Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gemeinde sucht weitere Notunterkünfte

Bruckmühl will ehemaliges Altenheim für 50 Ukraine-Flüchtlinge öffnen

Das ehemalige Bruckmühler Altenheim könnte mit Zustimmung des Bezirkes Oberbayerns als Eigentümer für die Unterbringung von geschätzt 50 Ukraine-Flüchtlingen relativ schnell reaktiviert werden.
+
Das ehemalige Bruckmühler Altenheim könnte mit Zustimmung des Bezirkes Oberbayerns als Eigentümer für die Unterbringung von geschätzt 50 Ukraine-Flüchtlingen relativ schnell reaktiviert werden.

Die Marktgemeinde Bruckmühl hat mehrere Varianten für die Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchltinge geprüft. Wo für die Menschen schnell Notquartiere geschaffen werden könnten.

Bruckmühl – Das Gemeindegrundstück an der Heufelder Straße 18, die Sporthallen des Gymnasiums und der Realschule sowie das ehemalige Bruckmühler Altenheim könnten für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine genutzt werden. Das teilte die Marktgemeinde Bruckmühl jetzt auf Anfrage des Landratsamtes mit. „Es muss geholfen werden, und zwar schnell, ohne Wenn und Aber“ – mit diesem Tenor stimmte der Marktausschuss diesen Vorschlägen einstimmig zu.

Hilfsbereitschaft der Bürger ist groß

Zuvor hatte das Gremium eine intensive Diskussion zum Aufruf des Landkreises Rosenheim geführt, freien Wohnraum und Grundstücke zum Aufstellen von Wohncontainern für die Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge zu melden. Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) hatte die Ratsmitglieder über die Bitte des Rosenheimer Landrates informiert, potenzielle Freiflächen für Wohncontainer-Standorte und leerstehenden Wohnraum für eine Nutzungsfrist von derzeit maximal neun Monaten zu melden. Er zeigte sich zugleich erfreut über das positive und schnelle Echo der Bruckmühler auf den Aufruf auf der gemeindlichen Homepage: „Es wurden viele freie Gästezimmer, Wohnungen und Ferienwohnungen gemeldet, die Resonanz und die Bereitschaft zur Hilfe sind enorm groß.“

Verwaltung hat Optionen geprüft

Wirtschaftsförderer Markus Zehetmaier benannte das freie Gemeindegrundstück an der Heufelder Straße 18 als einzigen möglichen Standort für Wohncontainer. „Mit 2500 Quadratmetern hat es eine entsprechende Größe, die Erschließung ist gesichert, die Nähe zum Heufeldmühler Bahnhaltepunkt ist ideal, zudem gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.“ Hier könnten Wohncontainer für die zeitlich begrenzte Ukrainehilfe für maximal 70 Personen aufgestellt werden.

Auf dem Gemeindegrundstück an der Heufelder Straße 18 könnten Wohncontainer für die zeitlich begrenzte Ukrainenhilfe aufgestellt werden.

Ein weiteres gemeindliches Areal an der Angerstraße stehe aufgrund der Lager-Erweiterungen des Bauhofes nicht mehr zur Verfügung.

Als schnell verfügbare Unterbringungsmöglichkeiten brachte er zudem die im Landkreis-Eigentum befindlichen Sporthallen des Gymnasiums und der Realschule sowie das ehemalige Bruckmühler Altenheim ins Spiel: „Bei Letzterem müssen aber der Bezirk Oberbayern als Eigentümer mit ins Boot genommen und die Versorgungsleitungen reaktiviert werden.“ Zehetmaier schätzt, dass im Altenheim etwa 50 Ukraine-Flüchtlinge unterkommen könnten.

Für CSU/PW-Rätin Anna Wallner war die Sache klar: „Wir brauchen nicht lange zu diskutieren, wir müssen handeln und helfen.“ Ihr Fraktionskollege Hubert Maier brachte ein behördliches und baurechtliches Kernproblem auf den Tisch: „Die Rede ist von einer Nutzung von circa neun Monaten. Ehe wir aber mit allen Genehmigungen durch sind und die Wohncontainer auch wirklich stehen, vergehen doch Monate. Das passt doch nicht.“

Für BP-Rat Georg Oswald verhindert der Paragrafen-Dschungel generell ein schnelles Handeln. Für ihn wäre die Altenheimlösung die beste. Richard Linke (OLB) hakte beim Thema Baurecht nochmals ein: „Wir haben hier eine Notsituation, da muss praktikabel und schnell gehandelt werden, und das Baurecht hintenanstehen, sonst kann es sein, dass die Notsituation vorbei ist, bevor der erste Container überhaupt steht“, kritisierte er.

Ähnlich bewertete dies Grünen-Rat Stefan Mager: „Was ist wichtiger – die kurzfristige Hilfe oder ein ausgeklügeltes Brandschutzkonzept?“ Weiter stellte er die Frage nach der Möglichkeit von finanziellen Anreizen durch die Gemeinde in den Raum, mit denen die Bereitschaft zur Privat-Hilfe weiter angekurbelt werden könnte. Auf das von CSU/PW-Rat Michael Stahuber angesprochene THW-Areal in Heufeld habe die Gemeinde laut Zehetmaier wegen der unmittelbar bevorstehenden Bauaktivitäten an der Bruckmühler Straße keinen Zugriff mehr.

Auf die Frage von Wolfgang Huber (Grüne), wie es um das Gelände des ehemaligen Göttinger Tennisplatzes stehe, erläuterte Zehetmaier, dass es im Eigentum der Kirche sei und daher von ihr die Initiative ausgehen müsse.

Josef Staudt (SPD/PU) ging gedanklich noch einen Schritt weiter: „Was ist eigentlich mit dem langen Leerstand von etlichen Privathäusern im Gemeindebereich? Könnte man hier nicht auch die Eigentümer in die Pflicht nehmen?“ Seine Frage zielte darauf ab, ob eine auf Zeit begrenzte zwangsweise Wohnnutzung möglich sei. Das verneinte der Bürgermeister mit dem Argument des elementaren Eingriffs in Eigentumsrechte: „So eine Entscheidung müsste von ganz oben getroffen werden.“

Die vorgeschlagenen Varianten für Flüchtlingsunterkünfte im Bereich der Marktgemeinde bezeichnete der Marktausschuss als ausgewogen. Der einheitlicher Tenor: „Wir können uns damit im Landkreis gut positionieren und unseren Verpflichtungen guten Gewissens nachkommen.“

Kommentare