Miesbach hat das Instrument einer Außenbereichssatzung empfohlen. Mit einer solchen könnte eine maximale Bebauung geregelt werden, gleichzeitig würde das Planungssicherheit sowohl für die Gemeinde als auch für den Bauherren erzeugen. Die Gemeinderäte können sich eine solche Satzung zur Außenbereichsplanung in Kombination mit einem verbindlichen städtebaulichen Vertrag vorstellen. Alle Kosten müsse der Antragsteller übernehmen.

Den nächsten Schritt kann von Luttitz nun also machen und sein Konzept detaillierter ausarbeiten und vorlegen. Nutzungseinheiten, Grünflächen, Stellplätze, Wasser- und Energieversorgung, Abwasser, Heizmöglichkeit, Erschließung, Anlieferungszonen, Sicherung vor Sturzfluten – unter anderem zu diesen Punkten müssen nun konkrete Aussagen kommen.

Das gesamte Projekt könne nur in enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt entwickelt werden, erklärt Wöhr. Vor allem die Untere Naturschutzbehörde müsse eng eingebunden und mit dem Planungs-Konzept einverstanden sein.

Außenbereichssatzung wird vorbereitet

Die Gemeinde Weyarn wird zur Vorbereitung der Satzung deshalb weitergehende Gespräche mit Behörden und Bauherren veranlassen, damit im eigentlichen Verfahren dann alle fachlichen Anforderungen der Träger öffentlicher Belange auch erfüllt werden können. „Es gibt für alle Beteiligten nach dem ersten positiven Signal noch sehr viel zu tun“, sagt Wöhr. Weil das Gelände Niederaltenburg als Außenbereich zählt, bleibe auch nach Erlass einer gemeindlichen Außenbereichssatzung mit der baurechtlichen Nutzungsänderung für alle Baugenehmigungen – wenn es soweit ist – weiterhin das Landratsamt zuständig.

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