Emma Thaler aus Derndorf weiß eines ganz genau: „Die schönste Zeit ist oiwei grod jetzt“

Derndorfer Gschichtn und Verse in Mundart hält Jubilarin Emma Thaler in ihren Büchern ht fest.
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Derndorfer Gschichtn und Verse in Mundart hält Jubilarin Emma Thaler in ihren Büchern ht fest.

Ihren 80. Geburtstag feierte jetzt die Derndorfer Autorin Emma Thaler. In ihren Büchern „Derndorfer Gschichtn“ und „Derndorfer Oide Gschichtn und Neie Verse“ sowie in verschiedenen Heften mit bayerischen Mundartgedichten erzählt sie vom Leben im „Mangfoitoi“.

Von Peter Strim

Bad Feilnbach– Ein Leben von der Wiege bis zu einem hohen runden Geburtstag ist ein bewegter Rundgang durch abwechslungsreiche Jahreskreise mit unzähligen Ereignissen – auf welche Jubilarin Emma Thaler gerne zurückblickt.

Die gebürtige Derndorferin feierte ihren 80. Geburtstag „gsund und guad drauf“, wie sie selber sagte. Neben den beiden Töchtern Regina Riedl und Barbara Thaler sowie Enkel Marvin Thaler überbrachten die beiden Vorsitzenden des VdK-Ortsverbands Bad Feilnbach-Au, Eugen Thierauf und Ingrid Kraus, sowie Schriftführer Peter Strim ihrem seit 1998 treuen Mitglied persönlich die Glückwünsche mit einem Geschenkkorb.

Auf die Frage, welche Epoche im Leben die schönste sei, meinte die „Derndorfer Versalschmiedin“ in ihrer humorvollen Art: „De scheenste Zeit ist oiwei grod jetzt.“ Dieses Zitat findet sich auch in ihrem aktuellen Büchlein „Derndorfer Oide Gschichtn und Neie Verse“, wieder, wo sie kurz und bündig in der Mundart, wie sie unter der Farrenpoint noch gepflegt wird, heiter markante Stationen eines jeden Erdenbürgers zeichnet.

Das Licht der Welt erblickte Emma Thaler im Juni 1940 in Derndorf. Sie wuchs auf dem Anwesen vom Kern Wast auf und erinnert sich noch an jene Kindertage, als Jagdflugzeuge mit dem Ziel der heutigen Sterntaler Filze – einst der Schießplatz des Fliegerhorstes Bad Aibling – die Gegend um Litzldorf und Derndorf unsicher machten.

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„Eine andere Vergangenheit“

Ohne Schulbus oder Fahrrad, dafür auf Schusters Rappen und gekleidet in dem, was sich die Eltern leisten konnten, lautete die tägliche Devise beim Besuch der Litzldorfer Volksschule, unter anderem bei der legendäre Lehrerin Emmi Schmitter.

Zum Alltag ihrer Kindheit und auch Jugendzeit zählten auch Arbeiten in der Landwirtschaft. Davon erzählt sie unter anderem in ihren beiden Büchern „Derndorfer Gschichtn“ und „Derndorfer Oide Gschichtn und Neie Verse“ sowie in verschiedenen Heften mit bayerischen Mundartgedichten aus dem „Mangfoitoi“ in der Reihe „Gredt und g’lust“.

Ihr Hobby ist das Schreiben. Seit 15 Jahren hält sie damit nette Begebenheiten für die Nachwelt fest. Auch bereicherte sie die einstige Litzldorfer Dorfzeitung, die Korbinian Wallner herausgab. Gemäß dem Leitspruch „Wer schreibt, kann auch Geschichten erzählen“ erfreut Emma Thaler so manche Veranstaltung, etwa beim VdK-Ortsverband Bad Feilnbach-Au oder bei der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe, bei der sie ebenfalls Mitglied ist.

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Zu ihrer Lebensreise gehörte auch die Heirat mit Josef Thaler, der vor 30 Jahren früh, plötzlich und unerwartet verstarb. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Beruflich verdingte sich Emma Thaler 20 Jahre lang als „angelernte Badehilfe bei Mooranwendungen“ unter dem legendären „Priller Xari“ (Franz-Xaver Priller) im Reithofpark. Der Heimat in Derndorf und Feilnbach blieb sie zeitlebens treu – und sie will auch nirgendwo anders sein, so die Jubilarin, die auch Glückwünsche von Landrat Otto Lederer, Ministerpräsident Markus Söder und Bad Feilnbachs Bürger-meister Anton Wallner bekam.

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