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Große Pläne in Tuntenhausen

Landwirtschaft trifft Photovoltaik: Das steckt hinter dem 22-Hektar-Projekt

So würde die Anlage in Bach einmal ausschauen. Damit wäre die Fläche für die Landwirtschaft auch weiterhin größtenteils nutzbar.
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So würde die Anlage in Bach einmal ausschauen. Damit wäre die Fläche für die Landwirtschaft auch weiterhin größtenteils nutzbar.
  • VonWerner Stache
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Entsteht in der Gemeinde Tuntenhausen eine Agri-PV-Anlage? Der Gemeinderat jedenfalls gab hierfür in einem ersten Schritt grünes Licht. Das Leuchtturmprojekt könnte stattliche 1700 Haushalte mit Strom versorgen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Tuntenhausen – „Der Grundstückseigentümer möchte auf einer Teilfläche in der Nähe von Bach eine Agri-Photovoltaikanlage erstellen“, schilderte Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) das Projekt. Da sich das Vorhaben von gewöhnlichen Freiflächen-PV-Anlagen unterscheidet, stellte der Projektverantwortliche Benedikt Nickel von der Next2Sun Projekt GmbH den Räten Einzelheiten vor.

Sonne wird von zwei Seiten geerntet

Die Kernidee ist dabei die senkrechte Aufstellung spezieller Solarmodule, welche die Sonneneinstrahlung von beiden Seiten verwerten können. Die bifacialen (beidseitig) Module sind nach Osten und Westen gerichtet. „Dadurch erfolgt die Stromproduktion vor allem am Vormittag und am Abend“, erklärte Nickel. Und eine Besonderheit dabei ist, dass die Flächen zwischen den Agri-PV-Modulreihen, wie gewohnt auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können.

Auch neu entstehende Blühstreifen könnten bedrohten Insekten und vielen Vogelarten Raum bieten. „Agri-Photovoltaikanlagen sind besonders natur- und landwirtschaftsfreundlich und erreichen hohe Ertragszahlen“, betonte der Referent. Er stellte den Räten auch die Eckdaten des Projektes vor: Die Gesamtfläche beträgt circa 22 Hektar. Davon werden nur 0,2 Hektar Fläche überbaut. Die Bauhöhe der Module beträgt rund 3,60 Meter, der Reihenabstand 16,50 Meter. Damit ließe sich eine Stromproduktion von 5800 MWh/a erreichen, was dem Bedarf von 1700 Haushalten entspreche.

Das Investitionsvolumen des Projektes beläuft sich auf rund 3,3 Millionen Euro. Es erfolge keine Versiegelung der Landschaft, der Wasserhaushalt werde ebenfalls nicht beeinträchtigt, und man könne damit außerdem gezielt bestimmte Habitats-Strukturen wie Steinhaufen oder Totholz schaffen. Bürgermeister Weigl zeigte sich angetan von diesem Projekt, vor dessen Realisierung aber noch einige Hürden zu nehmen seien, wie er betonte. So müsse hierfür unter anderem ein Bebauungsplan aufgestellt werden, und auch der aktuell geltende Flächennutzungsplan bedürfe einer Änderung.

Josef Bodmaier (WG Hohenthann), zugleich Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, war ebenfalls angetan, denn: „Es werden die landwirtschaftlichen Flächen erhalten.“ Er regte sogar an, den Strom in der Region zu behalten. Als gut in die Landschaft integriert sah auch Johann Stürzer (CSU/FWG) das Projekt und betonte die Pflicht, die Energiewende voranzutreiben. Auch Martin Lurz, WG Hohenthann und Dritter Bürgermeister, bezeichnete das Projekt als einen Gewinn für die Gemeinde Tuntenhausen.

Die Gefahren für Mensch und Kühe sprach Marcus Strasser (Liste 83104) an. Benedikt Nickel von der Next2Sun Projekt GmbH ordnete diese allerdings als „absicherbar“ ein. Da kein Beschluss nötig war, nahm Bürgermeister Weigl den Tenor der Räte mit, das Projekt auf alle Fälle weiterzuverfolgen. „Es wäre ein großer Schritt für unsere Kommune“, betonte er, denn: „Die Energiewende muss Priorität haben.“

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