Einweihung in Bad Aibling: Es darf wieder geschaut werden im Heimatmuseum

Die Gäste vor dem berühmten Leibl-Werk „Drei Frauen in der Kirche“ (im Heimatmuseum als Kopie).
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Die Gäste vor dem berühmten Leibl-Werk „Drei Frauen in der Kirche“ (im Heimatmuseum als Kopie).

Lange war es wegen der Dachstuhlsanierung und Restaurierungsarbeiten geschlossen. Jetzt wurde das Aiblinger Heimatmuseum mit den neugestalteten Räumen wieder eröffnet. Doch wer es heuer noch besuchen will, muss sich beeilen..

Von Johann Baumann

Bad Aibling – Als ein „Haus voller Geschichte“ bezeichnete Landrat Otto Lederer das Aiblinger Heimatmuseum, das nach rund 18-monatiger Sanierungs- und Restaurierungszeit mit einem feierlichen Festakt wiedereröffnet wurde. „Das Gebäude ist gelebte Geschichte und gefüllt mit Geschichten“, erklärte der Landrat. Er wies auf die „unglaublich vielen“ darin verborgenen Schätze hin wie beispielsweise das Wilhelm-Leibl-Zimmer, die für die Nachwelt und die Kinder erhalten werden müssten.

Von Armenhaus bis Flüchtlingslager

Er erinnerte an die früheren Nutzungen des Hauses, unter anderem als Armenhaus, Unterkunft für amerikanische Soldaten und als Flüchtlingslager. „Die Nutzung hat gewechselt, aber die Gebäudehülle und der Dachstuhl sind gleichgeblieben“, konstatierte er. Es sei daher wichtig gewesen, rund ein Drittel des maroden Dachstuhls zu sanieren und zu erhalten.

Lederer sprach dem „Historischen Verein Bad Aibling und Umgebung“ seinen Dank für das große Engagement aus und wünschte dem Heimatmuseum „viele schöne Ausstellungen und zahlreiche Besucher“.

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Bürgermeister Stephan Schlier als Hausherr des nach dem Ende des Erbpachtvertrages mit dem Landkreis wieder im Besitz der Stadt Bad Aibling befindlichen Gebäudes stellte fest: „Das Heimatmuseum ist ein Schmuckstück der Stadt, das jetzt in neuem Glanz erstrahlt.“ Durch die Sanierung seien der unglaubliche Dachstuhl und die Ausstellungsräume wieder in einen guten Zustand versetzt worden. Die Gesamtkosten von 1,25 Millionen Euro hätten sich gemäß der getroffene Vereinbarung der Landkreis und die Stadt im Verhältnis 2:1 geteilt.

Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Altbürgermeister Felix Schwaller, dankte den Sponsoren und allen an der Sanierung Beteiligten und hob die gute Zusammenarbeit zwischen den Bauabteilungen der Stadt Bad Aibling und des Landkreises hervor.

„Der Mensch weiß um die Geschichte und kann sie weitererzählen“, betonte der evangelische Pfarrer Markus Merz. Sein katholischer Amtsbruder Georg Neumaier zitierte aus der Johannes-Offenbarung und erläuterte den zweigeteilten Begriff „Heimatmuseum“. „In einem Museum erhalten wir etwas am Leben, Heimat ist ein Ort, wo wir uns geborgen fühlen.“ Zusammen nahmen die beiden Geistlichen die kirchliche Segnung vor.

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Anschließend gab Architekt Florian Zehetmeier einen technischen Überblick, unter anderem über die Sanierung des „klassisch barocken Dachstuhls mit liegendem Stuhl“. Der Großteil der Hölzer stamme aus den Jahren 1778 bis 1789 und habe Fäulnisschäden aufgewiesen. „Trotz zäher Bemühungen um einen größtmöglichen Erhalt waren relativ viele Balken leider nicht zu retten und mussten ausgetauscht werden“, bedauerte der Architekt. Er schilderte außerdem die baulichen Gründe für die nur zu einem kleinen Teil mögliche Nutzung des Dachgeschosses). Die Sanierung nannte er „eine gelungene Maßnahme“ und würdigte die „besondere handwerkliche Qualität“ der beteiligten Handwerksfirmen.

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Eingebettet in den Festakt war zudem die nach erfolgter Restaurierung „endgültige Übergabe“ des von Johann Sperl gemalten Bildes „Landschaft mit Felsen und Bäumen“ als Dauerleihgabe der „Rosner & Seidl-Stiftung“ „Das Werk stand längere Zeit verpackt in unseren Büroräumen herum“, berichtete die Stiftungs-Repräsentantin Karoline Spiegel. Der stellvertretende Stiftungsvorstand Dieter Wieland habe dann Kontakt zu dem ihm bekannten Heimatmuseums-Leiter Hans Michael Stratbücker aufgenommen und die Leihe vereinbart.

In kleinen Gruppen durch die Räume

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von einer Formation der „Willinger Musi“ unter der Leitung von Andreas Mayer mit alpenländischen Weisen. Den Abschuss bildete eine Führung durch das renovierte Museum in kleinen Gruppen durch den zweiten Vorsitzenden des Historischen Vereins, Dr. Wolfgang Bloch, Museumsleiter Hans Michael Stratbücker und Archivleiter Manfred Schaulies. Noch an den kommenden drei Wochenenden können Besucher die Schätze des Ausstellungshauses in Augenschein nehmen, bevor das Museum noch einmal die Türen schließt

Der zweite Vorsitzende des Historischen Vereins, Dr. Wolfgang Bloch (rechts) zeigt Landrat Otto Lederer die renovierte Kassettendecke im „Marbachzimmer“.
Stadtpfarrer Georg Neumaier segnet das Gebäude – beschirmt von seinem evangelischen Amtsbruder Markus Merz.

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