Der Elefant in Flintsbach: Das ist seine Geschichte 

Der Flintsbecker Elefant ist inzwischen aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Thomae
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Der Flintsbecker Elefant ist inzwischen aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Thomae

Flintsbach – Auffallen tut das graue Riesenvieh vor allem den Gästen.

Die einheimischen Flintsbecker nehmen ihn kaum noch wahr – wie das bei allem ist, das man täglich vor Augen hat. Die Gäste aber, die Durchfahrenden, haben für den Rest des Tages eine ungeklärte Lebensfrage mehr: Wie kommt ein ausgewachsener Elefant mitten ins bayerische Flintsbach?

Ist er etwa ein Wappentier? Weil vielleicht die Herren von der nahen Burg einst auf Kreuzzug gewesen waren und einen Elefanten als Mitbringsel im Gepäck hatten? Oder gibt’s eine neue Tierschutzinitiative „Elefanten raus aus Zoo und Circus“? Wollte in Flintsbach ein indisches Restaurant aufmachen und man kam nicht weiter als bis zum überdimensionalen Aushängeschild? Oder sammelt hier einfach jemand Elefanten, hat den größten vorm Haus aufgestellt, den nächsten an die Wand des Obergeschosses gehängt und drin finden sich Hunderte weitere Exemplare?

Elefant als Orientierungshilfe

Die Wahrheit ist – wie so oft – vergleichsweise schlicht: Der Elefant ist einfach so halb und halb vergessen worden. Am Anfang stand eigentlich der heute etwas unauffälligere, der, den man an der Obergeschosswand hängen sieht. Der hängt dort seit dem 11.11.2015 und verkündete damals allen Flintsbeckern, dass in diesem Haus der frisch gekürte amtierende Faschingsprinz wohnt, Hans IV., und auch, dass das Motto des 2015er-Faschings „Indien“ sein würde. Der große Elefant vor dem Haus war dann Teil des Faschingswagens für den im ganzen Landkreis bekannten Flintsbacher Faschingszug; von ihm herab grüßten Prinz Hans IV. und Prinzessin Romina I. ihr Volk.

Wie es in Flintsbach Brauch ist, wird nach dem Zug der Prinzenwagen oder zumindest die wichtigsten Teile davon beim Prinzen abgestellt. Dort stehen sie in aller Regel etwas ungünstig im Weg herum, weshalb der Prinz üblicherweise froh ist, wenn er alles wieder los wird, was von seiner Seite die Ausrichtung eines kleinen Festes voraussetzt.

Beim Maier Hans aber ist das Grundstück groß, weshalb der Elefant zunächst einfach mal stehen blieb – Frühjahr oder Frühsommer sind ja eh die besseren Zeiten für ein zünftiges Fest. Nun ist der Elefant aber zumindest von seiner Farbe her ja eher unauffällig mausgrau und man darf annehmen, dass er sich, um nicht entsorgt zu werden, auch sonst recht still und zurückhaltend verhielt – auf jeden Fall steht er da noch bis heute. Dabei ist es nicht so, dass Hans Mayer zu seinem Elefanten eine innigere oder besondere Beziehung hätte – der Elefant hat, wie er sagt, keinen Namen und Hans Mayer spricht auch nicht mit ihm, er steht halt einfach so da. Wobei es mittlerweile aber auch nicht mehr so einfach sei, ihn so mir nichts, dir nichts abzubauen, denn der Elefant ist längst Teil des Ortsbildes geworden.

Wer entlang der Durchgangsstraße in Flintsbach ein Anwesen sucht, wird mit seiner Hilfe eingewiesen: vor oder nach dem Elefanten, auf derselben Straßenseite oder auf der gegenüberliegenden. Und selbst denen, die nur durchfahren, verhilft er zur besseren Orientierung: „Flintsbach – das war doch der Ort mit dem Elefanten, oder?“ Alles in allem schlechte Karten für die Flintsbacher Faschingsgilde, die ja immer noch auf ihr Abbaufest wartet, denn der Elefant hat unlängst erst einen frischen Anstrich bekommen und wird sich halten.

Dazu ein Tipp am Rande: 2065 wird der Elefant 50 Jahre alt, kein wirkliches Alter für solche Tiere, da könnte man doch Indien als Faschingsmotto noch mal aufgreifen und den Elefanten dazu.

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