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Carmina (12) und Daniela (13) aus Traunreut verschwunden: Mädchen werden in Bad Aibling vermutet

Polizei bittet um Mithilfe

Carmina (12) und Daniela (13) aus Traunreut verschwunden: Mädchen werden in Bad Aibling vermutet

Zwei 12 und 13 Jahre alte Mädchen, die in einem Pflegeheim in Traunreut wohnen, werden vermisst. …
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Sie will einmal Tierärztin werden

Schon seit zwei Jahren im Tierschutz aktiv: Johanna Schramm (11) ist die Igelflüsterin von Bruckmühl

Über die eigene Arbeit muss ordentlich Buch geführt werden: Johanna Schramm ist mit ihren elf Jahren schon ein Profi bei der Pflege von Igeln (Bild rechts). Dieses proppere Kerlchen kann in den Winterschlaf entsendet werden. Mindestens 700 Gramm braucht das Tier, um durch die kalte Zeit zu kommen (Bild links).
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Über die eigene Arbeit muss ordentlich Buch geführt werden: Johanna Schramm ist mit ihren elf Jahren schon ein Profi bei der Pflege von Igeln (Bild rechts). Dieses proppere Kerlchen kann in den Winterschlaf entsendet werden. Mindestens 700 Gramm braucht das Tier, um durch die kalte Zeit zu kommen (Bild links).
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Die Igelflüsterin von Bruckmühl – so könnte man Johanna Schramm wohl auch nennen. Mit ihren elf Jahren ist sie die jüngste Igelpflegerin, die den Tierschutzverein Bruckmühl und Umgebung nun schon seit zwei Jahren unterstützt. Sie hat schon mehrere kleine oder schwache Igel wieder aufgepäppelt und ausgewildert.

Bruckmühl Ihr großes Ziel: Tierärztin zu werden. Und so wie die kleinen Stachelritter auf sie reagieren, wäre das genau ihre Bestimmung. Denn selbst die wildesten Igel werden in ihren Händen butterweich.

Schwierige Zeit für die Stacheltiere

So wie Johanna unterstützen noch viele andere Pflegestellen den Tierschutzverein Bruckmühl beim alltäglichen Kampf um den Erhalt der heimischen Igel. Gerade jetzt kommt wieder eine schwierige Zeit. „Viele Igel, die dieses Jahr geboren worden sind, sind einfach noch zu klein oder zu dünn für die nun bereits teils kalten Temperaturen“, so Julia Grundmann vom Bruckmühler Tierschutzverein.

Menschliche Hilfe wird benötigt

Dazu komme, dass sie oft einfach nicht genug zu fressen finden. Dafür gibt es leider viele Gründe: Insektensterben, sterile Gärten oder abgeschottete Grundstücke sind nur einige davon. „Immer mehr Menschen helfen hier jeden Tag vor ihrer eigenen Haustür mit einer Schüssel Wasser und Katzenfutter (nass oder trocken). Das ist nicht viel, aber rettet tatsächlich Leben“, so Grundmann.

Denn gerade bei den kleinen Igeln reiche oft eine zu kalte Nacht und ein oder zwei Tage nicht genug Futter, und es kann schon zu spät sein. „Findet man so einen Igel, egal ob groß oder klein, in Seitenlage und rollt sich nicht mehr ein, dann heißt das, dass er oft unterkühlt ist. Das A und O ist dann erst einmal Wärme“, gibt Grundmann wichtige Tipps.

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Mit einem alten Handtuch oder Küchentüchern in einen Karton mit einer Wärmflasche packen (Achtung: Immer kontrollieren, damit die Wärmflasche nicht kalt wird und den Igel noch mehr runterkühlt), etwas Wasser und Futter bereitstellen. Es geht auch Rührei, wenn kein Katzenfutter zur Hand ist, und bei Fragen jederzeit einfach den Tierschutzverein kontaktieren.

Und noch ein kleiner Hinweis: Igel sind reine Fleischfresser! Man darf kein Obst füttern. „Auf unserer Website www.tierschutzverein-bruckmuehl.de finden Retter alle wichtigen Infos und Kontakte“, so Grundmann.

Allein in diesem Jahr hat der Tierschutzverein Bruckmühl bereits über 150 Igel versorgt, im Moment sind um die 40 direkt beim Verein in Pflege. Noch eine ganze Reihe weiterer werden in Pflegestellen wie bei Johanna betreut. „Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Pflegestellen, das heißt jemanden, der einen Igel aufnimmt und einmal am Tag seinen Käfig saubermacht und Futter bereitstellt, bis der Stachelritter wieder soweit ist, in die Freiheit entlassen zu werden“, schildert Grundmann.

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Was der Verein vor allem brauche, seien warme Pflegestellen, das heißt, jemand, der bereit ist einen Igel in seinem Käfig auch einmal für ein paar Tage oder Wochen in einem warmen Raum zu pflegen. „Zum Schlafen und wenn sie groß genug sind, können die Igel natürlich dann raus, entweder direkt in die Freiheit oder zum kontrollierten Überwintern, wenn es schon zu spät ist, sie noch vor dem ersten Frost auszuwildern“, so Grundmann.

Spät im Herbst geborene Igelkinder überleben oftmals die ersten kalten Nächte nicht. In der Pflege sind ihre Chancen besser.

Wer den Verein unterstützen möchte, kann sich per E-Mail unter tierschutzvereinbruckmuehl@t-online.de oder über die Facebook-Gruppe „Tierschutzvereinbruckmuehl“ melden. „Da wir wie jeder Verein natürlich auch auf Spenden angewiesen sind, sagen wir auch dazu natürlich nicht nein“, gesteht Grundmann zudem.

Unterstützung von Tierärzten und Gemeinde

Wichtige Bausteine für die Arbeit der Bruckmühler Igelstation sind die tierärztliche Gemeinschaftspraxis in Bruckmühl und die Gemeinde Bruckmühl. „Der medizinische Beitrag ist unglaublich und ich glaube, es gibt wenige Gemeinden, die ihren ansässigen Tierschutzverein so aktiv unterstützen, wie es Bruckmühl tut“, würdigt Grundmann.

2013 wurde in Bruckmühl die Igelstation ins Leben gerufen. Die Idee dazu hatten die Tierärztinnen Dr. Monika Mager und Dr. Tanja Radzey. Seit 2018 gibt es jedoch keinen festen Standort für die Igelstation mehr. Es wird eine Bleibe gesucht.

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